Größe alleine macht keinen guten Berater

25. Dezember 2013 von Georg Blum

PwC und Booz fusionieren. Somit kommen zu den 184.000 Mitarbeitern von PwC noch 3.000 von Booz dazu.

Nur eines ist klar: Größe alleine macht noch keinen guten Berater.

Masse war im Berater-Geschäft noch nie die Lösung. Es geht um die Person oder Personen-Gruppe, die eine Firma betreut. Und diese kann man nicht in der Masse und gleichzeitig hoher Qualität vorhalten, um nicht zu sagen “produzieren”.

Außerdem führt seit langem die Rekrutierung weiterer Mitarbeiter nur zu einer Uniformität, die den notwendigen Pluralismus leider nicht widerspiegelt.

Schon Dinosaurier sind ausgestorben, weil sie zu groß geworden sind.

Mehr Worte möchte ich dazu nicht verlieren. Lieber kümmere ich mich um unsere Interessenten und Kunden.

Heute bekam ich einen Newsletter zu Gesicht, der propagierte:
Neukundenwerbung ist die Konigsdisziplin.

So ein Schwachsinn. Die Königsdisziplin ist Wachstum durch ausgewogenes Arbeiten mit Stammkunden und der notwendigen Menge Neukunden zu erzielen.

Wer nur auf Neukunden setzt, hat das Klingeln des Insolvenzverwalters noch nicht gehört oder überhört. Zuerst sollten alle Möglichkeiten der der Stammkundenpflege ausgeschöpft werden. Und wenn einem das zum Wachstum nicht reicht, der kann – sofern noch Geld in der Schatulle übrig ist – in Neukunden investieren.

Wer nur auf Neukunden setzt, der behandelt seinen Kunden im Durchlauferhitzer. Und was das bedeutet, ist klar. Das Rad, der Neukundengewinnung fängt an, sich immer schneller zu drehen und drehen. Hinten fallen immer mehr Kunden raus und vorne müssen immer mehr Kunden hineingeschaufelt werden.

Ergebnis: Überhitzung durch immer schlechtere Kosten pro Neukunden und die Mengen an Neukunden, die zum Halten des Kundenstamms notwendig sind, können sukzessive nicht mehr erzielt werden.

Der Sensenmann klopft an.

Also, wenn jemand von Neukundenwerbung als Konigsdisziplin durch die Gassen pfeift, dann sehen Sie in ihm den Rattenfänger.

Ist Springer jetzt verrückt geworden?

06. August 2013 von Georg Blum

Seit der Bekanntgabe “Springer gibt einen großen Teil seiner Printprodukte an die Funke-Gruppe” diskutiert die Branche, was das soll.

Ja, was soll das bedeuten? Die einen sprechen vom Verrat am Journalismus, die anderen sagen, warum ist die Funke-Gruppe so verrückt, sterbende Produkte zu kaufen – und das bei den Schulden. Wie immer gibt es auch die anderen Meinungen: Waoh, Funke baut sich ein Imperium auf, die anderen müssen sich warm anziehen. Oder Springer steigt zum richtigen Zeitpunkt aus.

Was letztendlich richtig ist, wird die Zukunft zeigen. Wir alle wissen es nicht. Nur was wir aus diesem Lehrstück lernen können: Springer handelt! Und das konsequent. Springer zeigt Flagge.

Springer macht es nicht den anderen nach. Man wartet nicht bis mit einem gehandelt wird, bis es ausweglos ist, andere Wege zu gehen. So wie vor 10 und mehr Jahren, als alle den anderen gefolgt sind. Alle Verlage sind in das Brackwasser der kostenlos Kultur hineingetreten und kommen seither nicht mehr heraus.

Was macht Springer, sie verkaufen (wobei es nach einigen Angaben kein komplett Verkauf ist) ihre Marken und Produkte, solange es noch Geld dafür gibt.

Und mit dem Geld baut man die Campus-Idee auf und aus. Man nutzt die kreative Berliner Weichbodenmatte und übt mit Startups und mal gewinnt man und mal verliert man. Und mit dem Spielgeld ist man in der Lage Neues zu kaufen und konstruieren.

Aber, und da wiederhole ich mich gerne, es wird gehandelt und nicht zugesehen. Springer hat dem Auge des Hurricans tief in die Augen gesehen (auch hier wurde Springer belächelt als die “Praktikanten” in Silicon Valley ein paar Monate Urlaub machten). Und jetzt wird gehandelt.

Sicher, es kann auch schief gehen, aber ich finde es besser, man kommt in Schwierigkeiten durch das Handeln. Der passive Weg führt ins nichts.

Wer jetzt den gleichen Weg wie Springer gehen möchte, der begeht auch einen Fehler.

Jedes Unternehmen muss für sich und nur für sich prüfen, was kann ich, wo stehe ich und was sind Wege (Optionen). Welche Marke oder Beziehung kann ausgebaut werden, welche nicht.

Werden Sie nicht Follower of Fashion, sonder Leader of your New Economy.

Applaus ist besonders ansteckend

23. Juli 2013 von Georg Blum

“Applaus ist ein besonders schönes Beispiel für das Phänomen der sozialen Ansteckung” schreibt die FAS am 21.07.2013.

Ob nun eine “Rakete gezündet wird” (Fuß trampeln), die Finger schnippen oder einfach in verschiedenen Formen geklatscht wird. Diese Bekundung einer Zustimmung bzw. Positiven Motivation oder Danke sagen ist immer ein gruppendynamischer Prozess und verläuft nach absehbaren Regeln.

Sie alle kennen die Claquere, die im Paris des 19. Jahrhunderts als Berufsapplaudierer sich einen Namen gemacht haben. Sie klatschen zum richtigen Zeitpunkt und ihr Klatschen löst das Klatschen der zögerlichen Masse aus.

Das sind Animateure oder Meinungsführer, deren Job es ist die Menge “mitzuziehen”.
Spüren diese Menschen, dass sich die Mehrheit eher gegen das Stùck verhält, reduzieren oder vermeiden Sie das Klatschen. Je nach Stimmungsbild.

Und jede Community ist ähnlich zu bearbeiten. Es braucht den Vorturner oder den Initiator. Und diese Menschen müssen gezielt Impulse bzw. Themen setzen, Stimmungen reflektieren und die “Herde” steuern.

Was jetzt auf den ersten Blick nach Manipulation oder Fürung klingt, widerlegt der Artikel und bringt es schön auf den Punkt: Der Mensch verfolgt beim Klatschen ein Urbedürfnis. Denn neben der Anerkennung feiert das Publikum sich selbst.

Und genau das ist das Ziel im Community-Management: Impulse setzen und die Energie der wenigen auf die Masse übertragen. Diese Energie der Masse gilt es zu beobachten und analysieren.

Interne Effizienz durch Social Media

25. Juni 2013 von Georg Blum

Nach wie vor ist für die meisten Manager der Begriff “Social Media” mit Aussenkommunikation – also Kommunikation zwischen dem Unternehmen und der Zielgruppe verknüpft.

In den letzten Jahren sind viele Tools entwickelt worden, die genauso für die Interne Kommunikation eingesetzt werden können. Und diese Tools helfen Prozesse und Kommunikation zu vereinfachen.

Ein Beispiel: Statt einem “E-Mail”-Programm (Outlook, Lotus Notes oder klassische CRM-Software) kommt ein Social Media-Tool für die Interne Kommunikation zum Einsatz.

Folgende Vorteile haben Sie:
- Die Anrede und die Signatur “brechen nicht den Redefluss
- Mails “an Alle” oder “cc” gibt es nicht mehr.
- die Bearbeitung von E-Mails findet oft mit dem E-Mail-Eingang statt. Und dann oft isoliert.
- Informationen werden somit oft nicht in einen Kontext gebracht.
- man kann Richtige Diskussionen durchführen, alles bleibt in einer Historie sauber strukturiert
- die Abteilungs-übergreifende Zusammenarbeit wird einfacher.
- und ganz nebenbei lernen ihre Mitarbeiter auch den Umgang mit den Social Media-Tools.

Eine Studie der Bitkom zeigt, dass kaum ein Viertel der Befragten Unternehmen solche Tools intern einsetzen. Nach einer anderen Studie von McKinsey, die durch unsere Erfahrungen bestätigt werden, liegen locker 25 % Effizienzvorteile brach.

Anwendungsbeispiele sind
a) Reiner Dialog, Chats
b) Projektmanagement
c) gemeinsames Bearbeiten von Dokumenten und Weitergabe von Änderungen
d) Konferenzen
e) Wissensmanagement
f) …

Welche Tools am besten zu Ihnen passen ist von der Anzahl Mitarbeiter, der Art der Problemstellung oder der notwendigen Dokumentation bzw. Historisierung abhängig. Die Auswahl ist auf jeden Fall inzwischen so groß, dass für jeden etwas dabei ist.