Was trag ich bloß beim Kunden – Anzug oder Jeans?
09. März 2007 von Carla Breidenstein
Grundsätzlich bin ich der Meinung: Ein Anzug sollte es sein. Am besten mit gedeckten Farben – klassisches Blau oder Schwarz. Ein ordentliches und professionelles Outfit zollt von Höflichkeit und Respekt gegenüber dem Gesprächspartner. Auch wenn ich privat lieber Jeans, T-Shirt und Turnschuhe trage – beim Kunden ist businessmäßiges Aussehen ein Muss. Aber trifft das auf alle Kunden zu?
Adolph Freiher Knigge (1752 – 1796) schreibt: Kleide dich nicht unter und nicht über deinen Stand; nicht über und nicht unter dein Vermögen; nicht fantastisch; nicht bunt; nicht ohne Not prächtig, glänzend noch kostbar; aber reinlich, geschmackvoll, und wo du Aufwand machen musst, da sei dein Aufwand zugleich solide und schön.
Aha – diese Aussage lässt ja jetzt auch viel Spielraum. Aber heute sind die Kleidungsvorschriften nicht mehr so streng wie damals. Es kommt vielmehr auf den Typ und die Situation an. Bei Businessgesprächen kommt es auf den Kunden an: Welche Branche, welches Unternehmen, welcher Typ, welcher Lifestyle, welche Hobbies? Bei vielen Kunden, fühle ich mich im schicken Businessanzug superwohl, bei manchen jedoch einfach overdressed.
Aber welches Outfit passt denn nun – insbesondere, wenn ich den Kunden das erste Mal sehe? Ich habe mich dafür entschieden, beim ersten Mal lieber overdressed statt underdressed zu erscheinen. Je nach Kunde und Situation entscheide ich, ob ich mich beim nächsten Treffen kleidungmäßig umorientiere. In Jeans, T-Shirt und Turnschuhen bin ich aber bisher noch nicht eingelaufen. 
Mit diesem Vorgehen fühle ich mich wohl. Aber ist das die ultima ratio?



13.03.2007 um 07:11 Uhr
Gewiss ein heißes Thema. Vor allem stelle ich mir sehr häufig die Frage ob es zwischen Auswärtsspiel und Heimspiel ein Unterschied geben sollte, kann, muss oder darf. Sehr häufig halte ich es nämlich so, dass beim Kunden IMMER Anzug getragen wird, wenn der Kunde zu mir ins Büro kommt schon eher passend zum Rest der Belegschaft “casual”. Auch Fussballmannschaften in den oberen Ligen haben ein Heim- und Auswärtstrikot.
13.03.2007 um 13:25 Uhr
Siehst du, er schreibt lieber dir!
13.03.2007 um 20:35 Uhr
Hallo Oliver, das finde ich eine tolle Vorgehensweise. und es klingt für mich sehr authentisch. Wenn man zum Kunden geht, zollt man den erforderlichen Respekt indem man einen Anzug oder Frau ein Kostüm trägt. Und wenn der Kunde ins eigene Haus kommt, dann bekommt er an Hand des Kleidungsstils der Mitarbeiter einen sehr passenden Einblick in die jeweilige Firmenkultur.
10.05.2007 um 08:28 Uhr
Zum Thema des richtigen Outfits im Geschäft kann ich noch eine Aussage einer meiner früheren Chefs hinzufügen. Er sagte, das man mit dem eigenen Erscheinungsbild, Kleidung oder auch neudeutsch “outfit” seinen jeweiligen Gegenüber “ehrt”. Das habe ich dann für mich so übersetzt, das man je nach der Wertschätzung, die man dem gegenüber entgegenbringen will oder sollte, sein Outfit entsprechend wählen sollte. Daher scheidet für meine Kontakte mit Kunden ein Erscheinen in lockerer Kluft, ( ohne Krawatte, Jeans oder gar Turnschuhe ) aus. Ich bin allerdings in der Softwarebranche tätig und habe daher in der Regel Kontakte mit Leitenden Angestellten oder Managern in Unternehmen. Im Sportgeschäft mag das anders aussehen. Aber auch hier sollte die Qualität der Kleidung oberhalb vom Durchschnitt liegen. Aber auch Kleidung ist nicht alles. Haarschitt, Rasur ( bei Männern ), gepflegtes Äußeres müssen ebenso stimmen.
Wenn man sich vorstellt, das man den ersten Kontakt zum Kunden ausserhalb des eigenen Unternehmens, ev. beim Kunden oder auch auf Messen hat, vermittelt man über den Vertriebsmitarbeiter auch das Firmen-Image.
Schließlich gilt: Man hat nur eine Gelegenheit einen guten Eindruck zu hinterlassen. ( Nur beim ersten Kontakt, für die Non-Insider )