Vertrieb am Rande des Lochs – die Golfplatz Connection
16. März 2007 von Jochen Mayer
Sie haben es schon x mal gehört: Auf Golf- plätzen passiert weit mehr, als das Spiel mit dem kleinen Ball! Wer zusammen puttet, macht auch zusammen Geschäfte! Doch wer puttet eigentlich? Eine “kaufkräftige und meinungsbildende Zielgruppe” meint ein Golf-Marketing Dienstleister. Immer mehr “ich möchte dabei sein – Zielgruppe” sagen andere. Vielleicht steckt in beiden Sichtweisen ein bisschen Wahrheit, dann hätten wir ein Häufchen Kaufkräftiger, die ihre Ruhe haben will und ein Häufchen Meinungsbildner denen auf dem Parkplatz die Leasingfahrzeuge gehören. Vertrieblich bieten sich gleich mehrere Zugänge an:
Werbung aus der Ferne
Diese Herangehensweise ist für alle geeignet, die entweder Angst vor tiefliegenden Golfbällen, Platzverbot oder Besseres zu tun haben, zum Beispiel Weltumrundungen in einem Heißluftballon.
Die Mittel sind Scheibenwischer-Spam, Golfer Magazine und – Websites, in denen sich massenhaft Angebote und Gutscheine speziell für diese Zielgruppe praktisch streuungsfrei platzieren lassen. Wundern Sie sich bitte nicht, wenn diese Medien davon überquellen, von der Zielgruppe als lästig empfunden und wenig beachtet entsorgt werden – dies bestätigt nur dass Sie, wie alle anderen Marketingexperten, mit Ihrer einzigartigen Idee goldrichtig liegen – warum dann nicht einfach einen oben drauf setzen und mal ein richtiges Statement abgeben: Eine Rolex gratis für jeden Besteller eines Gesundheitskissens!
Bandenwerbung
Direkter, ohne gleich persönlich zu werden, ist die “on location” Werbung. Diesen Approach zur Welt des golfenden Geldes geht eine Bekannte, die Schmuck herstellt und diesen jetzt in den Vitrinen von Golfclubs ausstellt. Sie können natürlich auch ein Golfturnier sponsern oder wenigstens die Fußmatten zum Restaurant, je nach Marketingbudget.
Die persönliche Ansprache unter vermeintlich Gleichen
Das ist die vertriebliche Königsklasse! Geschäfte macht man am besten über persönliche “Relations”. Bauen Sie diese daher schnell auf, am Besten sobald Sie am Golfplatz ankommen. Das dauert nicht lange und ist eine ausgezeichnete Geschäftsbasis. Gute Verkäufer brauchen übrigens gerade mal einen 9-Loch-Platz, um zum Abschluß zu kommen. Die “Entscheider” finden es auch gut, dass Anbieter, die sie bisher schon im Büro nicht haben wollten, ihnen jetzt auch auf den Golfplatz folgen. Ein zufälliges ins Gespräch kommen über die Rasen-Situation ist oft hilfreich. Vertrödeln Sie aber bloß nicht Ihre Zeit mit Konversation, sondern formulieren Sie konkret Ihr Angebot, Ihr Gegenüber wird Ihre Direktheit schätzen, wo er doch oftmals umgeben ist, von schlechten Menschen, die sich Vorteile davon versprechen sich in seiner Nähe zu bewegen!
Die persönliche Ansprache unter wirklich Gleichen
Das kann eigentlich jeder! Wenn Sie bereits Multimillionär sind ist es ganz einfach den Golfplatz gewinnbringend zu nutzen. Vielleicht gehört er Ihnen sogar und Sie setzen ihn bereits von der Steuer ab, z.B. als Arbeitszimmer. Laden Sie von Zeit zu Zeit andere Multimillionäre ein und nutzen Sie einen sonnigen Vormittag um in entspannter Atmosphäre eine Firmenübernahme oder eine Expansion nach China zu planen.
Vertriebserfolg auf dem Golfplatz ist eine Frage persönlicher Ziele
Selbst meine Exfreundin spielt jetzt Golf und ich glaube ihr, dass sie einfach das Ambiente und die Gesellschaft mag. Wenn sich dann noch geschäftliche Möglichkeiten anbieten ist das eher ein Add On für sie. Vielleicht wird so rum ein Schuh draus. Also ganz ehrlich, ich machs ja auch – und es führt regelmäßig zu Geschäftsabschlüssen! Allerdings spiele ich nicht gerne Golf. Darum biete ich Geschäftspartnern einfach an, ihnen beim Golfen zuzugucken und den Golfbag zu tragen. Kommt kein Geschäft zustande, krieg ich wenigstens Trinkgeld.



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