3D-Fabbing um genau zu sein. Ich gebe zu, ich habe das hier zum ersten Mal live gesehen und als ich es nur Minuten später einer Kollegin berichtete, gähnte die schon gelangweilt. Vermutlich eine brand eins Leserin  („Mach’s Dir selbst" 01/2006). Nicht so der Tele- kommunikationsanbieter, der das hier ausstellt. Seine Mitarbeiter konnten mir jedenfalls nicht sagen, was es mit Telekommunikation zu tun hat.

„Fabbing" scheint sich irgendwie aus „Personal Fabrication" herzuleiten. Fabbing ist, wenn Sie sich mit einem der neuen 3D-Plotter zukünftig Ihre Gartenzwerge, eine neue Brille oder eine Zahnbürste einfach selber ausdrucken oder vielmehr eTöpfern. LEO und Wikipedia kennen es jedenfalls noch nicht und der am Stand ausliegende Prospekt des deutschen Ausstellers lag nur in englisch vor. Ganz Schnelle können sich also in den erwähnten Standardwerken noch verewigen.

Etwas teuer ist dieser Spaß allerdings schon, die eMachine gibts ab 20.000 Euro (die ganz kleine) und das Material für einen Gartenzwerg für noch mal ein paar Hunderter. Blödsinn also, denken Sie? Weit gefehlt, jedenfalls wenn es nach dem Flyer des Anbieters (oder VAR?) geht: Klingt wie der Aprilscherz eines Marketingpraktikanten oder der vorgezogene Flyer für 2017 oder eine Vorstandsanweisung, das blöde Konzentrieren auf die Kernkompetenzen endlich wieder sein zu lassen.

Wie Sie auf dem Foto vom dazugehörigen Flyer sehen können, macht diese Innovation die heimische Her- stellung von Schrumpfköpfen endlich humaner, was sind da dagegen schon monetäre Randüberlegungen? Wenn dadurch zukünftig gesellschaftliche Ressentiments gegen solche Grenzsportarten fallen werden, lassen sich sowieso ganz neue Zielgruppen erschließen. Ich selbst komme aus einer Familie traditioneller Maultaschenfalter und kenne das Bedürfnis nach Home Entertainment an langen Winterabenden auf der schwäbischen Alb nur zu gut.

Ein paar Meter weiter stellt dieser innovationsfreundliche Telekomunikationsanbieter einen 3D-Flachbild- schirm aus, der die räumliche Tiefe farbig und ohne Brillenzwang erzeugt. Sehr beeindruckend, wenn auch die beiden Standmitarbeiter, die eben noch bei Fabbing passen mussten, jetzt genau davor stehen und ungefähr zwanzig Besuchern den Blick versperren. Prima, wurde das beim Messebriefing nicht ange- sprochen? Seelenruhig beraten sie sich … Fabbing, was könnte das mit Telekommunikation zu tun haben und wird es Fabbing auch unbundled geben? Man weiß es nicht, darum hab ich es jetzt erstmal nicht gekauft. 

Ein Kommentar zu “CeBIT 2007: Vertriebskonzept für Fabbing weiter unklar!”

  1. NET- BUSINESS BLOG sagt:

    3D Identities fabben die neue Welt…

    Kaum ein Web 2.0 Thema wurde in den letzen Wochen so häufig in den Medien besprochen wie das 3D-Spektakel "Second Life". Schon mehrere seriöse Magazine wie z.B. Businessweek, Capital und auch Der Spiegel haben die Faszination der 3D…

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