Es gibt sie tatsächlich – diese seltene und fast unbekannte Menschengattung: Vertriebler, die gern zum Hörer greifen, um potenzielle Kunden anzurufen, ihre Produkte und Dienstleistungen vorzustellen und so lange immer wieder anrufen, bis sie einen Termin zum persönlichen Gespräch erhalten. Andere Verkäufer tun sich da schwerer. Sie haben Scheu davor, einfach irgendwo durchzuklingeln. Sie bekommen beim Anblick des Telefonapparates feuchte Hände, haben Angst zu stören oder eine Absage zu kassieren.
Da man sein Gegenüber nicht sehen kann – außer man hat ein Bildtelefon, aber wer hat das schon – wird die Wortwahl und die Stimme zum wichtigsten Kommunikationsinstrument. Leider sprechen viele Menschen am Telefon viel zu schnell (So labert man andere platt), zu leise oder zu monoton.
Aber Telefonieren macht doch so viel Spaß
Ich mag das Telefon sehr – da bin ich ganz Frau. Ein, zwei Stunden mit Freundinnen quatschen – das ist überhaupt kein Problem. Daher rufe ich grundsätzlich auch gern bei Kunden an. Am besten klappt es, wenn ich mich gut auf das Telefonat vorbereite. Zu einem persönlichen Kundengespräch gehen Sie ja auch nicht unvorbereitet, oder? Ich setze mir ein festes Ziel, was ich im Telefonat erreichen will, z.B. einen Termin vereinbaren. Dann skizziere ich mir den Ablauf des Telefonats als roten Faden – quasi als Sicherheit. Aber um Himmels Willen erstellen Sie sich keinen Telefonleitfaden mit ausfomulierten Sätzen, die Sie dann à la Callcenter runterrattern.
Auf ein Kundentelefonat stimme ich mich im Vorfeld positiv ein. Da fällt Ihnen bestimmt auch was Gutes ein. Vielleicht meditieren oder joggen Sie gerne oder Sie lächeln Ihr Spiegelbild an und sagen sich wie toll sie sind.
Um der Aufschieberitis zu entgehen, plane ich mir feste Zeiten zum Telefonieren ein und beginne bei mehreren Telefonaten mit dem einfachsten – meistens rufe ich eine Freundin an
. Wenn Sie bei Verkaufstelefonaten dauerhaft mit Angst, Unsicherheit oder Unlust zu kämpfen haben, hilft Ihnen vielleicht der Besuch eines Verkaufs- bzw Telefonseminars weiter.
Jochen, wann quatschen wir mal wieder am Telefon?
23.03.2007 um 12:17 Uhr
Moment, ich ruf erst schnell noch ne Freundin an!
23.03.2007 um 12:18 Uhr
Mein Tip: Vor dem Telefonat Lachgas einatmen. Das soll Stimme und laut einer Studie auch die Stimmung heben.
Seit gestern treibt mich eine potentielle Prüfungsfrage für den Vertriebsführerschein:
“Was passiert eigentlich wenn ein Vertriebler anruft und plötzlich ist auf der Gegenseite auch ein Vertriebler dran? Beide identifizieren einander als potentielle Kunden.”
26.03.2007 um 12:24 Uhr
Hallo Oliver, es wäre interessant hier mal einen Erfahrungsbericht zu hören bzw. zu lesen. Lachgas hat den Nachteil, dass es narkotisierend wirkt, wenn man zuviel davon einatmet. Alternative wäre Helium. Davon bekommt man ein lustiges Mickymaus-Piepsen. Das könnte auch die Stimmung heben
Zum Thema Vertriebsführerschein fällt mir eine Anekdote des griechischen Philosphen Sokrates ein: Ein Schwätzer wünschte, von Sokrates Rhetorik zu lernen. Dieser verlangte von ihm doppelt soviel Honorar wie von anderen. “Aber warum?” – “Weil ich Ihnen sowohl Sprechen als auch Schweigen beibringen muss”. Bei zwei Vertrieblern am Telefon ist es wünschenswert, wenn einer von beiden auch zuhören kann.