So machen Sie den Deal – mit Herz und Gefühl

10. April 2007 von Carla Breidenstein

Nehmen Sie einen kleinen knuddeligen Eisbären, der allein in einem Zoo in einer großen Stadt und ohne Eltern aufwachsen muss. Mit großen Knopfaugen, einem schwarzen Stupsnäschen, Steifftierohren und einem flauschigen weißen Fell. Fertig ist Ihre emotionale Werbefigur. Bauen Sie um diese Gestalt herum eine rührselige Story über ein kleines Tierwaisenbaby und einen Tierpfleger in Menschenform, der wie ein richtiger Bärenpapa ist. Streuen Sie eine Prise Werbung und Öffentlichkeitsarbeit dazu und lassen Sie sich von einem Schokoladenhersteller sponsern. Wenn Sie alles gut verrühren, vermarkten Sie einen durchschnittlichen deutschen Großstadtzoo mit großem Erfolg.

An Ostern sollen es über 40.000 Menschen pro Tag gewesen sein. Laut Spiegel-Online sorgte die österliche Knutmania zu einem Chaos im Berliner Zoo. Die emotionale Verkaufsmaschinerie läuft auf Hochtouren seit der kleine Eisbär am 5.12.2006 geboren wird und fortan im Berliner Zoo lebt . Als dann böse Tierschützer angeblich den Tod des hilflosen Tierchens fordern, läuft ein Sturm der Entrüstung durch unser Land. Das Geschäft läuft seit dem noch besser -  alle wollen Knut sehen.

Das Beispiel Knut im Berliner Zoo zeigt: Die rührige Werbefigur in Form eines kleinen Eisbärbabies füllt die Kassen. Und da soll noch mal einer sagen, dass sich Emotionen nicht verkaufen lassen. Menschen lieben Gefühle und den rein rational denkenden Sachkunden gibt es nicht.

Wenn Sie gerade keinen putzigen Eisbären mit Namen Knut in Ihrer Tasche haben, ist Ihrer Kreativität für die Gestaltung einer eigenen niedlichen Werbefigur keine Grenze gesetzt. Sprechen Sie die emotionale Seite Ihrer Kunden an. Wenn Sie das Herz Ihrer Kunden gewinnen, werden Ihnen die Menschen Ihre Produkte und Dienstleistungen aus den Händen reißen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine schöne und gefühlsvolle Woche mit  vielen originellen Ideen für Ihre eigene Werbefigur. Schicken Sie uns Ihre  Entwürfe, die emotionalsten  Werbefiguren  veröffentlichen wir gerne  bei No Big Deal. 

Ein Kommentar zu “So machen Sie den Deal – mit Herz und Gefühl”

  1. Oliver sagt:

    Schönes Thema.
    In der Softwarebranche wird die emotionale Bindung eins Tiermaskottchens seit langem schon ausgenutzt.

    Dass Linux so populär wurde ist wohl nicht zuletzt der Putzigkeit eines Kaiserpinguins zu verdanken.

    Gerade aus dem Opensource-Bereich gibt es viele Beispiele:
    Der EJB http://jonas.objectweb.org/ nutzt einen knuddeligen Wal alias “Free Willy”, der ESB http://mule.mulesource.org/ einen sturen Esel und http://ant.apache.org/ die Ameise.

    Ein u.A. durch Second Life angefachter Trend geht neuerdings in Richtung virtuelle 3D-Maskottchen, als modifizierbare (und “lebende”) Avatare.

    Unser jüngstes Beispiel der Vermarktung eines Softwareproduktes über “Die Produktmanagerin” folgt diesem Trend.

Ihr Kommentar: