Kleider machen Leute: Nur für welchen Preis?

18. April 2007 von Carla Breidenstein

Wir haben Anfang März bei No Big Deal darüber berichtet: Was trag ich bloß beim Kunden – Anzug oder Jeans? Jetzt können Sie loslegen und richtig teure Klamotten einkaufen. Zum einen kommen Sie damit beim Kunden besser an, zum anderen besteht eine klitzekleine Chance ein Teil Ihrer Ausgaben bei der Steuer geltend zu machen. Die Financial Times Deutschland hat das Thema aufgeriffen und schreibt sinngemäß:

Wer erfolgreich sein will – muss sich gut anziehen – und das kann schon mal mehrere Tausend Dollar kosten. Das behauptet jedenfalls die ehemalige Angestellte einer Investmentbank vor einem US-Steuergericht. Im Jahr 2002 hatte sie rund 63.000 $, mehr als 50 % ihres Jahreseinkommens, für Klamotten ausgegeben. Die Kleider trug die Dame 1-2-mal, dann war das Outfit abgetragen und konnte nur noch für wohltätige Zwecke gespendet werden. Diese Wohltätigkeit wollte die Finanzerin mit 49.000 $ steuerlich geltend machen.

Ein Luxusexperte aus der Beraterriege setzt noch einen drauf: "Diese Summe sei ziemlich knapp bemessen. Wenn ein Investmentbanker mit Kleidung bei Kollegen und Kunden gut ankommen wollen, müssten sie locker so viel ausgeben. Das gelte für Männer wie für Frauen." Um den Beweis für seine starke Behauptung anzutreten, ging der luxuriöse Consultant mit einer Journalistin einkaufen: ein feudaler Hosenanzug von Armani für knapp 3.000 $, ein Chanel-Kostümchen für fast 6.000 $, ein einfacher schwarzer Rock für satte 865 $, diverse Accessoires für 1.500 $ sowie zwei Paar Schuhe für zusammen knapp 1400 $. Noch ein Blüschen hier und ein paar Dingelchen da – schwuppdiewupp, macht zusammen in zweieinhalb Stunden an die 63.000 $. Cool – will auch.

Bei den Männern siehts übrigens nicht besser aus. Von wegen, der Mann braucht weniger im Kleiderschrank. Die Herren waren auch einkaufen und kamen nach zwei Stunden auf über 60.000 $.

Übrigens: Das US-Steuergericht hat die Forderung der Superbankerin zurückgewiesen. Mit der Begründung, dass die Kleider so viel nicht Wert seien. "Sie könne 8949 $ absetzen. Und sie muss 14.649 $ Steuern zahlen.

Egal – das probiere ich auch aus. Mal sehen in welcher Höhe ich meine Klamotten beim Vater Staat in Rechnung stellen kann. Ich muss jetzt dringend los – habe superwichtige Termine auf der Goethestraße in Frankfurt: Bei Chanel, Armani, Tiffany & Co., Chanel  und nicht zu vergessen ….  die erfolgreiche Frau von heute oder auch der Teufel trägt ja Prada.

Ein Kommentar zu “Kleider machen Leute: Nur für welchen Preis?”

  1. Jochen sagt:

    Mich ärgert dies schon lange. Ich laufe in der Freizeit genauso viel oder wenig mit Anzug und Krawatte rum wie ein Koch mit einer hohen Mütze. Der kann es absetzen, ich nicht. Wobei ich mich wundere, dass ich mich auch für den Bruchteil der genannten Beträge ganz gut im Geschäft halten kann. Was ist eigentlich mit den Beschaffungs- und Reinigungskosten?

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