Frauenpower garantiert steigendes Bruttoinlandsprodukt
27. April 2007 von Carla Breidenstein
Und zwar laut einer Studie von Goldmann Sachs um satte neun Prozent! Das wäre ein Wohlfahrtsgewinn von 200 Mrd. Euro. Bremsen wir unser eigenes Wachstum, weil wir uns im Schneckentempo weiter entwickeln? Vermutlich würde die Wirtschaft in Deutschland ewig blühen, und in den Flüssen Milch und Honig fließen – vorausgesetzt mehr Frauen würden trotz Familie arbeiten. Als emanzipierte Frau brennt es mir auf der Seele, das Thema "Wer ist die bessere Vertrieblerin: Frauen oder Männer?" so noch einmal aufzugreifen. Die Financial Times Deutschland (FTD) hat zur der Studie "Mehr Frauen im Job" einen Artikel veröffentlicht, der mir zeigt: Wir leben in der Steinzeit – zumindest was die wirtschaftliche Integration der Frau anbetrifft. Hoffnung gibts dennoch und zwar durch vier Lösungsansätze:
- bessere Steueranreize entwickeln
- die Rentenpolitik anpassen
- mehr Kinderbetreuungsangebote anbieten
- die Einstellung "Frauen an den Herd" aus den Köpfen löschen
Warum schaffen angestellte Mütter in Lohnsteuerklasse V?
Und die Männer meist in der III? Frauen verdienen als Zweitverdiener weniger als Männer und zahlen mehr Steuern? Fragwürdige Lösung, denn für die Frau ist das kaum ein Anreiz. Ich habe ausgerechnet: Bei einem Einkommen von 1.100 EUR brutto abzüglich aller Steuern und Sozialabgaben bleiben knapp 590 EUR übrig. Das sind 53 Prozent Abzüge. Also, was tun? Alle Mütter könnten sich selbstständig machen, oder die Väter machen zukünftig die kleinen Jobs und die Frauen Karriere. Oder der Staat erhöht endlich die Hundesteuer.
Warum malochen Männer in ihrem Berufsleben länger als Frauen?
Männer schaffen bis zum 65. Lebensjahr, Frauen müssen mit 63 aufhören. Wozu soll das gut sein? Zumal die Lebenserwartung bei Frauen mit über 80 Jahren circa sechs Jahre höher ist als bei Männern. Wir Frauen werden vermutlich deshalb so alt, weil wir ja nichts schaffen und uns schon früh aufs Ruhekissen legen. Pah, und das bisschen Kindererziehung dazu. Lächerlich. Liebe Männer, es ist Rettung in Sicht: Bald malochen wir alle bis 67.
Warum gibt es so wenig Kinderbetreuungsplätze?
Mit Glück und einer guten Infrastruktur können Sie Ihr Kind ab drei Jahre ganz gut unterbringen. Aber davor: gähnende Angebotsleere. Soll die Frau drei Jahre zu Hause bleiben? Ist ganz praktisch – denn Frauen im Erziehungsurlaub fallen aus der Arbeitslosenstatistik raus. In Frankfurt gibt es einen ganz guten Ansatz. Neben der Betreuung in Kindertageseinrichtungen können Eltern ihr Kind bei einer Tagesmama abgeben. Junge Mütter bilden sich zur Tagesmutter (ha – schon wieder: Wo ist der Tagesvater?) aus und betreuuen nach bestandener Abschlussprüfung kleine Menschen. Die Stadt arbeitet an neuen Betreuungsmöglichkeiten, für die 0-3 Jährigen; aber das braucht eine laaaaaaange Zeit – die Tagesmama ist der Turn-over.
Warum ist die Einstellung "Frauen an den Herd" so verbreitet?
Zumal diese Aussage sehr fragwürdig ist. Denn: Was sind die meisten Meisterköche in Deutschland? Na – was wohl – Männer! Mann als Hausmann ist gefährlich – zumindest für den Mann selbst. Gibt er zu gerne zu Hause die Kinder zu hüten, erntet er ein süffisantes Lächeln und wird als "Weichei abgestempelt. Da gehört eine große Portion Mut und Selbstvertrauen dazu, Hausmann zu werden (Geben Sie mal aus Spaß "Hausmann" und "Hausfrau" in Google ein – da hat der Hausmann nix zu lachen). Die Männer sind eben die Jäger und Sammler, wo bei wir wieder in der Steinzeit wären. Ich höre aber auch immer wieder von dem Typ Frau, die das Familienleben wirklich liebt, keine Lust mehr auf einen unbefriedigenden Job hat oder die leidende Einstellung lebt: "Was soll ich den machen. Mein Mann besteht darauf, das Geld zu verdienen. Der würde nie zu Hause bleiben."
Vor dem Hintergrund des fortschreitenden demografischen Wandels, einer zu niedrigen Geburtenrate und der weiter steigenden Lebenserwartung lassen Sie uns endlich in die Neuzeit durchstarten und Frauen und Männer gleichberechtigt am Berufsleben teilnehmen. Überschriften wie "Endlich Babyboom in Deutschland", "Das Bruttoinlandprodukt schnellt um 5 Prozent nach oben", "Verband der Hausmänner schafft innovative Betreuungsangebote", "Endlich keine Lohnsteuer mehr zahlen" würden unserer Presselandschaft gut stehen.



03.05.2007 um 18:08 Uhr
Wieso möchte man ein Kind bekommen, dass man dann so schnell wie geht zu fremden Menschen in Pflege gibt?
Dann Kindergarten, dann Schule und wenn der Bengel dann mit 15 keinen Pfifferling taugt warens halt die anderen.
Wieso träumen Frauen von einer Emanzipierten Welt, scheitern aber schon beim nächsten Winterreifenwechsel.
Einer Welt in der Männer die Kinder zu Hause Erziehen. Und wenn der Weichspüler daheim dann alles gebacken kriegt fehlt dem Weibe ein Mann nach “altem Muster” an den sie sich anlehnen kann?!
Wieso das?
Ich verstehs ned.
Wenn die die Klassischen und Altbackenen Domänen der Frau von Ihr aufgegeben werden, dann muss der Mann es nur noch schaffen selbst Kinder zu kriegen. Dann kann er alles selbst, und die Frau nicht mehr nötig.
Bis die Tage
07.05.2007 um 00:11 Uhr
Hi Elvis,
die Untauglichkeit der Menschheit auf die Berufstätigkeit der Frau zu beziehen ist etwas übertrieben oder auch antiquiert, meinst Du, er, sie, es nicht oder nicht? In einem Satz Weichspüler und “wenn wir dann schon alles machen müssen, dann brauchen wir nix weibliches” zu thematisieren finde ich ebenfalls gewagt. Hat etwas von letztem Aufbegehren…ich kann Kinder kriegen, Geld verdienen, spülen, auch habe ich den Winterreifenwechsel im Griff – mal mehr mal weniger, aber das hat eher etwas mit der “Beauftragung” zu tun (oder legst Du selbst Hand an?)…
Ich finde auch hier den Ansatz der Coopetion mehr als reizvoll, ich mag die fortschrittliche Zusammenarbeit und das “sich ergänzen”. Du verweilst offensichtlicht lieber in der Vergangenheit…Betrifft das ebenfalls Deinen Vertriebsstil, oder was machst Du im wirklich Leben?
Einene schönen Abend und freue mich auf weitere “Reibungen”;-)!
Kat.
P.S. es gibt doch einiges, was zu zweit so viel mehr Spaß macht…zugegeben eine Frau ist an der Stelle nicht immer von Nöten, eine weitere Person schon…;-)
07.05.2007 um 13:37 Uhr
Hi Kat
ich finde zwischen den Geschlechtern kommt die Menscheit recht tauglich (sich ergänzend) weiter.
“Reibungswärme” entsteht erst durch zu Emanzipierte Einstellungen. Ganz gleich von wem losgetreten.
Ich denke, lebe und handle Zeitgemäß.
In manchen Punkten vielleicht zu Fortschrittlich.
Aber, ich hänge auch an den guten alten Zeiten.
Wir würden uns bei einigem viel leichter tun.
Das schöne ist, jeder Topf besitzt (hoffendlich) die Fähigkeit den für sich passenden Deckel zu finden.-)
Die zwei rechten Hände werden selbstverständlich von selbst angelegt.
Damit die Räder auch sicher durch den Winter Rollen ,-)
Elvis