Verlassen Sie Ihre Firma!
05. Juli 2007 von Jochen Mayer
Haben Sie es satt Produkte zu verkaufen, die keiner will, mehr Konkurrenten als Kunden zu kennen und zudem zu teuer und mit mäßiger Qualität anbieten zu müssen, wo schon zehn Anbieter vor Ihnen waren und zehn andere nach Ihnen kommen werden?
Haben Sie es satt, immer die gleichen hohlen Phrasen als Verkaufsargumente benutzen zu müssen? Haben Sie bereits Mitleid mit Ihren Kunden oder wenigstens jedes Verständnis, wenn Sie nichts von Ihnen kaufen wollen?
Scheiß Job, hätten se mal studiert! … ach, haben Sie. Dann machen Sie doch mehr Networking, achten Sie mehr auf Ihre Körpersprache, kaufen Sie sich einen schickeren Anzug, machen Sie einen Rethorikkurs und reden Sie schneller! Oder werden Sie doch authentisch und nachhaltig und überzeugend.
Oder verlassen Sie Ihre Firma! Retten Sie Ihre Firma nicht vor dem bankrott, sie hat ihn verdient! Wenn Ihnen die Firma selbst gehört, verlassen Sie sie als Erster! Wenn Sie noch da sind, dann sind Sie vermutlich Firmenversteher oder Programmierer oder haben ein Verhältnis mit dem Chef.
Mal ehrlich. Wenn in der Straße, in der Sie wohnen, bereits 10 Bäckereien sind, machen Sie dann die Elfte auf? Das machen Sie doch nur, wenn Sie glauben schönere, größere oder billigere Brötchen backen zu können oder ein unschlagbares Vertriebskonzept haben? Wenn nicht, gehen Sie nach China und machen da Ihre Bäckerei auf. Allein auf weiter Flur. Da werden die aber staunen die Chinesen!
Und Vertrieb macht dann auch wieder Spass! Man muss nicht mal die Landessprache beherrschen, allenfalls Zahlen auf die Speisekarte schreiben. Und Werbung? Mundpropaganda, sorry, Empfehlungmarketing meine ich natürlich, genügt völlig.
Ehrlich, ich glaube das in vielen Firmen das Marketing schuld ist, dass der Vertrieb oversophisticated sein muss, um verkaufen zu können.



05.07.2007 um 11:32 Uhr
Ganz ehrlich?! Ich glaube, es ist immer der Chef oder auch die Chefin;-)!
Wie kann er es sich leisten, Entwickler, Produktmanager, Vertriebsmitarbeiter und Marketingmanager zu engagieren, die “nix taugen” oder sich als Individien in ihrer “Expertise” viel zu wichtig nehmen. Kein Kommunizieren oder von einander profitieren. Gemeinsame Ziele & Erfolge? Fehlanzeige! …. hmm, vielleicht ist das genau der Punkt, der Chef leistet es sich nicht, sondern er ist dafür verantwortlich! Wenn nicht er, wer soll dann wissen, wohin die Reise geht? Wer soll die Perspektive (Ziele) und Vision (Erfolge) des Unternehmens festlegen?
Das erleichtert das Entwickeln, Kommunizieren und Verkaufen maßgeblich! Jeder Part – sei es Marketing, Vertrieb, Entwicklung – ist wichtig, damit das Unternehmen dynamisch erfolgreich sein kann. Und wenn es daneben geht, trägt jeder eine Mitschuld, die Hauptschuld aber immer Chef;-)…
Einen schönen Tag,
Katrin
05.07.2007 um 11:50 Uhr
Ja! Es gilt nach wie vor, dass der Fisch vom Kopf her stinkt. Auch jurisitsch gesehen gibt es nur einen Gesamtverantwortlichen: Der Unternehmer – egal, ob das fallweise ein Inhaber, die Gesellschafter, eine Körperschaft oder die Aktionäre sind. Unternehmerische Visionen kann man nicht ans Marketing delegieren!!
05.07.2007 um 16:36 Uhr
Unternehmerische Visionen ebenso wenig wie deren Umsetzbarkeit…!
05.07.2007 um 16:47 Uhr
Wenns schwierig wird, einfach verpxxxn?
So gesehen wäre ein Vertriebler der faulste Hund….
Wenn der “Fischkopf” etwas vorlebt, dann wird die Gefolgschaft (Marketing, Vertieb sonstwer) nicht daneben treten.
Elvis
05.07.2007 um 16:48 Uhr
nehmen wir Steve Jobs. Was bitte hätten wir die letzten Tag vom neuen iPhone mitbekommen? Nichts, aber auch gar nichts.
Sein Marketingheer schafft es ein gnadenlos überteuertes Handy mit Commodity-Funktionen derartig zu promoten, dass sich schon eine Nacht vor dem Verkaufsstart Menschenschlangen bildeten. Nicht nur Kids, sondern auch die grauhaarige Gesellschaft wird von diesem Hype erfasst.
Steve Jobs ist nach wir vor der innovative Kopf, der gerne neue Dinge selbst verkündet. Doch nur die Macht seines Marketings hat er seine gegenwärtige Popularität zu verdanken.
Ich vote für Marketing und gegen tollpatschigen Vertrieb.
05.07.2007 um 17:05 Uhr
Ufff – danke … und ich dachte schon, niemand wäre bereit das Marketing zu retten! Aber ist das IPhone wirklich so schlecht?
05.07.2007 um 17:33 Uhr
Mir fallen da diverse Beispiele ein, an denen man sehen, kann, dass Marketing und Vertrieb zusammenarbeiten sollte. Sonst verpufft, das Marketing und der Vertrieb hat es viel schwerer, die Produkte am Markt zu platzieren.
Toll, dass McDonalds eine Kooperations mit diesem Strohhalmhersteller mit Erdbeer und Schokogeschmack hatte. Ich wollte sie kaufen und ausprobieren, aber irgendwie war der Handel noch nicht involviert;-)…monatelang konnte man die Dinger nur in Kombination mit dem Happy McMeal für Kids bekommen. Das war mir dann doch ein wenig peinlich – bei all meiner Liebe zu McDonalds;-). Seltsame Marketing- Vertriebsstrategie…
Katrin
P.S.: momentan wir man übrigens bei REWE mit den Strohhälmen zugeschmissen, ich habe sie probiert. hmm, wahrscheinlich ist nach dem langen auf das Produkt warten, meine Erwartungshaltung leicht erhöht, aber sie sind eher “okay”. Wer möchte, habe noch ein paar zur Probe…:o)
06.07.2007 um 00:06 Uhr
Die Company hier http://www.unistraw.com produziert neben solchen Strohhälmchen noch viele ähnliche Dinge.
Marketing scheint zu funktionieren, gespannt darf man auf die Logistik sein – die Firma kommt von Down Under.
06.07.2007 um 08:13 Uhr
Ich habe mal in einer Abhandlung über Leadmanagement so was ähnliches lesen müssen, das es zwischen Vertrieb und Marketing sowas gäbe, wie eine natürliche Barriere, die geradezu gegenseitigen Widerspruch erzeuge. In dem Unternehmen in dem ich tätig bin ( Abteilung Vertrieb ) treffe ich auf einen Marketing”fach”mann, der diese Abhandlung zu kennen scheint und speziell diesen Passus wohl als als Handlungsgebot versteht. Aber aus der Froschperspektive sieht man das mitunter so. Vielleicht muß man sich als Indianer ab und zu mal der Selbstkritik unterziehen. Aber da finde ich im Moment nicht kritikwürdiges. Hier würde eine klare Vorgabe aus der GL schon helfen……
Aber die machen auch nicht das was ich für richtig halte. Was jetzt?
09.07.2007 um 17:05 Uhr
Puh, immer gleich die Firma verlassen. Wie wärs mal mit ein bißchen mehr Mut? “Geigen” Sie den Fischköpfen die Meinung – qualifiziert natürlich – und lassen Sie die Polemik gleich mal weg. Wie wärs mit einem neuen Konzept. Das wirkt Wunder. “Und wenn man mich feuert?”, denken Sie jetzt! – Na und, Sie wollten ja eh gehen… Und ganz sicher werden wir in Kürze feststellen, dass die in China irgendwie doch anders ticken, und denken. Aber dann bleibt ja noch Indien als Ausweg… die Menschen werden ja bald dort noch viel mehr sein als in China…
Suchen Sie also die Nische, oder werden Sie Massenhersteller… funktioniert beides. Versuchen Sie’s bloß nicht mit “In between”
31.08.2007 um 17:14 Uhr
… jaja mehr Mut – doch was ist mit dem Mut, wenn er schon 7 Jahre dauert, wenn 7 Jahre qualifiziertes Arbeiten und Warnen vor Verlusten aufgrund der schlechten Gesamtleitung nicht ausreicht? Was, wenn Arbeitsverträge von Generalisten kaum kündbar sind, nach heutigem Recht und der Gernalist lieber dort gelassen wird – er tut ja keinem weh wenn auch unfähig – bevor man horrende Abfindungssummen zahlt.
DAS ist auch kein Weg aus dem Dilemma – leider jedoch auch üblich im Deutschen Mittelstand, wo Abfindungssummen nicht so schnell gezahlt werden können und Manager daher auf ihren Posten “bleiben dürfen” in der Hoffnung, dass sie nicht zu sehr stören……