Was Recaro, DHL und Fiat gemeinsam haben
10. Dezember 2007 von Georg Blum
Wenn Sie bisher DHL als Auflieferer von Päckchen betrachtet haben, dann sollten Sie langsam aber sicher Ihr Bild verändern. Warum? Kurzer Exkurs: Sie kennen Recaro als Hersteller von Sitzen für Autos, Flugzeuge oder teure Auswechselspieler am Rand der Bundesligaspielfelder. Nach wie vor liegt der Schwerpunkt von Recaro im Sektor der Automobilindustrie.
Nur nicht alle Anforderungen der Hersteller lassen sich für Recaro realisieren. Z.B. würde man gerne für den Fiat 500 produzieren, aber eine tagesgenaue Anlieferung ist bzw. war bis jetzt in einer vernünftigen Kosten-/Nutzen-Relation nicht zu machen. Ja, bei Fiat, Sie erinnern sich an einen meiner Newsletter oder einen Artikel in der FAZ, sind andere Zeiten angebrochen. Die Entwicklungs- und auch die Produktionszeit eines Autos wurden extrem verkürzt. Was somit die Lieferanten auch vor neue Herausforderungen stellt.
Nun wollte sich Recaro nicht das Leder über die Ohren ziehen lassen und dachte kreativ nach. Der Partner DHL, der für schnellen Lieferservice bekannt ist, bot sich an, auch die Montage der Sitze zu übernehmen. D.h. DHL bekommt die Teile eines FIAT 500-Sitzes zur Verfügung gestellt, montiert den Sitz in den notwendigen Intervallen für Fiat zusammen und liefert für Recaro die Sitze wunsch- und zeitgerecht aus.
Dieses neue Modell der Zusammenarbeit hilft allen. Recaro weitet seine Angebotspalette aus und kann seine Kundenwünsche besser erfüllen. DHL entwickelt neue Kompetenzen rund um das Ausliefern von Produkten. Beide weiten Ihre Kundenbeziehungen aus. Und der Fahrer eines Fiats 500 – das behaupten zumindest Spötter – fährt ein nettes, kleines Auto, bei dem die Sitze teurer sind als der ganze Rest des Autos.

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