Der “Casual Friday”
14. Dezember 2007 von Christian Spin
X-Mas steht vor der Tür, Santa Claus spannt den Schlitten vor seine Rentiere.
Und ich?
Ich sitze am Schreibtisch, wartend auf den Conference Call aus dem Department. Könnten wir nicht mal ein richtiges Meeting machen, gelauncht schon einige Tage vorher mit einer prima to do list für Alle?
Also mal ganz ehrlich, wenn ich als Sales Manager heute mit meiner Frau beim shopping in die Rolle des Chief Procurers schlüpfen dürfte, ich würde es sofort machen. Ist ja auch mal was feines, die Verkaufsgespräche in der DOB (Damen-Ober-Bekleidung) zu verfolgen. Da wird noch deutsch gesprochen. Herrliche Passform, steht Ihnen umwerfend, vielleicht rutscht auch mal ein “echt chic” über die Lippen der attraktiv zurecht gemachten (sorry: flott gestylten) Verkäuferin. Das wars dann aber auch.
Und erst der Weihnachtsmarkt, Glühwein aller Orten, o.k., verstanden. Aber Spare Rips und Backed Potatoes, Crunching Peanuts, zum Nachtisch dann Strawberry on Ice für die Lady des Hauses wer das nicht mag, nimmt einen Cream Coffee. Na Monsieur, dürfen es heute vielleicht Chicken Nuggets (all you can eat) sein?
Danke, mir reichts. Warum gibt es hier keinen altdeutschen Apfelkuchen mit Rosinen und Schlagsahne, dazu eine Tasse Kaffee? Stattdessen werde ich heute noch Forecasts erstellen müssen und am Nachmittag die Kiddys zum Kindergeburtstag bringen. Auf der Einladungskarte stand: “Happy Birthday, wir feiern mit Burgern im Kids Planet!”Ich bin ja schon froh, dass es kein Candle-Light Dinner wird und das Coming Home auf Zwanzig : Null Null, was soviel heißt wie “Abends um Acht” terminiert ist. Genug der Ausschweife, noch ist Business Time.
Verstanden? Es ist belustigend und beängstigend zugleich. Wir sollten uns alle ein ganz kleines bisschen Mühe geben, unser Gegenüber nicht mit einem sonderbaren Sprachgebrauch zu überfallen. Die wenigen Fachtermini sind genehm, ansonsten: Wie wäre es dann wieder mal mit verständlichem Sprachgebrauch?
Ein guter Vorsatz für das Neue Jahr, oder?
Für alle, die sich nie an diesen Sprachgebrauch gewöhnen können, gibts abschliessend wärmende Worte:
Allen Lesern ein geruhsames, friedliches und besinnliches Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch ins Jahr 2008.
Ich melde mich im Neuen Jahr wieder zurück.
Machen Sie Gutes Besser!
Frohe Weihnachten.


7 Leserbewertungen: Ø 3.29 Sterne (Bewerten des Beitrags durch Klicken der Sterne)

16.12.2007 um 10:35 Uhr
Hallole Christian,
au mir beim D. sinn froh, dass ma wiedda zum Deutsch zruck gfunda händ: Mir könnet elles – aussa Amerikaaanisch!
Commitment -> hemmer ausgmacht
Workflow -> so wurds gmacht
Leadership -> dia wo sage wies gmacht wird
Meeting -> zamma hocke
Cluster -> ä Päckle
Clustern -> Päckle macha
Feedback -> saga was bassiert isch
Fuel economy -> Sprit spara
Lifecycle -> so ald wies wurd
Controlling -> noch am Geld gugga
Lobbying -> rumkriega
Senior Manager -> Scheff
Chairman -> Scheff
Chief Engineer -> Scheff
Manager -> Scheffle
Team Leader -> Scheffle
Executive Commitee -> elle große Scheff
Aging workforce -> alde Kollega
Handout -> ebbas zom mitgeba
Onepager -> uff oem Blatt
Features -> Lombakruscht
After sales -> Kondadienscht
Benchmark -> gugga was/wies de andere dend
Brief(en) -> eilerna/sage was goht
Cup holder -> Tassahalter
Keyless go -> ohne Schlissl fahra
Air scarf -> warms Gnick
Airbag -> Luftgugg
Tire fit -> Flickzeug
Corporate -> mitnander
Research -> bästla/probiera
Development -> probiera/bästla
Jetzeddle, machet ebbs draus Leit!
16.12.2007 um 10:59 Uhr
Supergenial Ralf!
19.12.2007 um 16:36 Uhr
“Nach dem Meeting gehen wir noch ins Office und machen das Briefing fürs Doing.”
Und das ist jetzt nicht erfunden, der Spruch stammt tatsächlich aus dem täglichen Sprachgebrauch einer real existierenden Firma!