Google: Supermarke is watching you

12. Mai 2008 von Carla Breidenstein

bulb.jpgGehören Sie auch zu den Menschen, die täglich im Internet googeln? „Herzlichen Glückwunsch“. Gemeinsam sind wir stark und haben mit unserer Googelei die Suchmaschine zur teuersten Marke der Welt gemacht. Google ist so attraktiv, dass sogar der Duden das Verb „googeln“ als Synonym für „mit Google im Internet suchen“, aufnahm.

Laut dem Marktforschungsunternehmen Millward Brown beträgt der Markenwert von Google satte 86 Milliarden US-Dollar. Das ist ungefähr soviel, wie der gesamte Militärhaushalt der Chinesen oder das Bruttoinlandsprodukt von Iowa. Das kostbarste deutsche Label ist nebenbei bemerkt BMW. Die Bajuwaren belegen Platz 17 mit 28 Milliarden Dollar. Ein eher läppischer Betrag, wenn man bedenkt, dass das Gleiche in der Privatschatule des reichsten Mannes der Welt, dem Investor Warren Buffet, liegt.

Sage mir, was du suchst, und ich sage dir, wer du bist

Google ist zwar die weltweit kostspieligste Marke, parallel steigt aber auch die Zahl der Kritiker. Mittlerweile lässt sich so viel schimpfen, dass man ein ganzes Buch damit füllen kann. Gerald Reischl hat das getan und sich monatelang mit dem Suchmaschinenkonzern beschäftigt. In seinem Buch “Die Google-Falle” warnt er vor der unkontrollierbaren Macht des Unternehmens.

Google speichert im Übrigen alle Nutzerdaten 18 Monate lang und legt detaillierte Profile über uns an. Keiner weiß, was die Firma mit diesen Daten macht oder wer Zugang zu den Datenbanken hat. Nichts bleibt geheim, alles kommt raus: Wer sind die User? Wonach haben sie im Netz gesucht? Klicken sie in den Laufshop oder auf Sexseiten?

Seit Google uns Nutzern unzählige kostenfreie Software-Tools zur Verfügung stellt, ist das Unternehmen zu einem noch größeren Datensammler geworden: Daten werden gesammelt, gespeichert, analysiert und wir wissen es nicht, wofür, verwendet. Ist das nicht erschreckend?

Wussten Sie übrigens, dass …

eine einzige Suchanfrage bei Google inklusive Indexanzeige einen Energieaufwand von acht Watt erzeugt? Wer nur fünfmal nach irgendwelchen Begriffen sucht, verbraucht mit ein paar Klicks den gleichen Energieaufwand wie eine 40-Watt-Birne, die eine ganze Stunde Licht spendet. Einfach mal so zum Nachdenken.

3 Kommentare zu “Google: Supermarke is watching you”

  1. Jochen sagt:

    Rechnung falsch? Ralf Rosskopf hat mit den gleichen Verbrauchszahlen neulich schon über die Mitschuld von Google am Abschmelzen der Pole geschrieben (). Eine Googlesuche geht sehr sehr schnell. Mann kann das oben rechts am Bildschirm selbst ablesen. Sobald die Ergebnisse angezeigt werdenb steht da sowas wie “1-10 Ergebnisse von 395.000 für “Arne Jacop” in 0,24 Sekunden. Noch nie gesehen? Die Suche nach “BMW” dauert eim Übrigen eben 0,05 Sekunden. Selbst wenn wir annehmen, dass die 8W pro Suchanfrage richtig sind, dann sind das also keine Stundenverbräuche, sondern Zehntelsekundenverbräuche. Die Lampe würde also nur einmal kurz blitzen.

  2. Oliver// sagt:

    google ist definitiv (bisher) nicht böser als es die Post oder der Telefonanbieter in den vergangenen Jahrzehnten waren. Die staatlich, monopolisierten Konzerne bekamen immer schon mit mit wem du, wie lange, wann kommunizierst, welche Gewohnheiten du hast, wann du im Urlaub warst.
    Viel dramatischer wie Google sind Möglichkeiten in der mobilen Kommunikation, wenn sie tatsächlich ausgeschöpft werden würden.
    Mit deinem Handy ist der Provider in der Lage einen Grossteil deines ganzes Lebens aufzuzeichnen. Und zwar nicht nur wie lange mit wem telefoniert, sondern wo du zum Zeitpunkt X in deinem Leben wie lange warst.

    Wenn man darüber mal genau nachdenkt und dann die Android-Entwicklungen von Google beobachtet, wird klar was daraus erwachsen kann. Ich google mal nach “neue Identität”.

  3. Carla sagt:

    Hi Oliver, warst du schon erfolgreich auf der Suche nach einer neuen Identität? Wahrscheinlich werden wir sowieso ständig und überall überwacht: In der Firma, beim Einkaufen oder beim Autofahren. Und die Spitzelaffäre beim Telefonanbieter ist wahrscheinlich nur die Spitze des Eisberges. Erschreckend!

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