Waschmaschinen leben länger mit …
25. September 2008 von Carla Breidenstein
… ja mit was eigentlich?
Meine Blomberg-Waschmaschine hat dieses Jahr Geburtstag. Sie wird zehn Jahre jung und erfreut sich bester Gesundheit. Die kleine Blomi, wie ich sie liebevoll nenne, hat mir immer Freude bereitet. Sie hat nicht einmal gemuckt oder gar den Geist aufgegeben. Stolz sage ich: „Sie läuft und läuft und läuft und läuft.“ Was man lieb hat, darum sorgt man sich. So liegt mir das Wohlbefinden der Blomi am Herzen. Fragen wie „Stecke ich zuviel Wäsche rein?“, „Verträgt sie die Waschnüsse überhaupt?“ oder „Hoffentlich zerstört das zerflädderte Taschentuch nicht ihr sensibles Innenleben?“ beschäftigen mich seitdem. Am allerallerschlimmsten ist die jedoch die Sorge, dass das sensible Haushaltsgerät vom gemeinen Lochfraß dahingerafft wird. Manipuliert vom Fachmann Dieter Bürgy aus Leimen bekomme ich von Schlagworten wie „Kalkablagerung“, „Verschleiß“ und „verkürzte Lebensdauer“ ein schlechtes Gewissen.
Klar pflege ich meine Blomi. Ich reinige regelmäßig die Waschpulverschublade, die Gummidichtung hinter dem Bullauge und das Flusensieb. Aber reicht das wirklich aus, oder sollte ich meinem besten Stück endlich mal eine Wasserenthärtungskur spendieren? Ich werde unsicher und rechne nach. 42 Tabs Calgon kosten 12 EUR. Der Familienhaushalt verschleißt mindestens vier Packungen pro Jahr. Macht knapp 50 EUR. Eine gute Waschmaschine bekommt man für 400 EUR. Aha, nach acht Jahren könnte ich mir eine nigelnagelneue Maschine kaufen, wenn ich das Geld spare. Und mein Goldstück läuft ohne Wasserenthärter schon 10 Jahre. Was ist denn nun richtig?
Bei Elektro Josten im Internet finde ich die Antwort: Heutzutage sind Wasserenthärter Bestandteil der meisten Waschmittel. Die WaMa ist also vor Kalk geschützt. Nur bei ganz „hartem Wasser“ empfiehlt sich die Zugabe eines Wasserenthärters. Vielleicht sollte man die Ausagen der Werbung immer mal wieder kritisch überprüfen und nicht alles als bare Münze akzeptieren. Na dann, liebe Blomi, auf die nächsten zehn Jahre!
Prominentenwerbung in der Glotze: unterhaltsam, lustig oder aufdringlich und lästig?
09. Juni 2008 von Carla Breidenstein
Besagtes Mediaunternehmen hat die Konsequenz gezogen und einen der vier Spots – der mit dem gekauften Schiedsrichter – abgesetzt. Viele Unternehmen, die etwas auf sich halten, werben dieser Tage mit der EM. Denn nicht nur „Sex sells“ auch Fußball sorgt für Absatz. Da darf natürlich der Weltmeister von 2006 nicht fehlen. Aber muss das so sein?
Google: Supermarke is watching you
12. Mai 2008 von Carla Breidenstein
Gehören Sie auch zu den Menschen, die täglich im Internet googeln? „Herzlichen Glückwunsch“. Gemeinsam sind wir stark und haben mit unserer Googelei die Suchmaschine zur teuersten Marke der Welt gemacht. Google ist so attraktiv, dass sogar der Duden das Verb „googeln“ als Synonym für „mit Google im Internet suchen“, aufnahm.
Laut dem Marktforschungsunternehmen Millward Brown beträgt der Markenwert von Google satte 86 Milliarden US-Dollar. Das ist ungefähr soviel, wie der gesamte Militärhaushalt der Chinesen oder das Bruttoinlandsprodukt von Iowa. Das kostbarste deutsche Label ist nebenbei bemerkt BMW. Die Bajuwaren belegen Platz 17 mit 28 Milliarden Dollar. Ein eher läppischer Betrag, wenn man bedenkt, dass das Gleiche in der Privatschatule des reichsten Mannes der Welt, dem Investor Warren Buffet, liegt.
Sage mir, was du suchst, und ich sage dir, wer du bist
Google ist zwar die weltweit kostspieligste Marke, parallel steigt aber auch die Zahl der Kritiker. Mittlerweile lässt sich so viel schimpfen, dass man ein ganzes Buch damit füllen kann. Gerald Reischl hat das getan und sich monatelang mit dem Suchmaschinenkonzern beschäftigt. In seinem Buch “Die Google-Falle” warnt er vor der unkontrollierbaren Macht des Unternehmens.
Google speichert im Übrigen alle Nutzerdaten 18 Monate lang und legt detaillierte Profile über uns an. Keiner weiß, was die Firma mit diesen Daten macht oder wer Zugang zu den Datenbanken hat. Nichts bleibt geheim, alles kommt raus: Wer sind die User? Wonach haben sie im Netz gesucht? Klicken sie in den Laufshop oder auf Sexseiten?
Seit Google uns Nutzern unzählige kostenfreie Software-Tools zur Verfügung stellt, ist das Unternehmen zu einem noch größeren Datensammler geworden: Daten werden gesammelt, gespeichert, analysiert und wir wissen es nicht, wofür, verwendet. Ist das nicht erschreckend?
Wussten Sie übrigens, dass …
eine einzige Suchanfrage bei Google inklusive Indexanzeige einen Energieaufwand von acht Watt erzeugt? Wer nur fünfmal nach irgendwelchen Begriffen sucht, verbraucht mit ein paar Klicks den gleichen Energieaufwand wie eine 40-Watt-Birne, die eine ganze Stunde Licht spendet. Einfach mal so zum Nachdenken.
Mobile Marketing: wenn´s Handy in der Hose rappelt
02. Mai 2008 von Carla Breidenstein
Kennen Sie das? Sie überqueren eine Landesgrenze, passieren den Schlagbaum und schon piepst das Handy wie verrückt. Es lässt sich nicht beruhigen – eine SMS nach der anderen trudelt ein. Wenn Sie die Nachricht abrufen, sind es nicht etwa die lieben Freunde, die eine schöne Reise wünschen. Nein, es sind sämtliche Telefongesellschaften eines Landes, die Sie begrüßen und Ihnen, selbstverständlich ohne zu fragen, sagenhafte Services anbieten – diese fraglos gegen Entgelt.
Wunschlos glücklich per Tastendruck
Viel bequemer ist es da, wenn wir mit dem Handy Angebote nach Wunsch abonnieren können. Das macht mobil – nicht nur bei Arbeit, Sport und Spiel, sondern weltweit bei allem, was wir tun. Wie beruhigend ist es doch im Urlaub auf Malle zu erfahren, wie die heimische Fußballmannschaft gespielt hat, wenn man(n) wegen der Familie schon die Sportschau verpasst. Hier wird Mobile Marketing zum Türöffner für mehr Lebensqualität: News abrufen, Bankgeschäfte tätigen, Konzerttickets bestellen oder im Internet surfen. Alles mit dem Handy, ganz nach dem Motto „… die Freiheit nehm´ ich mir.“
Von lichterfüllten Displays und großräumigem Tastenangebot
Komplizierter wird´s, wenn wir selbst aktiv werden müssen. Mal schnell ein paar Aktiengeschäfte über Minidisplay und Kleinsttasten des mobilen Telefons abwickeln. Da wird jeder Börsenzocker hibbelig. Wenn man dann noch mit eingeschränkter Bandbreite kämpft und es ewig dauert, bis die Daten übertragen werden, führt das schnell zum Nervenzusammenbruch.
Mobile Marketing macht das Handy zum Werbekanal
Also liebe Handyhersteller: „Mobile Marketing ist toll, aber bitte entwickelt mehr Handys mit großen Tasten und heller Anzeige, damit wir endlich richtig mobil werden. Nicht nur wir Anwender wollen das, auch die Unternehmen sind begeistert: Sie erreichen uns an 24 Stunden, sieben Tage die Woche mit emotionalen Botschaften und beeinflussenden Werbesprüchen. Und mal ganz ehrlich, klassische Werbung ist doch sowieso out.
Was macht eigentlich…: die virtuelle 3D-Welt Second Life?
07. April 2008 von Carla Breidenstein
Nach der spektakulären Hochphase in 2007 ist es verdammt still geworden in der imaginablen Welt von Second Life. Berichteten die Medien im letzten Jahr fast täglich über die schillernde Plattform, scheint mittlerweile kein Hahn mehr danach zu krähen; Ein schnelllebiges Geschäft zollt seinen Tribut.
In der Web-Community und unter Marketingexperten wird schon länger gewörtelt: Lohnt sich der Aufwand für das dauerhafte Betreiben einer Präsenz in Second Life überhaupt? Für Privatmann/-frau vielleicht, wenn er/sie viel Zeit und Muße und sonst nichts zu tun hat oder mit seiner/ihrer realen Persönlichkeit unzufrieden ist und als Avatar/in seine/ihre Welt erobert. Aber für Unternehmen? Zwar steuerte Betreiber Linden Lab im Januar 2008 mit über 12 Millionen Nutzern auf einen neuen Einwohnerrekord zu, aber man munkelt, dass die Zahl der aktiven Avatare, wie die künstlichen Persönlichkeiten der User genannt werden, stetig sinkt, die Zahl der Karteileichen hingegen mächtig steigt.
Immer mehr Unternehmen steigen bei Second Life aus. Aktuellstes Beispiel: Mercedes Benz. Nur rund ein Jahr nach der Eröffnung einer virtuellen Dependance in Second Life sagt Mercedes-Benz jetzt bei der Online-Community „Good Bye“. Anfang 2008 macht die Deutsche Post ihre Filiale im Web dicht. Zuvor hatten sich schon der Computerhersteller Dell und Sportartikler adidas aus der bunten Welt der Avatare verabschiedet.
Niemand mag den Rückzug aus Second Life als Kapitulation eingestehen. Alle Unternehmen sahen ihr Engagement als Experiment, das sehr erfolgreich verlaufen sei, und aus dem man viel gelernt habe.
Aber warum nur ist es dann so still geworden im Second Life?


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