Aus „just for fun“ wird „just for business“
30. Juni 2011 von Georg Blum
Wir haben uns ja schon öfter als iPad-User geoutet. Deshalb „erschreckte“ uns der FAZ-Artikel „Das iPad wird zum Arbeitsgerät“ von Michael Spehr besonders. 
Die iPad-Zeiten des unverbindlichen Dahinsurfens im Netz, scheinen nun endgültig der Vergangenheit anzugehören. Denn in den vergangenen Monaten hat sich in Sachen „Apps go business“ viel getan.
Am spektakulärsten für die FAZ ist Dropbox, der Datenspeicher in der Cloud. Mit Dropbox lässt sich der USB-Stick ersetzen. „Was an einem Rechner in der Box abgelegt wird, steht fortan auf allen anderen PC (bzw. Smartphone) zur Verfügung. Die Synchronisation erfolgt selbsttätig und im Hintergrund“, so Michael Spehr in der FAZ.
Ein weiteres Programm, welches das Arbeiten am iPad zur Freude machen soll, heißt Reeder. Dieses Leseprogramm ist für RSS-Feeds, welche man mit Google verwaltet. Die einzelnen Kanäle werden mit Reeder nicht in der herkömmlichen Listendarstellung, sondern als briefmarkengroße Schaltflächen angezeigt. Somit ergibt sich ein ganz neues Leseerlebnis für RSS.
Instapaper ist auch eine App für das Lesen auf dem iPad. Das was man sich im Laufe eines Tages an interessanten Artikeln im Netz markiert, wird nach einem einzigen Knopfdruck in einer sehr lesefreundlichen Version gespeichert, welche an jedem Rechner mit der gleichnamigen iPad-App wie ein E-Book − auch offline − gelesen werden kann.
Für Info-Junkies, wie uns, ist „Zite“ noch eine tolle Sache. Dieses Info-Portal optimiert über „like“ oder „unlike“ sowie Schlagworte die angebotenen Infos. Nach und nach erhält man fast nur noch Artikel, die man wirklich braucht. Das spart Zeit.
Was sollen wir dazu noch sagen außer − Mist! Jetzt müssen wir wohl doch wieder arbeiten und können nicht den ganzen Tag mit unserem „just for fun“- iPad versurfen
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Globetrotter macht´s vor!
15. Juni 2011 von Georg Blum
Die 6.500 qm große Münchner Globetrotter-Filiale des Hamburger Outdoor-Spezialisten macht den Einkauf zu einem echten Shopping-Erlebnis: Höhen-Kältekammer,
Wasserbecken mit Gegenstromanlage und Regenkammer. Weitere außergewöhnliche Schmankerl dieser Filiale sind die Servicestelle des Deutschen Alpenvereins, ein Reisebüro und sogar eine Reisepraxis. Statt in dieser auf ihren Termin zu warten, werden die Patienten per SMS informiert, wenn sie an der Reihe sind. Bis dahin können sie im „besten Wartezimmer der Welt“, so zumindest Globetrotter-Chef Thomas Lipke, shoppen, staunen und ausprobieren. Wir sind der Meinung: Besser geht es kaum! Das ist Kundenorientierung in Perfektion und einen Besuch in HH-Barmbek wert!
Für dieses hervorragende Filial-Konzept und das – seit Jahren gute – Multi-Channel-Konzept von Globetrotter, ziehe ich meinen Wander-Hut. Und eines ist gewiss, wenn die so weiter machen, bleibe ich mit Sicherheit ein treuer Kunde.
Springer hat sich dieses Mal den Wecker gestellt
08. Juni 2011 von Georg Blum
„Mit der (frühzeitigen) Übernahme der Prospekt-Plattform Kaufda.de vermeidet Springer einen alten Fehler, die Online-Firmen in eigenen Märkten zu unterschätzen.“, so Werben &Verkaufen 10/2011.
Das 2008 gegründete Unternehmen Kaufda zeigt auf Online-Karten die Händler, die mit Prospekten werben und bildet die jeweiligen Prospekte auch gleich ab. Derzeit hat Kaufda noch geringe Marktumsätze. Die Reichweite von Kaufda kann sich, mit 11 Millionen Unique Usern im Monat, aber durchaus schon sehen lassen. Mit den Kaufda-Apps für iPhone, iPad und Android-Handys ist das Unternehmen auch bestens für einem weiteren wichtigen Zukunftstrend, die Zunahme der Mobilität, super gerüstet.
Auch die Forderung der Kunden nach einem Wirkungsnachweis können mit der Kaufda-Plattform erfüllt werden. Gezahlt wird nur, wenn ein Prospekt vom Endkunden auch tatsächlich geöffnet wurde. Für den detaillierteren Nachweis der Werbewirkung bietet Kaufda eine Reihe weiterer Tools an. Mit diesen lassen sich z.B. Rückschlüsse auf die Beliebtheit bestimmter Produkte ziehen.
Die Zukunft dieser Prospekt-Plattformen wird sicherlich auch in einer intelligenten Verknüpfung mit den derzeit auch sehr aktuellen Mobil-Coupons oder Groupons dieser Welt liegen.
Wenn auch Sie das Motto „der frühe Vogel fängt den Wurm“ schätzen, dann sollten wir uns unbedingt zusammensetzen, um gemeinsam die Trends in Ihrer Branche aufspüren und für Sie nutzbar machen!
NYT auf ReSet. Zweiter Versuch mit Content Geld zu verdienen!
01. Juni 2011 von Georg Blum
Die New York Times (NYT) startete am 28.3.2011 einen zweiten Versuch Online-Gebühren einzuführen. Ausgelöst wurde dieses Renewal vor allem durch den 8-prozentigen Rückgang bei den Printerlösen im vergangenen Jahr. Laut der FAZ, vom 19.3.2011, sind „zwar (…) 2010 die im Internet erzielten Werbeeinnahmen um 11 Prozent (…) gestiegen“, aber das reiche nicht aus, um den o.g. Rückgang im Printbereich auszugleichen.
Die FAZ fasste das Konzept der NYT wie folgt zusammen: „Die Idee hinter dem Gebührenmodell der „New York Times“ ist die treue Leserschaft zur Kasse zu bitten, während Gelegenheitsbesucher weiter gratis Zugang bekommen – in der Hoffnung, dass damit ein großer Teil des Gesamtpublikums erhalten bleibt und die Werbeumsätze nicht gefährdet werden.“ Konkret heißt das, in der Online-Ausgabe können weiterhin von allen Usern bis zu 20 Artikel kostenlos abgerufen werden.
Als ob dieses Zugeständnis nicht schon groß genug wäre, bietet die NYT auch noch eine sehr durchlässige Version ihres Bezahlmodells. Das große „Schlupfloch“ sind die Sozialen Netzwerke. Denn wer über diese auf die Seite der NYT gelangt, muss nichts bezahlen – egal wie viel Artikel er liest. Außerdem können über den Suchdienst von Google fünf Artikel am Tag kostenlos angesehen bzw. gelesen werden.
Jetzt stellt sich der geneigte Beobachter logischerweise die Frage: Was soll einen Leser motivieren zwischen 15 und 35 Dollar im Monat für den mehr oder weniger doch offenen Online-Zugang auszugeben? Reichen die in den Online-Abos enthaltenen Apps für Smartphones bzw. Tablet-Computer dazu wirklich aus?
Die NYT selbst rechnet damit, dass nur ca. 15 Prozent der Leserschaft über die Gebührenhürde springen wird. Die große Mehrheit behält den gewohnt freien Zugang zum Content.
Die Zeit wird zeigen, ob sich dieses löchrige Modell wirklich halten lässt.
Wir sagen, nur Mut! Wer seinen Content gut aufbereitet, wird damit auch gutes Geld verdienen.
Nur wer dies so zögerlich macht, wie die New York Times, wird aller Wahrscheinlichkeit nach eine Bauchlandung erleben.
Mit Speck fängt man Mäuse. Somit gilt es, ausgewählten Content als Speck gezielt auszulegen. Dazu benötigt man eine eigene, spezielle Strategie. Z.B. könnte man einen klassischen Artikel in einer Kurzfassung oder als Teaser kostenlos online zur Verfügung stellen. Den vollständigen Artikel gibt es allerdings nur gegen Bezahlung (analog der iPad-App-Lösung der NYT). Nicht zu vergessen sind die Vernetzung, die themenorientierte Aufbereitung und die multi-mediale Darstellung eines Themas über Bilder, Grafiken, Videos etc. welches die FAZ oder die Zeit schon recht ordentlich umsetzen.
Nur wer sich diese grundsätzlichen Gedanken und Mühen macht, wird die Begehrlichkeit beim Leser auslösen und mit Paid Content dauerhaft Geld verdienen.
Content ist KING! Aber nur wenn er konsum- bzw. lesergerecht aufbereitet auf dem Silber-Tablet(t) präsentiert wird. Dann ist er ein echter Mehrwert, für den dann auch die Mehrheit zu zahlen bereit ist.
Sabberlätzchen mit Mehrwert?
25. Mai 2011 von Georg Blum
Eigentlich bin ich ja kein bekennender „Welt am Sonntag“-Leser, dennoch finde ich die iPad-App der Welt hervorragend gemacht. Aber was ich bei meinem letzten Air-Berlin Flug nach Hamburg aus der „Werbe-Welt“ entdeckt habe, lässt mich doch an beiden Unternehmen zweifeln.
Ich stieg also in das Flugzeug, nahm Platz und los ging´s. Der erste Saft (natürlich Tomate) kam mit der obligatorischen Laugenstange verhüllt in einer Serviette. Nach dem Genuss des wie immer noch teigigen Gebäcks, nutzte ich die Serviette nach dem üblichen Gebrauchsmuster: Mundwinkel abwischen, Krümel abputzen, und zurück auf´s Tablett legen.
Kurz davor meine Augen und Ohren für den Rest des Fluges auf „Off“ zu schalten, machte mich die zerdrückte und leicht bekrümelte Rückseite der soeben genutzten Serviette neugierig.
Es war ein Rätsel der „Welt am Sonntag“. Als Hinweis stand darauf: „Serviette mitnehmen, landen und die richtige Website eingeben.“ Als Mann der Branche konnte ich nicht an mich halten und ich musste mir unbedingt den gerade entdeckten Werbeaufdruck zu Gemüte führen. Ja, tatsächlich. Es stand die Aufforderung zum Mitnehmen darauf. An dieser Stelle transferierte sich meine Neugier in verschmitztes Lächeln. Wer ist tatsächlich so blöd und nimmt eine benutzte Serviette mit nach Hause oder ins Büro, um ein Rätsel zu lösen? Der zu freundlichem Sarkasmus geneigte Leser wird sich nun denken: Demnächst werden wir solche Botschaften auch auf Taschentüchern und Toilettenpapier wiederfinden. Ohne Scheiß!



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