Sonntag: ham & eggs – mal anders

23. Dezember 2007 von Ralf Roßkopf

 

“It’s like ham & eggs: the chicken is involved, the pig is committed.”

(Tennislegende Martina Navratilova - nach ihrem 20. Sieg in Wimbledon – auf die Frage nach ihrem “vitalisierenden” Erfolgsrezept für ihren Einsatz und ihre Hingabe.)

  

Interview mit Andreas Pieroth

28. November 2007 von Ralf Roßkopf

 

Andreas Pieroth

Vorstandsmitglied, WIV Wein International AG

 

Email andreas.pieroth@wiv-ag.com
XING Kein Eintrag
Website www.wiv-ag.com

Hobbies

Familie, Lesen, gutes Essen und Trinken.

Best Business Book

"Learning by doing" (das gibt’s logischerweise nicht als Buch).

Berufliches Vorbild

Unternehmer, die ihrer Verantwortung für ihre Mitarbeiter und für unsere Gesellschaft nachkommen.

 

Wie fängt Ihr typischer Arbeitstag an?
Ich hole mir einen Espresso.

.. und wie hört er auf?
Mit einem kurzen Spaziergang.

Glauben Sie, dass man auf dem Golfplatz lukrative Geschäfte anbahnen kann?
Für Golfer stimmt das bestimmt … ich kann aber nicht Golf spielen.

Wieviel Aufwand betreiben Sie für aktives Networking und was funktioniert am besten für Sie?
Das ist kein definierter Prozess, ich habe bisher immer Glück mit Zufallsbekanntschaften gehabt (die wahrscheinlich keine Zufälle sind…).

Haben Sie jemals ein Geschäft über XING abgeschlossen?
Nein. Ich habe zwar in meinem früheren Leben eine Multimedia-Agentur aufgebaut – aber inzwischen bin ich eher ein "New Media-Dinosaurier" und lebe noch im "Web 0.1" – geht aber auch :-)

Wenn ich Ihnen 100.000 Euro extra für Ihr Budget geben würde, was würden Sie damit tun?
Zwei gute Mitarbeiter mit Entwicklungspotenzial und Unternehmergeist einstellen.

Welche persönliche Vertriebserfahrung hat Sie am meisten beeindruckt?
Verkaufstalente, die Bedarf im Kunden derart wecken, dass aus "push" eigentlich "pull" wird!

Welche magische Gabe würden Sie gerne besitzen?
Nur noch "Wichtiges" zu tun.

Was wollten Sie als Kind „später“ mal werden?
Müllmann – wegen der schicken orangefarbenen Berufsbekleidung (lange vor der ersten Love Parade).

An welcher Stelle haben Ihrer Meinung nach die meisten Unternehmen Schwächen im Marketing und Vertrieb?
Es gibt viele gute Ideen, die leider oft nicht konsequent genug getestet und umgesetzt werden.

Wenn ich Ihnen eine persönlichen Coach sponsern würde, was würden Sie mit ihm besprechen?
Wie ich mich – im positiven Sinne – überflüssig machen kann, um Zeit dafür zu haben, etwas wirklich Neues auszuprobieren und wie ich aus dem alltäglichen "Hamsterrad" herauskomme.

Barhockertest: Wenn jemand Ihr Produkt / Ihre Dienstleistung kauft. Was wird er abends in einer Bar davon erzählen?
Ich habe endlich einen Wein gefunden, der mir besser schmeckt als alle anderen!

Welche Eigenschaften schätzen Sie am meisten an Ihren MitarbeiterInnen?
Eigeninitiative!

 

Ich geh lieber zum Zahnarzt

28. August 2007 von Ralf Roßkopf

 
So viel vorweg: Ich liebe Müsli. Ob es mit meiner Heimatstadt Freiburg, eine typischen Müslistadt, zu tun hat, kann ich nicht beurteilen. Egal. Der Appetit vergeht mir allerdings bei den Radiospots der Firma Seitenbacher … „Seitenbacher Müsli, lecker lecker lecker lecker“. Kreide an der Tafel, quietschendes Styropor, der Backenzahlbohrer beim Zahnarzt … alles keine Problem, doch Onkel Seitenbacher tötet meinen Nerv! Ziel erreicht, Emotionalisierung gelungen!
 
Ich erinnere mich noch sehr gut an den Tag während meiner Ausbildungszeit, an dem ich eine Delegation von Procter & Gamble (wir waren bis dahin preferred supplier für Valensina Verpackungen) anlässlich einer Druckabnahme an eine Druckmaschine geführt habe. Zum Erstaunen aller Anwesenden wurde sie von einem Mann bedient, der ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Tötet Onkel Dittmeyer“ trug.
 
Wenn auch zu drastisch in den Mitteln, damals lief eine Kampagne gegen die Kampagne von Onkel Dittmeyer. Wo erhebt sich heute auch nur ein einziger Zeigefinger gegen grausame Werbung?
 
Selbst das Magazin W&V Werben & Verkaufen hat seine Rubrik mit Alfons dem Spießer (der Plagiate in der Werbung anprangerte) eingestellt.
 
„lecker lecker lecker lecker“ – warum hat die Werbeaufsicht hier versagt. Vielleicht sollte man die Genfer Menschenrechtskonventionen auch für Unternehmen einführen. Der Spot wirkt auf mich wie akustische Folter!
 
Das Prinzip scheint die Runde zu machen … Wiesenhof versucht den Hörern derzeit mit dem Bruzzler die letzte Lust am Sommer nehmen zu wollen. Auch hier wird versucht, das was man nicht visualisieren kann verbal zu penetrieren. Unser Gehirn kann schließlich nicht zwischen guter und schlechter Werbung bzw. Information unterscheiden.
 
Wird Ihnen bei der heutigen Werbung manchmal auch schlecht? Schreiben Sie es mir, schlimmer kann es doch nicht kommen, oder?
 

Hilfe, ich werde bespitzelt!

17. August 2007 von Ralf Roßkopf

Ich leide unter keinem Wahn, keiner Phobie – doch seit geraumer Zeit werde ich bespitzelt, glauben Sie mir bitte. Im Verdacht habe ich das Internet, genauer gesagt das Web 2.0.

 Schon lange werde ich immer dann als potentieller Gewinner eines PKW ermittelt, wenn ich meinen Freenet E-Mail-Account abrufe. Ginge es nach den Werbetreibenden hätte ich aller Wahrscheinlichkeit nach bereits einen größeren Fuhrpark als Carlos Slim. Doch das beunruhigt mich nicht.
 
Nichts ahnend suche ich kürzlich Informationen zum Fabrikverkauf in Metzingen. Ich erschrecke vor einem Videobanner mit tanzenden und singenden Gemüsezwergen, die mich zum Kauf beim Discounter Plus einladen. Ich hatte die Zwerge seit der Bonduellewerbung nicht mehr so famos gesehen.
 
Das Web wird lebendiger, in diesem Fall durch Targeted Advertising. Dabei wird analysiert, auf welcher Seite der Banner der Gemüsezwerge die größte Wirkung erzielt. In beschriebenen Fall anscheinend auf der Seite der Schnäppchenjäger.
 
An einem anderen Tag habe ich nach einem Reiskocher gesucht. Mein Suchwort „Reiskocher“ ließ das web – absolut kontextbezogen – auf einen Hobbykoch schließen und wollte mich mit einer Werbebotschaft „Koch- und Malkurse in der Toskana“ verführen. Contextual Advertising wird diese, auf den Besucher abgestimmte, Werbung genannt – eBay hat mich zuerst damit verfolgt.
 
Ich komme mir mittlerweile vor wie im Film „Das Leben der Anderen“. Beängstigend. Warum die ganze Mühe?
 
Wie weit soll die Individualisierung der Werbung im Internet noch führen?
 
Geht es Ihnen ähnlich? Werden auch Sie bespitzelt?
Schreiben Sie sich Ihre Ängste von der Seele … jetzt, hier