Das Beste oder nichts
27. Juni 2010 von Georg Blum
Der neue Mercedes-Slogan: “Das Beste oder nichts” schwirrt seit neuestem durch die Lande. Und viele Blogger oder gefühlte National-Werbe-Mannschafts-Trainer haben sofort eine Meinung dazu.
Damit Sie mitdiskutieren können, hier die Begründung von der Quelle: http://blog.daimler.de
Zitatanfang: „Das Beste oder nichts“ – dieser Leitspruch, den unser Gründer Gottlieb Daimler der Marke in die Wiege gelegt hat – ist der Anspruch an uns selbst. Er bestimmt nach wie vor das Denken und Handeln jedes Einzelnen von uns und ist tief im Bewusstsein aller Kolleginnen und Kollegen verwurzelt. Darauf sind wir stolz und daher gilt umso mehr: Sollten wir diesem Anspruch einmal – aus welchen Gründen auch immer – nicht genügen, ist es unser Ansporn, daraus zu lernen und das Versprechen, das der Stern symbolisiert, in Zukunft wieder einzulösen. Zitatende
Fragen Sie mal den Taxifahrer in Berlin, München, Bochum oder Catrop-Rauxel, was er von Mercedes hält. Die Kommentare der Vielfahrer sind eher ” … dann lieber eine Dacia oder einen Citroen”. Da weiß man, dass man genauso oft in der Werkstatt ist, aber deutlich weniger bezahlt. Vielleicht hat sich Mercedes deshalb diese Mission auf die im Sommerwind wehenden Fahnen geschrieben.
Am schönsten ist die Kurzsequenz im Spot, als die Haushälterin in perfektem Schwäbisch sagt:
“Herr Daimler, Sie schaffet zviel.” Seine Antwort: “Moinat ’se. Ich will einfach nur das Beschte. Das Beschte oder nichts.”
Jetzt kann man von diesem Slogan keine Wunder erwarten. Aber wenn die Führung des Unternehmens es ernst meint, dann steht in zwei oder drei Jahren in der ADAC-Pannenstatistik Mercedes nur noch auf den besten Plätzen.
Wird dieser Slogan in drei Jahren wieder abglöst (wie vor kurzem endlich wieder das dreidimensionale Logo eingeführt wurde) dann stellt sich jetzt schon die Frage warum. Die Kommunikationsstrategen von Daimler können sich jetzt schon die Antwort ausdenken, oder handeln nach dem Motto Adenauers: Was kümmert mich mein Geschwätz von vorgestern.
Oder man hätte besser Oliver Kahn einstellen sollen. Der sagt für die DWS: Wer will schon für die zweitbeste Fondgesellschaft werben/arbeiten? Nur das Beste oder eben nichts.
Merry Christmas
24. Juni 2010 von Ralf Roßkopf
Halbzeit: heute in sechs Monaten ist Weihnachten!
Dies ist eine faire Warnung
Soll also bitte niemand überrascht sein, wenn er am 24. Dezember 2010 weder Geschenke noch ein Flugticket in eine christen- bzw. konsumrauschfreie Zone hat.
Jedes Jahr kann man mich aufs Neue orientierungslos erleben, wenn ich im August, am Ende der Sommerferien, um die ersten Lebkuchen-Sonderverkaufsflächen im LEH irre. Der Begriff „Saisonale Produkte“ ist im Fall von Weihnachtsbäckerei etwas verwirrend.
Neben der Möglichkeit, eine Saison ins Unerträgliche auszuweiten, werden immer neue Anlässe und Saisons für den Produktkalender des Handels gesucht.
Multi-Kulti-Erntedankfest – kleiner Produktkalender für Orientierungslose
21./24. Juni – Mittsommernacht
IKEA hat uns die Mittsommernacht näher gebracht und lockt zum Midsommarfest mit Rabatten für die Fans von Inbusschlüsseln, Kerzen und Knäckebrot.
20. September 2010 – Weinbrandbohnentag
Dieser Tag hat Charme – endlich ist die Mon-Chéri-freie Zeit beendet und es ist wieder „gut Kirschen essen“ im Piemont mit Claudia Bertani.
31. Oktober – Halloween
Aus den USA ist die Halloween-Welle und der dazugehörende Tinnef zu uns geschwappt – von Kürbisschokolade bis zur Zombiemaske.
3. Donnerstag im November – Beaujolais Nouveau
Ein Marketing-Gag der Weinbauern des Beaujolais um Ihren Primeur, Erstwein, auf den Markt zu spülen. In meiner Heimat am Kaiserstuhl würde man mit dem Fusel nicht mal einen Gewindebohrer kühlen.
24. Dezember – Heiligabend
„Ihr Kinderlein kommet!“, „o du fröhliche“… die Loblieder des Einzelhandels – statt Stern dienen heute Sonderangebote als Navigationshilfe für die Könige des Konsums.
Die Liste der Erntedankfeste für den Handel ließe sich bequem fortsetzen.
Welches ist Dein Lieblingstag – lass und daran teilhaben!
Uli Hoeneß verwöhnt Genießer
15. Juni 2010 von Ralf Roßkopf
Wenn es um die Vermarktung eines Fußballclubs geht, ist Uli Hoeneß das Maß der Dinge. Kaum ein Verein ist wirtschaftlich und sportlich erfolgreicher als der FC Bayern München. „Seine“ Marke „Bayern“ gehört neben Real Madrid und Machester United zu den erfolgreichsten im Fußballgeschäft weltweit. In Deutschland wurde der FC Bayern bereits drei Mal zur „Superbrand Germany“ gewählt – als einziger Sportverein.
Auch als Inhaber der Wurstwarenfabrik HoWe ist Hoeneß ein erfolgreicher Unternehmer. Seine Nürnberger Rostbratwürste sind bei deutschen Discountern ebenso beliebt wie im Oktoberfestzelt von Feinkost Käfer.
Auch wenn es ihm manchmal schwer zu fallen scheint: Uli Hoeneß geht mit der Zeit. Sein neuer Coup: Der Nürnberger! Sein neues Spielfeld: das Internet!
Gewollte Social Media Präsenz
HoWe-Geschäftsführer Florian Hoeneß, 30, hat die Web2.0-Kampagne initiiert. Neben der Website Ulis-Nuernburger sind momentan zwei Spots im Mittelpunkt der Kampagne:
Uli Hoeneß undercover Vol. 1 – An der Fischtheke
Uli Hoeneß undercover Vol. 2 – Im Sushi Laden
Ob man es mag oder nicht – es ist also davon auszugehen, dass Uli Hoeneß weiterhin in aller Munde sein wird!
Alles eine Frage der Fügung, ah Führung
08. Juni 2010 von Georg Blum
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
ich wende mich heute an Sie mit einer Frage, die mich schon seit Monaten beschäftigt:
Wartet unsere Kanzlerin auf eine glückliche Fügung?
Denn ich möchte Ihnen in aller Deutlichkeit sagen, was zurzeit abläuft, ist mit dem Wort Führung nur eingeschränkt umschrieben.
Beispiel: Die geplante Gesundheitsreform
Da steht im Koalitionsvertrag von allen drei Parteien vereinbart, dass man sich geeinigt hat, in dieser Legislaturperiode eine Gesundheitsreform durchzusetzen. Gut. Das hören wir schon seit Jahren. Aber was hat das mit Fügung und Führung zu tun?
Seit Monaten sagt die FDP, eine Gesundheitsreform wird über eine Kopfpauschale stattfinden. Und es gibt Mitspieler in der Regierungsmannschaft, oder besser Verteidiger (CSU), die schon seit Monaten Gegner der Kopfpauschale sind. OK. Nur warum haben die dann beide den Koalitionsvertrag unterschrieben?
Es gibt einen Gesundheitsminister (Rösler), der seit Monaten weiß, dass die CDU schon Pickel bekommt, wenn man das Wort „Kopf“ nur in den Mund nimmt. Ganz auszusprechen wagt man dieses „Un-Wort“ in der Nähe eines CSU-Granden sowieso nicht. Dies könnte Vulkan- oder Lama-artige Auswürfe zur Folge haben. Und wir wollen ja nicht schon wieder den Luftverkehr behindert sehen.
Zwischen-Fazit: Die Kontrahenten und ihre Allgemeinplätze sind seit langem klar „spür-, sicht-, les-, fühl- und hörbar“ abgesteckt. Warum lässt Frau Merkel dann zu, dass Herr Rösler letzte Woche einen Vorschlag unterbreitet, der von vornherein zum Widerspruch führt?
Wartet Sie auf eine Fügung, dass einer der beiden Kontrahenten klein beigibt? Die „Schafskopferten granteln“ so laut wie ein bayrischer Löwe. Der „liebe Philip“ biegt sich wie ein Bambus im Wind. Aber von klarer Führung ist hier nichts zu erkennen.
Fazit: Lassen Sie in Ihrer Firma ein wichtiges, beinahe überlebenswichtiges, Konzept entwickeln, wenn Sie von vornherein wissen, dass es sich in den Grundsätzen nicht durchsetzen lässt? Reden die in Berlin noch miteinander?
Scheinbar nicht. Und das ist das Problem. Führung hat etwas mit Kommunikation zu tun. Nicht mit Fügung.
PS: Alle drei auf einem Bild? Unmöglich.
Liqui Moly wirbt mit putzigem tv-Spot und eigenem „Konjunkturpaket“
20. Mai 2010 von Ralf Roßkopf
Made in Germany – mit der größten Kampagne seiner Unternehmensgeschichte macht derzeit der Schmierstoffhersteller Liqui Moly auf sich aufmerksam.
Das Ulmer Unternehmen macht sich dabei die politische und wirtschaftliche Großwetterlage zu Nutzen und wirbt für den Standort Deutschland.
Inhaber Ernst Prost löst mit seiner – im aktuellen tv-Spot persönlich übermittelten – Botschaft den Schwaben Wolfgang Grupp von Trigema als Robin Hood des Standort Deutschlands ab.
„Liqui Moly Motorenöle produzieren wir ausschließlich in Deutschland, auch unsere Steuern bezahlen wir hier, wir schaffen neue Arbeitsplätze und bilden Lehrlinge aus … weder erhalten wir Subventionen noch machen wir Kurzarbeit. Damit all dies so bleiben kann, bitte ich Sie sehr herzlich: verwenden Sie Motorenöle von Liqui Moly.“
Trifft die Botschaft die Zielgruppe?
Die Ulmer dürften mit ihrer Kampagne einige Klischees des Bevölkerungsteils bedienen, der sich heute noch die Finger beim Ölwechsel selbst schmutzig macht. (Zitat aus der Firmenphilosophie: „… den unsere Kunden sind es uns wert, dass sie sich mit etwas besonderen schmücken können“. Für den Bevölkerungsteil, der sein Öl in der Werkstatt wechseln lässt, läuft es – unabhängig von der Großwirtschaftslage – auch ohne Liqui Moly nach wie vor wie geschmiert.
Öl: Omnipräsent
100 Mal wird der tv-Spot ausgestrahlt. Darunter in der „best minute“ vor den Nachrichten. Eine umfangreiche Printkampagne umfasst Großflächenplakate sowie eine Anzeigenstrecke mit Doppelseitern in den Klassikern wie AUTO BILD oder der ADAC-Motorwelt.
Wünschen wir dem Unternehmen, dass das ebenfalls wirtschaftspolitische Thema Öl aufgrund der Vorkommnisse im Golf von Mexiko derzeit nicht all zu negativ belegt ist.

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