Der etwas andere Dialog

15. Oktober 2010 von Georg Blum

Kennen Sie die Situation: Sie kommen Montagmorgens ins Büro und werden vom freundlichen Pförtner mit einem „Schalömchen“ begrüßt. Sie sagen „Guten Morgen“ und denken, was ist heute los. Sie betreten den Aufzug, ein lieber Kollege – aus der Tiefgarage kommend, lallt Ihnen aus seiner Kauleiste entgegen: „Einfach noch zu früh heute, Schätzchen. Ein Königreich für ein Käffchen“.

Mit dem ersten geöffneten Mail, welches Sie erst einmal mit „Hallöchen“ begrüßt, fragen Sie sich, welche Drogen haben die lieben Kollegen heute schon alle genommen. Sie lesen weiter und der Kollege schreibt Ihnen klar und deutlich auf Ihre dringende Anfrage von Freitag: „Gaaanz langsam, in der Ruhe liegt die Kraft. Zuerst setzen wir uns zusammen, besprechen das alles noch einmal in Ruhe und dann nimmt „das Ganze seinen sozialistischen Gang““.

Der Chef streckt kurz seinen Kopf in Ihr Büro und blöckt Sie an: „Wo bleiben die Unterlagen? Machen Sie mal hinne. Darf ich bitten. Zicki-Zacki, Flocki, Flocki.“ Spätestens jetzt brodelt in Ihnen die Einsicht: OK, das Spiel spiele ich mit. Sie bellen dem Chef entgegen. „Ich weiß von nichts! Mein Name ist Hase“. Der Chef knurrt zurück: „Aha, bei Ihnen ist Montag der Schontag. Ich sage Ihnen nur eins „First things First“. Ich forwarde Ihnen kurz ein Mail, dann können Sie sofort loslegen. Um 10 Uhr muß ich beim Boss die Hosen runterlassen.“ Sie denken nur: Was ist schlimmer? Runtergelassene Hosen oder keine Analyse?

Um die neue Aufgabe „ad hoc oder asap“ zu erledigen, holen Sie sich Hilfe beim netten Kollegen im Büro gegenüber. Der klammert sich an sein Käffchen mit beiden Händen fest und wärmt seinen übermüdeten Körper an dem Plastikbecher. Schon bei Ihrem Eintreten flüstert er Ihnen ein „Gemach Gemach“ entgegen. Sie versuchen ihn zur Mitarbeit zu begeistern. Seine Antwort: „Oh, Du, ich helfe Dir gerne. Das Unmögliche hätte ich Dir sofort erledigt. Aber Wunder dauern immer etwas länger. Weißt Du doch!“ Wie aus der Pistole geschossen und aus den Augen funkelnd antworten Sie motivierend: „Auf, komm, Du weißt doch, das Leben ist kein Ponyhof.“ Seine Antwort: „Was springt für mich als WIN-WIN-Situation heraus? Was Lacostet die Welt? Komm Geld spielt bei Dir doch keine Rolex.“

Und so geht der Tag weiter. Mal dringt „Nicht Motzen, sondern Klotzen“ an ihr Ohr. Eine alternativ wäre „Du ich bin hier auf der Arbeit, nicht auf der Flucht. Spätestens beim Mittagessen und einem mehrfach gepfefferten „Mahlzeit“ ballen Sie innerlich die Hand zur Faust. Noch ein solcher Kommentar und …
An ihrem Tisch erzählt der Kollege aus der anderen Filiale, dass sein Projekt langsam den Höhepunkt erreicht. Fazit: „Stimmung ist Bombe, aber molto stresso!“. Was auch immer er damit meint. So langsam auf dieser Gedanken-Ebene angekommen, denken Sie sich „bei mir ist alles Rodger in Kambodscha” oder “ist doch Chaos in Laos“?

Das sind doch alles Sprüche für die große Ablage oder wie der Kollege sagen würde „Ablage P“. Gut, dass Sie nur eine Halbtags-Job haben, sonst würde eh alles nur „suboptimal“ laufen. Nach Beendigung Ihrer Aufgaben fahren Sie mit dem Aufzug in das Erdgeschoss und der freundliche Pförtner ruft Ihnen noch salopp ein „Tschüssikowski“ nach. Sie denken sich: Du mich auch. Ein schöner Tag war das wieder. Und so motivierend. Ich fühle mich einfach wohl. Jetzt fehlt nur noch die Mutter aller Partner-Fragen, die am Abend beim gemeinsamen Fernsehen ganz zufällig und überraschend kommt: Wie war Dein Tag Schatz?

Die Zitate und Sprüche sind u.a. aus einem Artikel aus der FAZ vom 14.08.2010. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig und überhaupt nicht beabsichtigt.

Social Media + E-Commerce = Social Commerce

24. September 2010 von Georg Blum

… diesem Thema widmet sich Paul Marsden, Social Media Strategist der Syzygy Group in seinem neuesten Whitepaper “Social Commerce”. Das Whitepaper liefert einen Überblick über Firmen, die bereits Social Commerce erfolgreich betreiben. Zusätzlich beschreibt Marsden die, seiner Meinung nach zu diesem Gebiet gehörenden, sechs Social-Commerce-Bereiche und unterlegt diese mit anschaulichen Beispielen. Die sechs Bereiche gliedern sich wie folgt:
1. Social Shopping: Menschen kaufen gemeinsam ein, entweder indem sie innerhalb eines E-Commerce-Angebotes miteinander chatten oder indem sie innerhalb eines sozialen Netzwerkes kaufen.
2. Produktbewertungen: Bewertungen sind für jeden einsehbar, weil diese öffentlich zugänglich sind und inzwischen teilweise über 50 % der User sich davon leiten lassen.
3. Produktempfehlungen: Empfehlungen haben zwar eher einen privaten Charakter. Sie sind dafür umso stärker in der Wirkung.
4. Foren und Communitys: Zu diesem Bereich zählt der Autor Retail-Blogs, Kunden-Communitys, die mit einer E-Commerce-Seite verbunden sind oder Frage- und Antwort-Foren. So kann der Dialog zwischen Anbieter und Unternehmen transparent geführt werden.
5. Social Media Optimization: Hierbei handelt es sich um ein Set aus verschiedenen Werkzeugen mit denen Besucher zu einem Webshop geführt werden, wie z.B. Newsfeeds auf Twitter, Profilseiten auf Facebook und/oder der Einsatz von Seedingstrategien zur Verkaufssteigerung. Wir nennen dies, die komplette und sinnvolle Vernetzung der Social-Media-Maßnahmen. So bekommt das Wort „Net“ einen Sinn. Der Sucher „verfängt“ sich im Netz.
6. Social Ads und Apps: Diese zu bezahlenden Display-Anzeigen in sozialen Netzwerken werden meist in Verbindung mit einer Interaktionsmöglichkeit angeboten.

In den weiteren Kapiteln des Whitepapers widmet sich Marsden ausführlicher zwei Strategien – Social Commerce aus der Anbietersicht und Social Commerce aus der Usersicht sowie der Erfolgsmessung.
Das Whitepaper ist unter www.facebook.com/syzygygroup für eine Schutzgebühr von 10 Euro erhältlich.
Unser Fazit: Die eigene Webseite wird immer weniger wichtig – nur noch Erfüllungsgehilfe. Das „soziale Drumherum“ ist die Zukunft!

Eine nette Geschichte zum Genus(s) des Computers

17. August 2010 von Georg Blum

Liebe Leserinnen und Leser,

jetzt fragen Sie sich wahrscheinlich “Ui, ist der heute förmlich”. Aber das hat wie (fast) immer einen Hintergedanken. In einem Newsletter von Professor Ewert und seinem Kollegen Endler fand ich einen sehr netten Beitrag, den ich gerne unter dem Hinweis des Ursprungs www.fuehrungsmanager.de und unverändert zum Besten geben möchte:

Welchen Genus hat “COMPUTER”?

Ein Student fragte: “Welchen Genus hat Computer?”

Anstatt einer Antwort teilte der Lehrer die Klasse in zwei Gruppen, Frauen und Männer, und beauftragte sie, selber zu überlegen, ob “COMPUTER” männlich oder weiblich sei. Jede Gruppe sollte dazu vier Gründe nennen, die ihre Ansicht unterstützte.

Die Männergruppe entschied, “COMPUTER” sollte definitiv weiblichen Geschlechts sein, weil:

  • Niemand außer dem “Erfinder” versteht die innere Logik.
  • Die ursprüngliche Sprache, die Computer benutzen, um sich mit anderen
    Computern zu verständigen, ist für niemanden sonst zu verstehen.
  • Auch die klitzekleinsten Fehler werden im Langzeitgedächtnis gespeichert
    und für späteren “Gebrauch” aufgehoben.
  • Sobald du dich zu einer/m Computer “bekannt” hast, stellst du fest, dass
    du mindestens die Hälfte deines Gehalts für Zubehör ausgeben musst.

(Jetzt wird es noch besser!)

Die Frauengruppe dagegen entschied, dass “COMPUTER” männlich sein sollte, weil:

  • Um überhaupt irgendetwas damit zu machen, muss man den Computer
    “anmachen”.
  • Sie haben eine Menge “auf dem Kasten”, aber können trotzdem nicht selber denken.
  • Sie sollen dir eigentlich bei der Lösung von Problemen helfen, aber die Hälfte der Zeit SIND sie das Problem.
  • Sobald du dich für einen entschieden hast, musst du feststellen, dass du, wenn du nur etwas länger gewartet hättest, ein besseres Modell hättest bekommen können.

Die Frauen gewannen!! Und deshalb heißt es auch bei uns “Der COMPUTER” …

Fazit: Wenn Sie einmal nicht wissen, welchen Genus ein neuer Produkt- oder Firmenname bekommen soll,
dann kennen Sie jetzt eine probate Methode. Das hilft enorm bei der richtigen Positionierung.

PS:

Professor Ewert von www.fuehrungsmanager.de ist ein sehr guter Redner.
Dies als Werbehinweis und kleine Legitimation. Oder nennen wir es: Finderlohn.

Sind Erzeuger die besseren Bauern?

10. August 2010 von Jochen Mayer

Ein Herz für Erzeuger … seit den Meldungen über die neue elterliche Sorgerechtsregelung bin ich verwirrt, wenn ich nach landwirtschaftlichen Produkten google. Als ich Kind war, waren Bauern Bauern und Twix … ach was sag ich, es gab noch nicht mal Raider. Später waren Bauern Landwirte und seit einigen Jahren sind Bauern Erzeuger. Vermutlich hamwirs jetzt endlich.

Da claimt eine einzelne Branche den Erzeugerstatus, obwohl auch viele andere Menschen etwas erzeugen. Ich habe mich immer gefragt warum sie das macht und ob das wirklich hilft: Bauer will man scheinbar nicht sein, vielleicht weil man ein hinterwälderisches Image befürchtet. So wie bei “Bauer sucht Frau”. Allerdings heißt die Sendung ja auch nicht “Erzeuger sucht Frau”. Schade eigentlich, mein Lächeln hätten sie.

Ich möchte meine Lebensmittel lieber vom Bauern als vom Erzeuger kaufen. Gerade in Zeiten von Lebensmittelskandalen, Gen- und Gammelfleisch geht mein Vertrauen eher zu einem konservativen und damit vielleicht grundehrlichen Bauern, als zu einem geschäftsübermotivierten industriellen Erzeuger. Inkonsequenterweise bildet man auf meiner Butter und der Milch ja auch ländlich romatische Idylle und nicht Industrieanlagen ab. Und das obgleich seit Jahren selbst die hinterwälderischste Marketingschlafmütze “Authentizität und Nachhaltigkeit” predigt. Nicht das jetzt jemand den Eindruck gewinnt, diese Leitbegriffe wären vielleicht nur Worthülsen. Bei solchen Branchenvorgaben ist es sehr schwierig rein vom Wording her die Kurve wieder zu kriegen. Hier zum Beispiel: Einkaufen im Hofladen bei Erzeuger Direkt.

Ganz anders die Handwerker. Prächtige Burschen!

Wer viel zementiert, hämmert, oft eine Menge Lärm (aber Dreck nicht weg) macht und mittags im Schnellimbiss in farbverklecksten Arbeitsklamotten und durchgelatschten Arbeitsschuhen isst, hat halt Humor.

Da freu ich mich doch schon auf den nächsten Dachstuhlausbau oder Wasserrohrbruch.

Liebe Erzeuger: Diese Werbung hätte eure sein können. Wäre das nicht was fürs Image gewesen?

Das Beste oder nichts

27. Juni 2010 von Georg Blum

Der neue Mercedes-Slogan: “Das Beste oder nichts” schwirrt seit neuestem durch die Lande. Und viele Blogger oder gefühlte National-Werbe-Mannschafts-Trainer haben sofort eine Meinung dazu.

Damit Sie mitdiskutieren können, hier die Begründung von der Quelle: http://blog.daimler.de

Zitatanfang: „Das Beste oder nichts“ – dieser Leitspruch, den unser Gründer Gottlieb Daimler der Marke in die Wiege gelegt hat – ist der Anspruch an uns selbst. Er bestimmt nach wie vor das Denken und Handeln jedes Einzelnen von uns und ist tief im Bewusstsein aller Kolleginnen und Kollegen verwurzelt. Darauf sind wir stolz und daher gilt umso mehr: Sollten wir diesem Anspruch einmal – aus welchen Gründen auch immer – nicht genügen, ist es unser Ansporn, daraus zu lernen und das Versprechen, das der Stern symbolisiert, in Zukunft wieder einzulösen. Zitatende

Fragen Sie mal den Taxifahrer in Berlin, München, Bochum oder Catrop-Rauxel, was er von Mercedes hält. Die Kommentare der Vielfahrer sind eher ” … dann lieber eine Dacia oder einen Citroen”. Da weiß man, dass man genauso oft in der Werkstatt ist, aber deutlich weniger bezahlt. Vielleicht hat sich Mercedes deshalb diese Mission auf die im Sommerwind wehenden Fahnen geschrieben.

Am schönsten ist die Kurzsequenz im Spot, als die  Haushälterin in perfektem Schwäbisch sagt:
“Herr Daimler, Sie schaffet zviel.” Seine Antwort: “Moinat ‘se. Ich will einfach nur das Beschte. Das Beschte oder nichts.”

Jetzt kann man von diesem Slogan keine Wunder erwarten. Aber wenn die Führung des Unternehmens es ernst meint, dann steht in zwei oder drei Jahren in der ADAC-Pannenstatistik Mercedes nur noch auf den besten Plätzen.

Wird dieser Slogan in drei Jahren wieder abglöst (wie vor kurzem endlich wieder das dreidimensionale Logo eingeführt wurde) dann stellt sich jetzt schon die Frage warum. Die Kommunikationsstrategen von Daimler können sich jetzt schon die Antwort ausdenken, oder handeln nach dem Motto Adenauers: Was kümmert mich mein Geschwätz von vorgestern.

Oder man hätte besser Oliver Kahn einstellen sollen. Der sagt für die DWS: Wer will schon für die zweitbeste Fondgesellschaft werben/arbeiten? Nur das Beste oder eben nichts.

Hier zum Spot(t)