Das neueste von der Buchmesse
20. Oktober 2009 von Georg Blum
Vier Wochen ist nun die 61. Frankfurter Buchmesse wieder Geschichte. Auch in diesem Jahr überwiegt – optisch zumindest – das gedruckte Buch. Allerdings gewinnt das elektronische Buch immer mehr Anteile – zumindest innerhalb der Diskussionen. Das E-Book ist kein UFO mehr. Alle treuen Leser unseres Infoletters konnten seit drei Jahren die Entwicklung der E-Books verfolgen. Sie kamen aus einer Nische und erlangten inzwischen – als Alternative oder Ergänzung zum gedruckten Buch – ihre Daseinsberechtigung.
E-Book-Lesegeräte sind nichts anderes als handliche, federleichte Schwarzweißbildschirme. Mit diesen Geräten lassen sich Bücher herunterladen, so dass die Besitzer ohne schwere Papierberge mitschleppen zu müssen, tausende Bücher elektronisch lesen können. Innovationen wie z.B. die „elektronische Tinte“, viel Speicherkapazität, eine lange Akku-Laufzeit, die Möglichkeit die Schrift zu vergrößern und die sofortige Verfügbarkeit neu bestellter Lektüre, sollen die Käufer überzeugen. Allerdings flimmern alle auf dem Markt angebotenen Geräte beim Umblättern. Das strengt die Augen an und beeinträchtigt die Konzentration erheblich. Außerdem muss sich der E-Book-Nutzer derzeit noch entscheiden, ob er ein gutes spiegelfreies Display oder lieber ein einfach zu bedienendes Gerät haben will. Beides zusammen existiert leider noch nicht.
Mein Fazit:
Schaut man sich in der gesamten Verlagsbranche zum Thema E-Books um, so erkennt man schnell: Es herrschen Aufbruchstimmung und Tatendrang und das ist gut so. Baustellen wie z.B. die unsichere Rechtssituation zwischen Autoren und Literaturagenten, die viel zu teuere Hardware, die unklare Preisgestaltung, der unzureichende Kopierschutz sowie das Fehlen eines allgemeinen Formats bremsen allerdings den Siegeszug des E-Books.
Die Vermarktungsstrategie der Verlage oder Geräteanbieter fokussiert sich zurzeit eher noch auf die Belletristik. Wobei meiner Meinung nach der Hauptnutzen eines E-Books im „Special Interest“ zu Tage tritt.
Man kann sagen das UBO (Unbekanntes Buch Objekt) ist hiermit gelandet. Schade nur, dass die Innovation nicht aus der Branche selbst kam. Firmen wie Apple tüfteln natürlich auch schon an Formaten bzw. „Apps“. Wie viel Raum das E-Book bald einnimmt, ist schwer zu sagen. Das hängt vor allem an der Nutzerfreundlichkeit und der Akzeptanz der Leser ab. Wir glauben, dass der große Durchbruch erst dann stattfindet, wenn das Buch mit dem Internet zu einem gemeinschaftlichen multimedialen Erlebnis wird.
Gemeinsames Trommeln verbessert den Zusammenhalt!
28. Mai 2009 von Georg Blum
Im Reiseblatt der FAZ vom 7.Mai 2009 war ein netter Artikel. Er spricht mir als alten Schlagzeuger aus dem Herzen: Trommeln für den Teamgeist.
Eine 150 Personen starke Marketingabteilung eines Großkonzerns fährt extra nach Spanien um sich innerhalb eines Teamtrainings fit zu machen. Es geht aber nicht darum tumb auf die Pauke zu hauen oder platt die Werbetrommel zu rühren. Nein, das wäre zu einfach. Es geht um die Verbesserung der Zusammenarbeit unter- und miteinander.
Als die Gruppe nach einer Akklimatisierungsphase am Ort endlich zum Trommeln gerufen wird, beginnt die erste Aufgabe mit dem Rücken-Massieren des jeweiligen Nachbars bzw. Kollegen. „Na ja, so viel Nähe bei der Zusammenarbeit wollte ich eigentlich ja nicht haben“ sagte der eine oder andere Teilnehmer.
Aber so nach und nach überkommt es die Teilnehmer. Mit Surdos, kleinen und großen Trommeln wird zu Samba und Reggae gegrooved, dass alle Teilnehmer ins Schwitzen kommen und die Zurückhaltung abfällt. Zusätzlich befreiend sind laute Urschreie, die den Rhythmus und das Schlagen der Trommeln verstärken und den belasteten Kopf wieder frei machen.
Am Ende der vielen Übungen ist der Unterschied zwischen Manager und Mitarbeiter nicht mehr auszumachen. Alle sind locker. Man schnippt mit den Fingern, klatscht in die Hände oder wippt mit den Beinen – und lächelt verzückt dabei.
Ziel erreicht. Nur wie lange? Ich glaube sehr lange. Wenn die Trommeln auch im Unternehmen zur Verfügung (wie bei CommunDia im Keller) stehen, dann ist mal schnell der Frust herausgetrommelt. Die Fortsetzung lässt sich einfach unterstützen. Den Bausatz zum gemeinsamen Trommel basteln, gibt es schon ab ca. 50 Euro.
Also: Hau drauf – das verstärkt die Zusammenarbeit.
Opel und Issues Management
18. März 2009 von Jochen Mayer
Nein ich will nicht auch noch oben drauf hauen. Die Situation ist nicht lustig. Dennoch, ich wundere mich: Im Radio und Fernsehen laufen derzeit Werbespots von Opel, als ob in Rüsselsheim die Sonne scheint. Die Werbespots laufen typischerweise ein paar Minuten vor den Nachrichten. In den Nachrichten hören wir dann gleich
nochmal von Opel. Aber nicht über den Geheimagentenreport vom Insignia Project und auch nicht über die Auszeichnung als beste deutsche Automarke. Sondern über Rettungsversuche und mögliche Insolvenz. Auf der Opel Website finden wir unter „Opel Aktuell” nur Rosamunde Pilcher Informationen. Unter „Pressestimmen” wird dort ein Insignia-Testbericht der Zeitschrift AUTO mit dem Prädikat „Morgendämmerung” etikettiert. Ist das ein Fall von “mit gespaltener Zunge sprechen” oder einfach Ignoranz der Wirklichkeit?
Wäre ich ein potenzieller Opel Kunde oder ein treuer Opel Fan, der in Betracht zieht, seinen Lieblingsautobauer durch einen eventuell sogar vorgezogenen Neuwagenkauf zu unterstützen, würde ich da nicht gerne vertrauensbildendere Unternehmensinformationen erhalten? Und zwar ganz speziell für den Fall der Insolvenz, der meine Garantie, den Service und den Wiederverkauf meines neuen Wagens maßgeblich beeinflusst:
Im Falle einer Opel Insolvenz übernehmen VW Werkstätten Inspektion und Reparatur.
Audi garantiert Versorgung mit Opel Ersatzteilen bis 2019.
BMW übernimmt Opel Händlernetz.
Porsche übernimmt Garantieansprüche der Opel Kunden.
ADAC und Schwacke prognostizieren steigenden Gebrauchtwagenwert von Opel Fahrzeugen.
Warum glaubt man bei Opel, dass diese Fragen nicht kaufentscheidend sind? Oder weiß man das gar, doch die Leiter der Ressorts Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Vertrieb beschäftigen sich mit sich selbst? Oder fehlt es an einem Issues Management, also einem Krisenplan der Unternehmenskommunikation, den man sich vorzugsweise in guten Zeiten ausdenkt? Sind die sonst so allgegenwärtigen „nachhaltig-und-authentisch” Prediger gerade im Urlaub? Oder Skat spielen, mit den „Partnern” vom Vertrieb? Vielleicht hören und schauen sie auch einfach keine Nachrichten während der Arbeitszeit, wo man doch schon für geklauten Brotaufstrich oder Märkchen für 1,30 Euro gekündigt werden kann.
Und für alle Corporate Social Responsibility Verantwortlichen gäbe es jetzt doch nichts Befriedigenderes als:
Toyota übernimmt die gesamte Opel Belegschaft und das Kunstsponsoring von Rüsselsheim.
Entdecke Opel.
Warum Banken im Moment keinen Kredit vergeben?
26. Februar 2009 von Georg Blum
Die Antwort ist ganz einfach: Wer keinen Kredit mehr hat, der kann auch keinen Kredit vergeben. HAHAHA, Witz ist, wenn man trotzdem lacht. Oder, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Nicht alle Banken sind schlecht bzw. die Mitarbeiter handeln schlecht. Aber trotzdem möchte ich auffordern zum Nach- oder Umdenken.

Als ich in letzter Zeit häufig lesen und hören mußte, dass Banken nur selten, und dann auch noch mit höheren Auflagen und Preisen, Kredite vergeben, da dachte ich mir:
Warum leiht man sich sein Geld nicht bei anderen Unternehmen oder dem reichen deutschen Sparer?
Warum steigen nicht andere Firmen in das Bankgeschäft ein?
Letztendlich die alternative Lösung ist: Die Vergabe von Firmenanleihen.
Sie definieren die Bedingungen. Sie fragen bei derjenigen Zielgruppe nach Kredit, die Ihnen – vermutlich wohlgesonnen – ist. Sie entscheiden, wer Ihnen das Geld gibt.
Wie lautet ein amerikanisches Sprichwort so schön: Don’t compete, change the rules. Also drehen Sie den Spieß um. Tut nicht weh, bringt aber mehr. Krise = Chance
oder zumindest einen Versuch wert.
Was tun nach der Steueraffäre?
11. Februar 2009 von Georg Blum
Hallo Herr Zumwinkel,
schon Mitte 2007 haben wir Sie entdeckt, als Sie für Ihr Unternehmen mehr als nur der Vorstandsvorsitzende waren.
Schon jeher als Vorbild, haben Sie zu dieser Zeit fleißig unsere Briefe ausgetragen. (Und möglicherweise auch hineingespickelt, falls es Briefe an das Finanzamt waren.) Ein Schelm, der böses dabei denkt. Ja nichts anbrennen lassen. Nun gut. Sie haben Ihr Verfahren bekommen. Glück gehabt. Und bloß kein Neid.
Und sicher kommt es nun bei Ihren ehemaligen Mitarbeitern gut an, dass Sie Ihre Strafe auch gleich wieder abarbeiten. Da kann der Kollege und Steuerzahler nun wirklich nichts dagegen haben.
Sollten Sie mal bei uns Briefe austragen bzw. einwerfen, klingeln Sie kurz. Für einen Plausch und einen Kaffee ist immer Zeit.
Herzlichst Ihr langjähriger Kunde
PS: Übrigens, kann es sein, dass demnächst Ihr Freund Herr Mehdorn als Schaffner auftaucht?


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