Es wird heiter bis wolkig!

09. Mai 2011 von Georg Blum

Microsoft, Google und Mozilla haben fast zeitgleich ihre neuen Browser-Versionen vorgestellt. Mit Internet Explorer 9, Google Chrome 10 und Mozilla Firefox 4 (beta) lassen sich die Internetseiten deutlich schneller und sicherer als zuvor anschauen.

Große Unterschiede lassen sich auf den ersten Blick zwischen den drei Versionen nicht erkennen. Wie schreibt die FAZ vom 16.3.2011 so treffend: „Der Wettbewerb der Technik-Abteilungen hat drei etwa gleich gute Browser hervorgebracht, die sich nicht nur optisch, sondern auch in der Sicherheitstechnik und der Geschwindigkeit ähneln.“. Wahrscheinlich haben alle über ihre Spione beim Anderen abgekupfert und am Ende kam die Kopie der Kopie der Kopie heraus.

Wichtig für die Nutzer ist, dass alle drei Versionen kostenlos sind. Für die Anbieter rechnet sich das durchaus. Man bedenke nur die Bedeutung des Browsers für die Internetsuche. Hier steckt das wahre wirtschaftliche Kalkül der Browser-Anbieter. Google verdient durch die voreingestellte Suchmaschine im eigenen Browser Millionen und auch Firefox sichert mit dieser Voreinstellung seine Haupteinnahmequelle.

Was, außer Geschwindigkeit und mehr Sicherheit, bringen uns nun aber die neuen Browser? Die Anwendungen der Computernutzer verlagern sich zunehmend ins Internet (Cloud). Somit gewinnt der Browser, als Eingangspforte oder Himmelstür zum Netz, rasend schnell an Bedeutung. Präsentationen, E-Mails, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation etc. werden immer öfter direkt im Browser ver- und bearbeitet. „Das erfordert moderne, leistungsfähige Systeme, die in jedem Fenster eine eigene Anwendung laufen lassen können.“, bringt es die FAZ auf den Punkt.

Was sollen wir dazu noch sagen, außer: Es lebe der Wettbewerb und wie bereits erwähnt, mit der Verlagerung in die Cloud sind die Aussichten definitiv heiter bis wolkig!

Facebook bleibt unerreicht

30. März 2011 von Georg Blum

Auch 2010 war wieder ein Facebook-Jahr, sagt die FAZ vom 28. Dez. 2010. So verzeichnete Facebook unter allen im Internet ansässigen Unternehmen, Plattformen, Netzwerken etc. den größten absoluten Besucherzuwachs. 209 Millionen Benutzer mehr kann Facebook zum Jahresende hin verzeichnen, verglichen mit dem Jahresbeginn. Somit kommt das Netzwerk auf eine Gesamtnutzerzahl von fast 650 Millionen. Diese Zahl bzw. dieses Wachstum an sich ist schon beeindruckend, führt man sich jedoch vor Augen, das davon rund 280 Millionen User Facebook täglich nutzen, kann man sich vorstellen wie machtvoll diese Maschinerie ist. Zum Vergleich: Seiten wie Yahoo haben täglich ca. 160 Millionen Nutzer. Und auch Microsoft liegt mit täglich ca. 40 Millionen Nutzern weit dahinter.

In Deutschland wurden bisher noch sehr viele lokale Netzwerke genutzt, wie z.B. Lokalisten, StudiVZ und SchülerVZ. Aber selbst hier hat Facebook mittlerweile seine eigene Liga eröffnet. Immerhin nutzen nun schon  rund 28 Millionen Menschen in Deutschland Facebook (davon gute 10 Millionen täglich).

Mit diesem rasanten Wachstum werden natürlich auch die Stimmen der Kritiker lauter. So kommt der Vorwurf auf, Facebook wolle ein „Internet im Internet“ aufbauen. Internet-Giganten, wie Facebook und Apple, seien dabei die Grundprinzipen des Internets über Bord zu werfen und in sich geschlossene Inseln zu generieren. Jede einzelne Seite wird von den anderen Seiten abgeschirmt, so Tim Berners-Lee, der Erfinder des WorldWideWebs,

Basierend auf den Infos des Jahres 2010 kann man einige Schlüsse für 2011 ziehen. So wird Google als erstes Unternehmen die Schallmauer von einer Milliarde Nutzern in aller Welt durchbrechen. Das größte Wachstum wird aber weiterhin bei Facebook zu verzeichnen sein. Der Vorstoß könnte in dem Bereich von 800 Millionen Nutzern liegen. Diese Tatsache lässt auch den Druck auf Google weiter wachsen. So wird beispielsweise Twitter als ein lohnendes Ziel für Google gesehen, da die Übernahme des Gutschein-Dienstes Groupon für sechs Milliarden Dollar nicht zustande kam. Auch Apple wird mit Sicherheit weiterhin für Schlagzeilen sorgen. Vorstellbar ist z.B. der Einstieg des Unternehmens in den Spielekonsolensektor, wobei Apple mit seinem iPad dort mittlerweile auch schon gut vertreten ist. Das iPad bzw. sein Nachfolger das iPad 2 wird auch 2011 den Markt dominieren, wobei der Marktanteil vermutlich auf 75% schrumpfen wird.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Wettstreit um das mobile Internet das Jahr 2011 prägen wird. Vor allem  Geschäftsmodelle für lokale Dienste werden die Diskussionsrunden auf den Web-Konferenzen in diesem Jahr beherrschen. Dieser Markt verspricht, gerade wegen seiner derzeit noch geringen Größe, fantastische Wachstumsraten. Wir dürfen gespannt bleiben, ob, wie und durch wen diese erreicht werden.

Wenn Sie mehr über die Nutzung dieser Portale sowie erfolgreiche Business-Modelle wissen wollen, fragen Sie CommunDia!

Der Stammtisch von heute

23. März 2011 von Georg Blum

Beim Herumstöbern im Netz bin ich auf faz.net über einen schönen Artikel gestolpert.

Am Stammtisch werden Sprüche und Zoten geklopft. So auch in diesem Artikel.

„Bei Facebook sind die Stars auf Augenhöhe mit den Fans.“ –  das war uns alten Onlinehasen ja bereits bekannt :-)

„Heute ist die Wahrheit im Netz. Oder zumindest der Teil der Wahrheit, den jeder Einzelne für sich selbst beansprucht.“  – auch nicht neu, aber schön gesagt!

„Facebook heißt das Kommunikationsphänomen der Stunde, bei dem die Objekte der Berichterstattung zunehmend selbst zu Reporter-Darstellern werden.“ – „Reporter-Darsteller“ – einfach herrlich!

Sehr nett find ich auch die Feststellung von Thomas Horky, Professor für Sportjournalismus an der Macromedia Hochschule in Hamburg: „Facebook ist das drittgrößte Land der Erde“. – toll, toll, toll!

Abschließend noch zwei Sätze aus dem Artikel, die man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte:

„Die sozialen Netzwerke sind für viele und vielerlei sehr wertvoll. Und nicht alles ist so privat, wie es auf den ersten Blick erscheint.“ – vielleicht prüfen Sie doch noch mal die soeben hochgeladenen Urlaubsbilder auf Facebook ;-)

Wem CommunDia bei der „Einbürgerung“ ins gelobte Facebook-Land noch unter die Arme greifen darf, der sollte sich schnell melden, denn wie heißt es in dem Artikel doch:

„Soziale Netzwerke sind die Brücke zum globalen Fanwesen.“ – ganz egal ob Sie als Privatperson, als Vertreter eines Sportclubs oder als Chef einer Unternehmung agieren.

Fazit: Das Runde muss ins Eckige und das Spiel (auf Facebook) dauert 90 Minuten (oder auch länger).

Zettelwirtschaft ade

09. März 2011 von Georg Blum

Ja, ja das digitale Zeitalter verschlingt jetzt auch noch die gute alte Zettelwirtschaft.

Mit Nobo Kapture, Echo Smartpen oder dem Digi-Memo sind die – irgendwie doch mehr oder weniger lieb gewonnenen – Zettelhaufen passé.

Wie das geht? Ganz einfach. Ein interner Speicher „merkt“ sich Handschriftliches aller Art. Per USB-Kabel werden die Notizen direkt auf den Computer übertragen.

Für die User ergeben sich also völlig neue Möglichkeiten der Notizenverwaltung.

So können mittels Volltextsuche beim Echo Smartpen beispielsweise Aufzeichnungen zu bestimmten Themen leicht wieder gefunden werden. Ein echter Vorteil für Vielzettelschreiber! Aber der Smartpen kann noch mehr. Er ist eine Kombination aus Stift und Diktiergerät. Besonders nützlich ist das, bei handschriftlichen Aufzeichnungen während eines Vortrages. Sobald man die entsprechende Stelle im Text antippt, spielt der Stift die dazu passende Aufnahme ab. Weitere Gadgets sind die Taschenrechnerfunktion, die Funktion eines virtuellen Klaviers oder der Übersetzer, der geschriebene Worte in fast jede erdenkliche Sprache überträgt und als Sprachausgabe wiedergibt. Manko an diesem Stift – zur Nutzung wird ein Spezialpapier benötigt, was die Kosten natürlich in die Höhe treibt.

Das Digi-Memo fußt auf einem anderen System und erspart dem User den Kauf von Spezialpapier. Bestehend aus einem Klemmbrett und einem Spezialstift kann mit handelsüblichem Papier geschrieben werden. Seine Vorteile spielt das Digi-Memo besonders bei seiner Größe und seinem Gewicht aus. Es ist leichter und handlicher als ein Notebook oder ein Tablet-PC.

Als Knackpunkt beider Systeme ist die Weiterverarbeitung der erzeugten Daten zu nennen. Denn um die Notizen in ein digitales, mit Textverarbeitungsprogrammen kompatibles Format umzuwandeln, muss eine zusätzliche Software erworben werden.

Die Preise der „neuen“ Schreibutensil-Generation liegen bei ca. 250 Euro!

Jetzt stellt sich mir nur eine Frage: Was wird zukünftig aus unseren leeren Papierkörben? Haben Sie vielleicht eine Idee?

Wer früher stirbt, ist länger tot

15. Februar 2011 von Georg Blum

Normalerweise sollte man glauben, dass diese Aussage unantastbar im Raum steht. Aber in den heutigen Zeiten sozialer Netzwerke, trifft das alles gar nicht mehr so 100%-ig zu. Ja, heutzutage muss man damit rechnen, auch nach seinem Ableben virtuell weiter zu existieren. Einem selbst kann´s eigentlich egal sein, aber für die Hinterbliebenen, kann diese Existenz problematisch und manchmal auch sehr schmerzhaft sein.

Die FAZ vom 12.12.2010 schildert die Geschichte einer jungen Schwedin, die quasi ihr ganzes Familien-Leben auf Facebook offen legte. Sunniva, so heißt die junge Schwedin, und ihr Freund  luden Fotos von Partys mit Freunden, Bilder aus dem gemeinsamen Urlaub, von der gemeinsamen Renovierung ihrer Wohnung und und und hoch. Als sich Sunnivas Freund vergangenen Januar das Leben nahm, waren die beiden Nutzerprofile so eng miteinander verknüpft, dass Sunniva täglich Nachrichten bekam, die an ihren toten Freund erinnerten. Da diese Situation für die junge Frau unerträglich war, wollte sie, dass das Nutzerprofil ihres Freundes gelöscht wird. Sunniva kannte das Passwort für den Account ihres Freundes nicht. Aus diesem Grund schrieb sie direkt an Facebook und schilderte was passiert war. Als Antwort erhielt sie eine Standard-E-Mail. Man werde sich bald wieder melden und sie solle die Hilfeseiten studieren. … Wochen später bat Facebook um weitere Informationen zu Geburtsdatum und –ort ihres Freundes und um die Information, wann er sein Profil angelegt hat. Die gewünschten Infos schickte Sunniva noch am selben Tag zurück. Lange herrschte Funkstille und dann kam die Antwort: „Eine Löschung des Nutzerprofils komme nicht in Frage.“, so die FAZ. Statt dessen richtete Facebook für den Freund eine Gedenkseite ein. Sunniva war entsetzt – eine Gedenkseite ohne ihr Einverständnis, das wollte sie nicht. Erst nachdem eine schwedische Zeitung über den Fall berichtete löschte Facebook den Account.

Die FAZ fasst also zusammen: „Für Angehörige von Verstorbenen kann das Ausloggen für die Ewigkeit zu einer wahren Tortur werden.“

Die neuesten Regeln bei Facebook besagen: wird der Tod eines Nutzers gemeldet und durch einen Totenschein nachgewiesen, wird das Profil des Verstorbenen in einen „Memorial State“ versetzt. So möchte Facebook den Hinterbliebenen die Möglichkeit geben, sich in ihrer Trauer auszutauschen.

Problematisch ist hierbei, dass sich das Gedenkprofil kaum von dem eines Lebenden unterscheidet. Natürlich könne das Konto auch gelöscht werden, teilt Facebook mit. Ob darauf aber ein Rechtsanspruch besteht, ist laut FAZ umstritten.

Eines steht fest, früher oder später muss sich der Gesetzgeber ganz klar zum „ausloggen für die Ewigkeit“ äußern. Bis dahin sollte jeder sein Testament um die Passwörter und Zugriffsdaten seiner Social Media Accounts ergänzen.