Kaffeegenuss TOGO
01. April 2010 von Ralf Roßkopf
Unser Leben wird immer hektischer – laut GfK wird in Deutschland bereits jeder zweite Kaffee „to go“, d.h. „zum Mitnehmen“ verkauft. Damit könnte es jedoch bald ein Ende haben. Der westafrikanische Staat Togo hat Klage beim europäischen Gerichtshof und beim amerikanischen Supreme Court gegen die Bezeichnung „to go“ eingelegt. Kaffee ist – neben Maniok und Hirse – eines der wichtigsten Exportgüter des Landes, so der Präsident der Repulik, Faure Gnassingbé. Der Namenszusatz „to go“ sei weltweit für togolesischen Kaffee geschützt – und dieser würde traditionell im Sitzen getrunken.
Die Kaffeeriesen Starbucks und McDonald’s haben bereits Einspruch gegen die Klage beim europäischen Gerichtshof eingelegt – zu groß ist die Furcht vor einer Renaissance der afrikanisch-europäischen Kaffeekultur.
Bereits im Jahr 2005 hatte sich der Kaffeegigant aus Seattle erfolgreich gegen die Kampagne „Auf der Terrasse nur Kännchen“ der DEHOGA – des deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes – gewehrt.
Wie der Zwist um die Bohne ausgeht bleibt offen – genießen Sie Ihren Kaffee heute, am 1. April, in aller Ruhe!
Hartz 400.000 oder ein harter Versorgungsfall
07. August 2009 von Georg Blum
Zurzeit wird vor dem Landgericht Karlsruhe der Fall EnBW gegen Utz Claassen verhandelt. Es geht um die “einmalige” Vertragsklausel, die ihm nach dem Ausscheiden bei der EnBW ein
Überbrückungsgeld von 400.000 Euro !!! pro Jahr bis zum Alter von 63 Jahren gewährt.
Egal wie das Verfahren ausgeht, kann man hierzu nur sagen: Wie kann man so einen Vertrag schließen? Und bei der aktuellen Honorar- bzw. Gehaltsituation von Utz Claassen (er berät das große Investment-Haus Cerberus): Kann man den Kanal nicht voll genug bekommen? Er hat für das Jahr 2004 (sein Amtsantritt) ca. 4.2 Mio. (inkl. variabler Vergütung) erhalten. Selbst, wenn es in den Folgejahren bis 2007 nur 3 Mio. Euro waren. Was will er noch? Mitleid? Mit einem Hartz 400.000 Empfänger! Das Fressen kommt vor der Moral, sagte Brecht. (b)Recht hat er.
Ich bin dafür, dass sich die EnBW und Herr Claassen hier schnell und geräuschlos einigen, denn jede Zeile in der Zeitung oder auf dem Bildschirm ist zuviel.
Oder?
Was tun nach der Steueraffäre?
11. Februar 2009 von Georg Blum
Hallo Herr Zumwinkel,
schon Mitte 2007 haben wir Sie entdeckt, als Sie für Ihr Unternehmen mehr als nur der Vorstandsvorsitzende waren.
Schon jeher als Vorbild, haben Sie zu dieser Zeit fleißig unsere Briefe ausgetragen. (Und möglicherweise auch hineingespickelt, falls es Briefe an das Finanzamt waren.) Ein Schelm, der böses dabei denkt. Ja nichts anbrennen lassen. Nun gut. Sie haben Ihr Verfahren bekommen. Glück gehabt. Und bloß kein Neid.
Und sicher kommt es nun bei Ihren ehemaligen Mitarbeitern gut an, dass Sie Ihre Strafe auch gleich wieder abarbeiten. Da kann der Kollege und Steuerzahler nun wirklich nichts dagegen haben.
Sollten Sie mal bei uns Briefe austragen bzw. einwerfen, klingeln Sie kurz. Für einen Plausch und einen Kaffee ist immer Zeit.
Herzlichst Ihr langjähriger Kunde
PS: Übrigens, kann es sein, dass demnächst Ihr Freund Herr Mehdorn als Schaffner auftaucht?
Schmidt’s Schnauze: Visionen, Guerilla-Marketing und Kundenorientierung
07. Februar 2009 von Georg Blum
Am 23. 12. durfte Helmut Schmidt seinen 90. Geburtstag feiern. Die Bildzeitung veröffentlichte seine 90 besten Sprüche. 4 Biographien sind entstanden, sein eigenes Buch “Außer Dienst”. Ich denke, im Nachgang gilt es auch mal das Kleingedruckte über ihn herauszustellen.
Der vielleicht berühmteste und aktuellste Spruch von ihm ist: Wer Visionen hat, der sollte zum Arzt gehen. Was meinte er schon in den siebziger Jahren damit? Er hat sich immer als Realist bezeichnet. Weder Pessimist noch Optimist. Insofern sind Visionen für ihn Hirngespinste, die eher mit einer Bauernfängerei als mit … zu tun haben.
Heute können Sie auf fast jeder Webseite nachlesen, was die jeweilige “Mission” oder “Vision” des Unternehmens ist. Schmidt würde dazu nur genüßlich seine Zigarette anzünden. Denn oft ist das dort geschriebene nicht mal ein Zündholz wert.
Seine Vision war z.B. China wird das einzige kommunistisch regierte Land sein, welches den Spagat zwischen Marktwirtschaft und Sozialismus aushält.
Er vermutete schon vor 5 Jahren, dass die unregulierten Finanzmärkte in einem Kollaps enden würden. Das war seine realistische Vision.
Aber der Knaller war bei seinem ersten Wahlkampf für ein politisches Mandat, als er einen Familien-Film als Wahl-Werbung an die Häuserwände in seinem Hamburg Wahlkreis “geworfen” hat. Mit Erfolg. Heute würde man das Guerilla-Werbung nennen.
Letztendlich hat er schon vor vielen Jahren geklagt, dass Unternehmen sich nicht kundenorientiert verhalten würden. Auch hier hat er der Branche den Spiegel der “Zeit” vorgehalten.
Aber wie sagt er am Ende dieser Zeit-Werbung so schön: ” Jeder von uns muss noch ein bißchen was dazu lernen”. Recht hat er.
gongxi facai – Glück und Erfolg für das neue Jahr
26. Januar 2009 von Ralf Roßkopf

Heute, am 26. Januar 2009, verabschieden die Chinesen – gemäß ihres Mond- und Sonnenkalenders – das Jahr der Ratte und begrüßen das Jahr des Büffels (Erd-Rindes).
Traditionell feiern die Chinesen diesen wichtigsten Feiertag, auch Frühlingsfest genannt, mit ausgiebigen Festessen, grandiosen Feuerwerken, bunten Drachentänzen und dem finalen Laternenfest.
Millionen von Chinesen reisen für die Festtage zurück in ihre Heimatdörfer zu ihren Familien und Verwandten. Es ist jährlich weltweit die größte Völkerwanderung. Keine Feier weltweit lähmt ein Land dermaßen.
Die Arbeitermassen (und nicht nur die über 200 Millionen Wanderarbeiter) ziehen von den wirtschaftlichen Metropolen an der Ostküste zurück in die Provinzen. Mit den privaten und öffentlichen Transportmitteln, vor allem den Zügen, werden über 1,5 Milliarden Einzelreisen während der Festtage registriert.
Tradition und Moderne: Vor allem Studenten und junge Büroangestellte nutzen die freien Tage über das chinesische Neujahrsfest für Schönheitsoperationen. Mobilfunkbetreiber profitieren von einem Land, zu dessen Tradition es gehört, Glückwünsche und Grüße zum chinesischen Neujahrsfest zu verschicken. Dieses Jahr wird dabei ein neuer Rekord mit mehr als 20 Milliarden SMS erreicht.
Wenn China das Neujahr feiert, werden zukünftige Träume beschworen. Nach den Olympischen Spielen im vergangenen Jahr dürften nun vor allen Dingen wieder rein wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen.
Dazu ein chinesisches Sprichwort: Dem Büffel ist das frische Gras lieber als eine goldene Futterkrippe.

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