zeit.jpgJa, es gibt Dinge, die auch wir von NO BIG DEAL nicht besser sagen können. Außerdem möchten wir entschieden der Meinung entgegentreten, dass wir nichts mehr außer unserem eigenem Blog lesen. Deshalb lassen wir mit großer Bewunderung mal andere für uns sprechen.

Zu was? Es geht um die Wirtschaft – natürlich. Und um die Weise, wie die Weisen das betrachten. Also keine Weissagung, sondern harte Wahrheiten von der Fläche.

Die Zeit” heilt Wunden, aber auch manche Meinung!
Hier lesen Sie mehr: Die Wirtschaftsweisen.

Zuständig – oder ständig zu?

18. Juni 2008 von Christian Spin

Also ehrlich, wissen Sie, auf was ich in meinem Job verzichten kann?
Nörgelnde Kunden?
Mitnichten, zum Großteil muß sich Verkäufer an die eigene Nase fassen.

Vielleicht das endlose Vertrösten, alles wäre auf dem Weg und die einzelnen Fachabteilungen müssten nur noch abnicken, aber das dauert halt, kennen Sie ja?
Auch nicht, in Großunternehmen dauert alles seine Zeit, dafür läufts mit dem Bestandskunde namens Konzern umso reibungsloser.

Nein, was mir regelmäßig die Laune verdirbt, ist die Tatsache, dass Telefonakquise so unglaublich
kompliziert geworden ist (siehe auch hier: http://blog.no-big-deal.de/2007/12/05/das-telefon-schellt-keiner-geht-ran/).

An sich ist die Telefonakquise ja schon ein eher ungeliebter Vertriebsjob, auch wenn ich der Meinung bin, das die Kunst des zwanglosen “Ich hab da was, was ihr brauchen könnt” Anrufes a) weder in teuren Seminaren hinreichend zu vermitteln wäre, noch b) gute Telefonakquise von Berufseinsteigern vorgenommen werden sollte.

Aber warum kompliziert?

Nun, als ich vor 15 Jahren im Vertrieb angefangen habe, da gab es DEN Ansprechpartner in der Abteilung. Die graue Eminenz im Büro, DER Generalist. Er wusste ganz genau, wer wofür zuständig war. Er hat sich geduldig das Anliegen vortragen lassen und hatte danach mit schlafwandlerischer Sicherheit die letzte Ansprechstation parat. Im Zweifel hat er es selbst aufgenommen und im Hintergrund nachher die entsprechende Stelle informiert.
Plötzlich bekam man einen Anruf aus dem Unternehmen, ohne den Anrufer jemals selbst gesprochen zu haben.

Perfekt!
Kam man dann nicht weiter, dann war es aus, jeder weitere Versuch zwecklos.
Und heute?

Spezialisten mit exakt begrenztem Einsatzgebiet und eine Telefonzentrale, die auf die Nachfrage nach dem Verantwortlichen für XY mit der Antwort reagiert:”Sowas ham wa garnich!”
Gelingt es dann doch in die Abteilung vorzudringen, ist genau für diesen Fall kein Kompetenzträger vorhanden.
Antwortbeispiele gefällig?

- Das macht mein Kollege, der ist aber nicht da. (der ist aber nie da, wie ich leidvoll über Monate feststellen mußte)
- Ich verstehe gar nicht, was wir damit sollen. (auf die Frage, wer denn bei einem Maschinenbauer den Einkauf für Kugellager vornähme)
- Oje, da sind sie bei mir völlig Falsch, wer das bei uns macht, weiß ich aber nicht. (es wußte keiner, also erneuter Anlauf 6 Monate später)
- Können Sie an die info@ Adresse erstmal etwas Schriftliches schicken. (bei einem Unternehmen mit 12.000 Mitarbeitern)

Aber neulich, da bin ich mal wieder angenehm überrascht worden.

Eine nette Abteilungsmitarbeiterin eines im MDAX(R) gelisteten Unternehmens, die zudem auch noch mit Charme, Witz und Pfiffigkeit auftrumpfte, nahm sich meines Anliegens an.
Mit dem seit Jahren kaum vernommenen Ausspruch:”Das regel ich für Sie, das kriege ich raus!” kramte die Gute ihren Schreibtisch durch, stöberte im Intranet und befragte nach mehrmaligem ..”schuldigung, einen Moment dauerts noch”… schlußendlich noch ihre Kollegin von Gegenüber.

Ergebnis:

Die letze Ansprechstation war gefunden, mit Telefonnummer, Mailadresse und der Alternative, alle Daten auch zum Stellvertreter zu erhalten. Wir kamen noch kurz zu einem netten Smalltalk und mit einem fröhlichen “Ich drücke ihnen die Daumen” endete das Telefonat von ihrer Seite.

Ausnahmen bestätigen die Regel, so isses halt.

Wie finden Sie es, wenn Boris Becker für eine Versicherung wirbt und beim Golfspiel seinen Schläger schleppenden Caddie mit einem unbedarften Wums knock-out setzt? Ich finds lustig. Was denken Sie, wenn Michael Schumacher und Kimi Räikkönen einen italienischen Kleinwagen anpreisen und jeder mit dem Flitzer fahren will? Hat durchaus Unterhaltungswert, oder? Was meinen Sie, wenn der Comedian Olli Dittrich für ein Unterhaltungselektroniker als Möchtegern-Italiener „Toni“ via Glotze den Absatz von eben diesen Fernsehern erhöhen will, und dabei mit platten Sprüchen und abgedroschenen Klischees aufwartet?„Toni“ ist laut, unangenehm und präsentiert sich mit Goldkettchen und Oliba. Der typische Italiener soll also Macho, schmierig, frauenfeindlich und in unserem Fall auch noch schlecht gekleidet sein? Kein Wunder, wenn diese Darstellung in Bella Italia für Entrüstung sorgt. Die italienische Presse ruft einen Skandal aus und nennt die vier „Toni“-Werbespots rassistisch und klischeebehaftet. Auch in Deutschland lebende Italiener fühlen sich verunglimpft.

Wie meinen Sie, würden die Italiener den typischen deutschen Fußballfan im Spot darstellen? Vielleicht als lederbehosten Biertrinker, der mit Aldiletten auf dem Campingplatz sein Auto wiehnert, einen Gartenzwerg neben dem Hänger platziert, einen Gartenzaun um sein mobiles Heim zieht, und der Platzhirsch mit dem größten Pantoffelkino ist. Naja, wenn man sich das bildlich vorstellt, könnte ein Werbespot mit einer solchen Charaktere eigentlich ganz lustig werden.

Besagtes Mediaunternehmen hat die Konsequenz gezogen und einen der vier Spots – der mit dem gekauften Schiedsrichter – abgesetzt. Viele Unternehmen, die etwas auf sich halten, werben dieser Tage mit der EM. Denn nicht nur „Sex sells“ auch Fußball sorgt für Absatz. Da darf natürlich der Weltmeister von 2006 nicht fehlen. Aber muss das so sein?

Und sie (die Großen) lernen es nie!

05. April 2008 von Georg Blum

Am Mittwoch bekam ich einen Anruf: Hier spricht Frau Irene Müller* von T-Mobile. Ich bin Ihre Kundenbetreuerin. Wir möchten uns heute ganz herzlich bei Ihnen für Ihre Treue bedanken. Als kleines Dankeschön erhalten Sie die nächsten drei Monate jeweils 50 MMS gratis. Und das ganz ohne Risiko und Nebenkosten. Das hat alles keine Auswirkungen auf Ihren Vertrag. Ist das nicht schön?”

Eigentlich hätte ich ja vor lauter Freude, dass man an mich denkt, aus dem Fenster springen müssen. Oder schnell die Flasche Schampus von der letzten Feier aus dem Kühlschrank holen. Das muss begossen werden. Aber was denkt der miesepetrige Berater, in diesem Fall Kunde: Mist, ich verschicke doch gar keine MMS. Geht das mit meinem Handy überhaupt. Nur ganz, ganz selten versende ich SMS.

“Freuen Sie sich denn nicht?” löst die freundliche Stimme die Stille auf. Ich versuche eine freundliche Stimme “aufzusetzen” und sage: “Ich finde es ja schon sehr nett, dass T-Mobile an mich denkt. Aber ich versende doch nur ganz selten SMS. MMS noch seltener. Sie können mir aber eine Freude machen, indem Sie mir eine Gutschrift auf die nächsten drei Rechnungen anbieten oder einen anderen Vorteil, der mir etwas bringt. Geht das?” “Nein”, sagt das nette Mädel am anderen Ende, die ja nur Ihren Job macht. “Ich kann Ihnen, nein darf, nichts anderes anbieten.” Schade sage ich, dann werde ich nun mein Vorhaben zu kündigen nun doch ausführen.

Was will uns diese Abhandlung sagen? Liebe Kundenbindungs- Dialogmarketing- Mehrwert- Zugabe- freundlicher- Anruf- Kunde- ist- sowieso- immer- im- Nachteil- kleine- Geschenke- erhalten- die- Freundschaft- kreativen- Erfinder- die- leider- keine- wirksamen- Analysen- des- Kundeverhaltens- und- die- falschen- Schlüsse- daraus- ziehen- und- somit- keine- Auswahl- an- Geschenken- vorschlagen- aus- denen- der- Kunde- auswählen- kann:

Ist das denn so schwer zu verstehen, dass nicht jeder Kunde gleich ist? Warum überlegt man sich nicht zwei oder drei Ideen, bei denen der Kunde wählen kann. Ja, wenn schon die politische Wahl verdammt schwer ist, dann sollten es einem die Firmen nicht auch noch schwer machen.

Mehr ist dazu nicht zu sagen. Oder doch? Ja, dann bitte.

*Name von der Redaktion geändert

„Hups“, wieder mal zu neugierig gewesen und den Pop-Up Blocker für eine Website ausgeschaltet; wieder mal nicht rechtzeitig das große Exit-X gefunden. Pech gehabt, es ist passiert. Ich bin über das Aufklappfenster gestolpert und auf die Seite eines deutschen Telefonanbieters – Home Entertainers heißt es neudeutsch oder eingedenglischt – gefallen. Wo war nur das verflixte X? Blinkende Angebote strahlen mir in die Augen, blenden mich. Aber ich bin doch sehr zufrieden mit meinem Telefonanbieter – was soll ich hier? Puh, da war das X. Ich bin ausgestiegen. Habe alle Fenster im Browser geschlossen, auf die ursprünglich Seite will ich nicht zurück, geht auch nicht mehr, denn ich habe mir einmal mehr vorgenommen, den Pop-Up-Blocker nie mehr zu deaktivieren.

Warum gibt es immer noch so viele Pop-Ups? Die Masche zieht nach wie vor und ich frage mich, ob ich die Einzige bin, die das nervt. Ja, ich weiß, Affiliate-Marketing ist in. „Affiliate“, das so manchem Deutschen ein Lispeln entlockt, ist fester Bestandteil der bunten Online-Werbewelt. Jedoch es besteht Hoffnung: Laut einer Umfrage von Affilinet steigt die Attraktivität von Affiliate Marketing weiter an, aber dank Video & Co. werden Partnerprogramme zu dynamischen, interaktiven Online-Werbemitteln, die durch zeitgemäße Inhalte und bewegte Bilder bestechen und die man als Nutzer hoffentlich aufrufen kann, wenn man möchte und die nicht aufpoppen, wenn man versehentlich mit der Mouse drüberfährt.

Es blinkt und blitzt im Internet… nur wie lange noch?

Starre Werbeanzeigen, Blinki-Banner, Blanki-Animationen. In der Online-Werbelandschaft dominieren die klassischen Online-Werbeformate wie Pop-Ups, Textlinks, Banner. Noch. Denn es wird ihnen eine düstere Zukunft vorhergesagt – eine stockdunkle sogar. Andere Formate sollen den Siegeszug antreten. Gemunkelt wird von Videos und Pagepeels (engl. = Seitenabblättern, Eselsohr, Verfahren, um Werbung, z.B. Flashs, dezent auf einer Website zu platzieren) – sie sollen die kommenden Stars am Online-Werbehimmel werden.

Übrigens: Mehr über Affiliate-Marketing gibt´s beim Affiliateboy.