Der Stammtisch von heute

23. März 2011 von Georg Blum

Beim Herumstöbern im Netz bin ich auf faz.net über einen schönen Artikel gestolpert.

Am Stammtisch werden Sprüche und Zoten geklopft. So auch in diesem Artikel.

„Bei Facebook sind die Stars auf Augenhöhe mit den Fans.“ –  das war uns alten Onlinehasen ja bereits bekannt :-)

„Heute ist die Wahrheit im Netz. Oder zumindest der Teil der Wahrheit, den jeder Einzelne für sich selbst beansprucht.“  – auch nicht neu, aber schön gesagt!

„Facebook heißt das Kommunikationsphänomen der Stunde, bei dem die Objekte der Berichterstattung zunehmend selbst zu Reporter-Darstellern werden.“ – „Reporter-Darsteller“ – einfach herrlich!

Sehr nett find ich auch die Feststellung von Thomas Horky, Professor für Sportjournalismus an der Macromedia Hochschule in Hamburg: „Facebook ist das drittgrößte Land der Erde“. – toll, toll, toll!

Abschließend noch zwei Sätze aus dem Artikel, die man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte:

„Die sozialen Netzwerke sind für viele und vielerlei sehr wertvoll. Und nicht alles ist so privat, wie es auf den ersten Blick erscheint.“ – vielleicht prüfen Sie doch noch mal die soeben hochgeladenen Urlaubsbilder auf Facebook ;-)

Wem CommunDia bei der „Einbürgerung“ ins gelobte Facebook-Land noch unter die Arme greifen darf, der sollte sich schnell melden, denn wie heißt es in dem Artikel doch:

„Soziale Netzwerke sind die Brücke zum globalen Fanwesen.“ – ganz egal ob Sie als Privatperson, als Vertreter eines Sportclubs oder als Chef einer Unternehmung agieren.

Fazit: Das Runde muss ins Eckige und das Spiel (auf Facebook) dauert 90 Minuten (oder auch länger).

Tante Hildes Geschenke

17. März 2011 von Georg Blum

Wer kennt sie nicht, die unerwünschten Geschenke von „Tante Hilde“, „Onkel Hubert“ usw.?

Der Weltgrößte Online-Händler Amazon hat nach Festen wie z.B. Weihnachten, wie alle anderen auch, das Problem des „Massenumtausches“. Laut FAZ vom 29.12.2010, hat sich Amazon nun jedoch ein Verfahren ausgedacht, um sich vor der Rückgabe unerwünschter Geschenke zu schützen.

Es wird eine „schwarze Liste“ von Geschenken angelegt, welche das Warenlager nie verlassen. Stattdessen wird an den Beschenkten ein Gutschein ausgegeben, ohne dass dies der Schenkende mitbekommt. Der Nutzer dieses Verfahrens könnte z.B.  eine Regel hinterlegen, wenn er der Meinung ist, dass der potentielle „Schenker“ einen anderen Geschmack als er selbst hat. Eine weitere Option ist z.B. alle Geschenke, welche von „Tante Hilde“ kommen, ungesehen abzulehnen. Theoretisch könnte somit alles umgetauscht werden. Das heißt aus Schlips, T-Shirt und Socken wird in Zukunft der tatsächlich gewünschte MP3-Player.

Auch wenn durch dieses Tool definitiv der Charme des Schenkens auf der Strecke bleibt, denn der Beschenkte erhält vorab eine E-Mail mit der Ankündigung des Präsentes, ist es für den Händler allemal profitabel. Derzeit landen, nach Angaben der „Washington Post“, noch bis zu 30% der Geschenke wieder beim Händler. Dadurch kommen mehrere Arbeitsschritte auf den Händler zu, bis der Artikel wieder in den Verkauf kann, wie z. B. das in Empfang nehmen, säubern, eventuell reparieren, sortieren, neu verpacken usw.. Dass das mit immensen Extrakosten verbunden ist, ist jedem bewusst. Sind die Produkte dann auch noch benutzt oder beschädigt, so muss der Händler eine Preisminderung im Weiterverkauf einräumen.

Ein Patent auf dieses Verfahren wurde von Amazon schon eingereicht. Für Sie heißt das: Sockenvorrat anlegen, denn von „Tante Hilde“ gibt´s die in Zukunft nicht mehr ;-) !

Black Friday

24. Februar 2011 von Georg Blum

Diese Bezeichnung hat nichts mit einer Börsenblase zu tun, wie man es vielleicht annehmen könnte. Nein, der Black Friday symbolisiert vielmehr den Tag, ab dem im amerikanischen Einzelhandel schwarze Zahlen geschrieben werden. Und das war im letzten Jahr der 26. November.

Da oft 40 % bis 50 % des Umsatzes in den letzten 6 Wochen erzielt werden, ist das mehr als nachvollziehbar.

Was aber noch faszinierender ist: Da die Analysten den Angaben des Einzelhandels schon lange nicht mehr glauben, wird sogar Satellitentechnik eingesetzt. Sie fragen sich, wie das geht? Ganz einfach! Um eine Prognose über das Kaufverhalten abzugeben, werteten Analysten Bilder von Parkplätzen aus, die von Satelliten aufgenommen wurden. Ist der Parkplatz wirklich voller als im letztes Jahr? Ich frage mich angesichts dieser Methode allerdings, ob nicht hinter den Bildern der Analysten auch noch Google Streetview steckt und das eine oder andere Auto oder der ganze Parkplatz ausgeblendet wurde.

Letztendlich sind die Aussagen der Analysten eh mehr oder weniger obsolet, denn wer glaubt denen schon noch?

Ob Parkplatz voll oder leer, am Ende entscheidet dann doch der Kasseinhalt des Händlers über Erfolg oder Misserfolg.

Auf jeden Fall lief das Geschäft bis zum Jahresende recht gut. Doch inzwischen hofft man in Einzelhandelskreisen nicht nur auf den Black Friday, sondern auch auf den Cyber Monday. Jetzt fehlt nur noch, dass uns die Amerikaner – insbesondere in Arizona – den Wüsten-Rot-Tag wegnehmen.

Neulich beim Bäcker meines Vertrauens und dies ist keine Filiale der Rein Rauf Runter – Generation welche meinen Briefkasten bald täglich mit Flyern überflutet, auf welchen ich 5 Amerikaner zum unschlagbaren Preis

von 0,99 Cent angepriesen bekomme.
Also, ich stehe in der Filiale des o.g. Bäckers, hier nimmt das Verbrechen seinen Lauf, bzw. werde ich Zeuge von ganz großem Vertrieb und genieße das Flair einer alteingesessenen Bäckerei, weil ich leider nicht alleine dieser Bäckerei die Treue halte.
Die Ladeneinrichtung ist sicherlich fast so alt wie die Bäckereifachverkäuferin, die mich dann freundlich, unter Namensnennung, wie immer zuvorkommend begrüßt, als hätte ich die Absicht eine Rolex Submariner im Wert von mehreren tausend Euro zu kaufen.

Es ist fast schon peinlich dass ich dann nur 3 Brötchen bestelle, und den laienhaft kopierten Bonuszettel der Bäckerei hin lege, um einen Stempel zu erhalten. Dieser sichert mir bei 10maligem Wiederbesuch ein süßes Stückchen im Wert von 1.- €, oder aber ich darf wahlweise den Abzug eben dieses Euros vom Kaufpreis verlangen.

Nein, dass alleine ist nicht der große Vertrieb den ich jede Woche erleben darf, und auch nicht das Verbrechen das ich oben angesprochen habe, denn das ereignet sich im Verborgenen!
Als ich zu Hause ankam, meinen Frühstückstisch reichlich deckte, den Latte gerichtet und die Sonntagszeitung bereit lag, bemerkte ich, dass mir meine Bäckereifachverkäuferin unbemerkt von mir und allen anderen Kunden, ein Brötchen mehr in die Tüte „geschmuggelt“ hat. Nicht etwa ein billiges Wasserbrötchen, nein, ein Mehrkornbrötchen war es, und dies alles obwohl mein Bonuszettel erst drei Stempel ausgewiesen hat! Was tun als ehemaliger Ministrant?

War es nur ein Versehen, oder bin ich einer harten Dealerin der Backwarenindustrie aufgesessen und habe mich mit dem gedealten Gut strafbar gemacht? Soll ich sie bei ihrem Bäckermeister anprangern, mit dem Hinweis was in seiner Filiale so alles passiert und damit eine Tragödie heraufbeschwören, oder soll ich vermuten, dass Beide unter einer Decke stecken?
Sie das „Bonusbrötchen“ als geschicktes Kundenbindungsinstrument einsetzen, um mich lächelnd an der Rauf Runter Raus – Filiale vorbeigehen zu lassen?

Eins ist aber so sicher wie das Amen in der Kirche, meine Bäckereifachverkäuferin hat Vertrieb verstanden.
Hier bin ich König Kunde und hier werde ich mich solange es geht „bestechen“ lassen.
Vertrieb in Vollendung!

Dies ist ein Beitrag unseres treuen Lesers: Andreas Müller Andreas.Mueller@sba.adac.de

Mein Platz heißt 3C – versüßt mit Schokolade

06. Dezember 2010 von Georg Blum

Zurzeit ist richtig was los bei uns. Deshalb fliege ich auch wieder viel in der Republik herum. Und weil man zum Fliegen eine Airline benötigt, die einen mitnimmt, sucht man – wenn möglich – auch eine aus, bei der man sich wohlfühlt.

Gerade eben habe ich eine SMS von AirBerlin bekommen: Sie können jetzt per SMS einchecken. Drücken Sie auf Antworten und senden Sie die SMS mit der Flug-Nummer zurück. Gesagt, getan. Postwendend (Gibt es das Wort überhaupt noch? Wenn ja, hat es noch die herkömmliche Bedeutung?) kam die SMS mit der Bestätigung zurück.

Ich schaute kurz rein, ob der Bar-Code dabei ist und auf welchem Sitz ich dieses Mal Platz nehmen darf. Und zu meiner Überraschung: Es ist Platz 3C.

Jetzt ist das nichts außergewöhnlich. Aber zu meiner Loyalität trägt dies extrem bei. Weil ich seit Jahren viel AirBerlin fliege und ich sitze zu 90 % auf dem Platz 3C. Inzwischen ist das ”Mein Platz”.

Neben dem Lächeln der Stewardess ist die Begrüßung “meines” Platzes ein lieb gewordenes Ritual. Auf AirBerlin ist Verlaß. Das ist nicht mehr oft in der heutigen Zeit. Und auf noch etwas ist Verlaß bei AirBerlin. Am Ende des Fluges (nach Verabschiedung mit einer Träne im Auge) von “meinem Platz 3C” bekommt man zur Versüßung des Abschiedschmerz noch eine “herzliche” Schokolade.

Der Wert der Schokolade ist sicher kein großer. Macht aber nichts. Auf die Gesten kommt es an. Seit dies die DBA eingeführt hat, wird diese Geste gnadenlos beibehalten. Und das ist auch gut so. In der Zeit der Globalisierung und ständiger Veränderung braucht ein reisender Mensch seine Verläßlichkeiten und Stützpfeiler.

Das Lächeln der Stewardess, mein Platz und die “herzliche Schokolade” gehören elementar dazu.