Rund um die Häuserblocks setzen Modeblogger Trends
09. September 2010 von Georg Blum
Vor ein paar Jahren veröffentlichte das „New York Times Magazine“ eine Liste der „Top 100 einflussreichsten Menschen der Modeindustrie“, und in mitten all der millionenschweren Unternehmen, wie Manolo Blahnik und Nike, tummelte sich ein gewisser Scott Schumann. Der New Yorker ist Blogger. Modeblogger.
Eine simple Idee, die vor rund 5 Jahren eine Kettenreaktion auslöste. Mittlerweile gibt es hunderte solcher Modeblogger, wobei Schuman mit mehreren Millionen Klicks täglich unangefochten der Erfolgreichste ist.
Schuman ist in New York, Paris oder Mailand unterwegs und lichtet die Society-Lady im quietsch gelben Mantel ab, wie auch den Geschäftsmann der sein Designersakko mit Shorts kombiniert und stellt dies in seinem Blogg ein. 
Etwa 300 Kommentare bekommt der Blogger pro Foto und entfacht damit einen regen Meinungsaustausch. Für manche mag dies Zeugnis von Langeweile sein, für andere jedoch entstehen genau dort die Trends von morgen. Mittlerweile tummeln sich auch jede Menge Modemacher in den Blogs. Sie haben erkannt, dass es Vorzüge hat, binnen Sekunden via Mausklick auf den Laufstegen der Modemetropolen spazieren zu gehen. Wer böses denkt, könnte behaupten, man spart sich die Reisen und kupfert die Trends der anderen einfach ab.
Aber für Zeitschriften werden Modeblogs allmählich zu bedeutsamen Rivalen. In Fachkreisen wird gemunkelt, Blogs beginnen die Meinungshoheit von „Vogue“, „GQ“ und „Elle“ zu unterwandern. Auch laden immer mehr Modedesigner gezielt Blogger zu ihren Modeschauen ein und so sitzen die üblichen, verdächtigen Redakteure längst nicht mehr alleine in der ersten Reihe. Inzwischen haben sich auch ein paar Newcomer hinzugesellt. Während die Redakteure ihre Eindrücke für die nächste Konferenz in ihre Büchlein notieren, haben die Blogger daneben ihre Notebooks gleich auf dem Schoß und kommentieren nahezu in Echtzeit. Sie sind schneller und aktueller als es ein Magazin jemals sein könnte.
Das alles haben auch schon viele Konzerne gemerkt, die zunehmend versuchen auf den Zug auf zu springen. Hierzulande arbeitet zum Beispiel der Burda Verlag mit dem Bloggerduo „LesMads“ zusammen. Kritiker solcher Kooperationen fahren mit dem Argument auf: Man macht ja einen Blog, um unabhängig von Magazinen und Verträgen zu schreiben.
Fazit:
Die normale Redaktionsarbeit verändert sich gewaltig. Gut gemachte Blogs beeinflussen inzwischen gewaltig die Szene, nicht nur in der Mode.
Doch ob Blogger nun kooperieren oder selbständig arbeiten, sie alle tragen dazu bei, die elitäre Modewelt ein Stückchen zu demokratisieren und mitzugestalten. Sie holen die neuesten Trends vom anderen Ende der Welt in unser Wohnzimmer.
Eine nette Geschichte zum Genus(s) des Computers
17. August 2010 von Georg Blum
Liebe Leserinnen und Leser,
jetzt fragen Sie sich wahrscheinlich “Ui, ist der heute förmlich”. Aber das hat wie (fast) immer einen Hintergedanken. In einem Newsletter von Professor Ewert und seinem Kollegen Endler fand ich einen sehr netten Beitrag, den ich gerne unter dem Hinweis des Ursprungs www.fuehrungsmanager.de und unverändert zum Besten geben möchte:
Welchen Genus hat “COMPUTER”?
Ein Student fragte: “Welchen Genus hat Computer?”
Anstatt einer Antwort teilte der Lehrer die Klasse in zwei Gruppen, Frauen und Männer, und beauftragte sie, selber zu überlegen, ob “COMPUTER” männlich oder weiblich sei. Jede Gruppe sollte dazu vier Gründe nennen, die ihre Ansicht unterstützte.
Die Männergruppe entschied, “COMPUTER” sollte definitiv weiblichen Geschlechts sein, weil:
- Niemand außer dem “Erfinder” versteht die innere Logik.
- Die ursprüngliche Sprache, die Computer benutzen, um sich mit anderen
Computern zu verständigen, ist für niemanden sonst zu verstehen. - Auch die klitzekleinsten Fehler werden im Langzeitgedächtnis gespeichert
und für späteren “Gebrauch” aufgehoben. - Sobald du dich zu einer/m Computer “bekannt” hast, stellst du fest, dass
du mindestens die Hälfte deines Gehalts für Zubehör ausgeben musst.
(Jetzt wird es noch besser!)
Die Frauengruppe dagegen entschied, dass “COMPUTER” männlich sein sollte, weil:
- Um überhaupt irgendetwas damit zu machen, muss man den Computer
“anmachen”. - Sie haben eine Menge “auf dem Kasten”, aber können trotzdem nicht selber denken.
- Sie sollen dir eigentlich bei der Lösung von Problemen helfen, aber die Hälfte der Zeit SIND sie das Problem.
- Sobald du dich für einen entschieden hast, musst du feststellen, dass du, wenn du nur etwas länger gewartet hättest, ein besseres Modell hättest bekommen können.
Die Frauen gewannen!! Und deshalb heißt es auch bei uns “Der COMPUTER” …
Fazit: Wenn Sie einmal nicht wissen, welchen Genus ein neuer Produkt- oder Firmenname bekommen soll,
dann kennen Sie jetzt eine probate Methode. Das hilft enorm bei der richtigen Positionierung.
PS:
Professor Ewert von www.fuehrungsmanager.de ist ein sehr guter Redner.
Dies als Werbehinweis und kleine Legitimation. Oder nennen wir es: Finderlohn.
Öffentliche Verwaltung entdeckt Guerilla Marketing
11. August 2010 von Jochen Mayer
Öffentliche Verwaltungen und Behörden haben generell ein eher sachlich zurückhaltendes und charmearmes Image in der Bevölkerung. Vielleicht liegts an der nüchternen grafischen Gestaltung der Bußgeldbescheide und der Zurückhaltung im Farbspiel amtlicher Vordrucke. Vielleicht auch am, oft als spröde empfundenen, Wording und einer gewissen inhaltlichen Monotonie in der Korrespondenz. Doch es gab auch in der Vergangenheit durchaus Gegenbeispiele. Seit Otto Waalkes‘ Gerichtsverhandlungs-Gag (“Ihnen wird zur Last gelegt, sie hätten an dem Mast gesägt….”), grinse ich bei jedem Strafzettel, den (andere Leute) bekommen.
Alles Schnee von gestern! Die Amtsstuben schütteln nun endgültig das verkrustete Image ab. Vorbildlich, wie der Schnappschuß von Torben Rick belegt: Das Bezirksamt Hamburg Altona. Gerade aus einer Stadt, die auch schon mal als englischer als England beschrieben wird, springt dem Bürger flockiger Humor entgegen! Nennen wir es daher, für den Moment, würdigend “englischen Humor”. Liest man es erstmalig, überfällt einen schnell eine gewisse Leichtigkeit und Wärme, und der Glaube an das Gute im Amt flackert vorsichtig auf. Guerilla Marketing von Amts wegen. Wird sowas eigentlich in Stadtratssitzungen beschlossen? Ist da unterstützend ein sachverständiger Marketingexperte dabei, so wie Ingenieure bei Abstimmungen zu Bauvorhaben?
Und dieser neue Geist, der auf den Instrumenten der Verkehrssicherheit transportiert wird, beschränkt sich nicht auf Norddeutschland, noch nicht mal auf Metropolen, denen man Fortschrittlichkeit am ehesten unterstellen würde. Nein! Diese Welle schwappt durch die ganze Republik und selbst kleine süddeutsche Gemeinden wollen Teil dieser Bewegung sein.
Zum Beispiel die Gemeindeverwaltung von Kressbronn (“Kressbronn am Bodensee - da bin ich gern!”). In Kressbronn allerdings mit einer leichten grammatikalischen Schwäche. Oder der Platz auf dem Schild reichte nicht. Man weiß es nicht. Vielleicht ist es auch eine sehr subtile, auf den Personalmarkt zielende, Marketingbotschaft: “Wir freuen uns über Ihre Bewerbung bei der Gemeindeverwaltung Kressbronn, auch wenn Ihre Schulnoten nicht sooo gut sind”. War for Talents direkt vom Verkehrsschild aus. Wer immer darauf kam, wir erkennen Genialität: Hut ab!
Das Beste oder nichts
27. Juni 2010 von Georg Blum
Der neue Mercedes-Slogan: “Das Beste oder nichts” schwirrt seit neuestem durch die Lande. Und viele Blogger oder gefühlte National-Werbe-Mannschafts-Trainer haben sofort eine Meinung dazu.
Damit Sie mitdiskutieren können, hier die Begründung von der Quelle: http://blog.daimler.de
Zitatanfang: „Das Beste oder nichts“ – dieser Leitspruch, den unser Gründer Gottlieb Daimler der Marke in die Wiege gelegt hat – ist der Anspruch an uns selbst. Er bestimmt nach wie vor das Denken und Handeln jedes Einzelnen von uns und ist tief im Bewusstsein aller Kolleginnen und Kollegen verwurzelt. Darauf sind wir stolz und daher gilt umso mehr: Sollten wir diesem Anspruch einmal – aus welchen Gründen auch immer – nicht genügen, ist es unser Ansporn, daraus zu lernen und das Versprechen, das der Stern symbolisiert, in Zukunft wieder einzulösen. Zitatende
Fragen Sie mal den Taxifahrer in Berlin, München, Bochum oder Catrop-Rauxel, was er von Mercedes hält. Die Kommentare der Vielfahrer sind eher ” … dann lieber eine Dacia oder einen Citroen”. Da weiß man, dass man genauso oft in der Werkstatt ist, aber deutlich weniger bezahlt. Vielleicht hat sich Mercedes deshalb diese Mission auf die im Sommerwind wehenden Fahnen geschrieben.
Am schönsten ist die Kurzsequenz im Spot, als die Haushälterin in perfektem Schwäbisch sagt:
“Herr Daimler, Sie schaffet zviel.” Seine Antwort: “Moinat ‘se. Ich will einfach nur das Beschte. Das Beschte oder nichts.”
Jetzt kann man von diesem Slogan keine Wunder erwarten. Aber wenn die Führung des Unternehmens es ernst meint, dann steht in zwei oder drei Jahren in der ADAC-Pannenstatistik Mercedes nur noch auf den besten Plätzen.
Wird dieser Slogan in drei Jahren wieder abglöst (wie vor kurzem endlich wieder das dreidimensionale Logo eingeführt wurde) dann stellt sich jetzt schon die Frage warum. Die Kommunikationsstrategen von Daimler können sich jetzt schon die Antwort ausdenken, oder handeln nach dem Motto Adenauers: Was kümmert mich mein Geschwätz von vorgestern.
Oder man hätte besser Oliver Kahn einstellen sollen. Der sagt für die DWS: Wer will schon für die zweitbeste Fondgesellschaft werben/arbeiten? Nur das Beste oder eben nichts.
Mini fahren bringt Maxi Spaß – Teil 2
28. April 2010 von Georg Blum
Ohne Worte oder wer war noch mal Meat Loaf?

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