Schmidt’s Schnauze: Visionen, Guerilla-Marketing und Kundenorientierung
07. Februar 2009 von Georg Blum
Am 23. 12. durfte Helmut Schmidt seinen 90. Geburtstag feiern. Die Bildzeitung veröffentlichte seine 90 besten Sprüche. 4 Biographien sind entstanden, sein eigenes Buch “Außer Dienst”. Ich denke, im Nachgang gilt es auch mal das Kleingedruckte über ihn herauszustellen.
Der vielleicht berühmteste und aktuellste Spruch von ihm ist: Wer Visionen hat, der sollte zum Arzt gehen. Was meinte er schon in den siebziger Jahren damit? Er hat sich immer als Realist bezeichnet. Weder Pessimist noch Optimist. Insofern sind Visionen für ihn Hirngespinste, die eher mit einer Bauernfängerei als mit … zu tun haben.
Heute können Sie auf fast jeder Webseite nachlesen, was die jeweilige “Mission” oder “Vision” des Unternehmens ist. Schmidt würde dazu nur genüßlich seine Zigarette anzünden. Denn oft ist das dort geschriebene nicht mal ein Zündholz wert.
Seine Vision war z.B. China wird das einzige kommunistisch regierte Land sein, welches den Spagat zwischen Marktwirtschaft und Sozialismus aushält.
Er vermutete schon vor 5 Jahren, dass die unregulierten Finanzmärkte in einem Kollaps enden würden. Das war seine realistische Vision.
Aber der Knaller war bei seinem ersten Wahlkampf für ein politisches Mandat, als er einen Familien-Film als Wahl-Werbung an die Häuserwände in seinem Hamburg Wahlkreis “geworfen” hat. Mit Erfolg. Heute würde man das Guerilla-Werbung nennen.
Letztendlich hat er schon vor vielen Jahren geklagt, dass Unternehmen sich nicht kundenorientiert verhalten würden. Auch hier hat er der Branche den Spiegel der “Zeit” vorgehalten.
Aber wie sagt er am Ende dieser Zeit-Werbung so schön: ” Jeder von uns muss noch ein bißchen was dazu lernen”. Recht hat er.
(Winterzeit+Baumschneide-Zeit) = Strategiezeit: So what?
18. Dezember 2008 von Georg Blum
Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs, am Jahresende noch etwas Philosophie.
Sie werden sich wahrscheinlich fragen, was diese Gleichung bedeutet. Ganz einfach: Im späten Winter oder im “frühen” Frühjahr (es hängt von den Bäumen oder Sträuchern ab) ist die beste Zeit für das Baumschneiden. Warum? Weil die Wunde am schnellsten verheilt!
“Komm’ endlich auf den Punkt!” denken Sie wahrscheinlich. OK.
Viele Firmen sind z.B. in den letzten 2 Jahren gewachsen (so wie auch die Bäume). Manche stärker, manche schwächer. Die einen Firmen sind eher wie Birken (schnelles Wachstum, dünner Stamm), die anderen wie Eichen (langsames, aber breites, stabiles Wachstum). Aber Sie können auch Obstbäume nehmen. Denn Obstbäume tragen auch noch Früchte. Und so wie der schlaue Landwirt im Herbst seine “Ernte einfährt”. So haben in den letzten Jahren die Firmen, die erfolgreich waren, auch „ihre Früchte vom Baum gepflückt“.
Nur was passiert in einer Firma genauso wie bei den Obstbäumen in der Natur? Und jetzt komme ich auf den Punkt:
Das Wachstum bringt nicht nur gute, sondern auch schlechte Triebe (Prozesse). Nicht jeder Ast (Entwicklung) trägt Früchte. Geschweige denn, ist er (sie) für das weitere Wachstum im nächsten Jahr strategisch sinnvoll. Was passiert jetzt in der Natur mit diesen schlechten Trieben? Sie werden beim jährlichen Baumschneiden weg- oder ausgeschnitten. So dass die Ernte im nächsten Jahr wieder eine gute Qualität besitzt, die Menge sogar etwas zunimmt. Weil das Wachstum in geordneten Bahnen abgelaufen ist.
Und genau dieses Bild sollten sich Führungskräfte JÄHRLICH vor Augen halten. Der Winter ist in der Natur zum einen die Jahreszeit, dass man nach der Erntezeit seine “Ertragsbringer” ruhen und erholen lässt. Zum anderen ist das Ausschneiden wichtig, damit man wieder “Luft oder Raum” für das weitere Wachstum bekommt. Folglich sollten wir uns alle im Winter (also JETZT) Gedanken machen: Welche schlechten Triebe sind bei unserem “Unternehmensbaum” entstanden? Welche sollte leicht ausgeschnitten, andere abgeschnitten werden? Sprich “welche Prozesse oder Entwicklungen sollten gestoppt oder korrigiert werden?” Wer das regelmäßig macht, der wird an seinem Unternehmensbaum lange und viel Freude (oder auch Ertrag) haben.
Die Moral von der Geschicht’: Vergiss’ das Baum schneiden nicht!
Also, wenn Sie das nächste Mal in einen Apfel beißen, dann denken Sie nicht nur an das Paradies, die Schlange, die Versuchung oder den Wurm, sondern auch an das Baumschneiden. Schöne und erholsame Feiertage und einen guten Rutsch in ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2009.
Think positiv!
Stimulanzien mit extremer Wertsteigerung
26. November 2008 von Georg Blum
Es gibt sie noch. Anlagemöglichkeiten, mit denen man Spaß haben kann! Im Herbst, wenn die Blätter und Aktienkurse fallen, da geht eine kleine Gruppe an Spezialisten auf die Suche um einen besonderen Schatz zu heben. Aktueller Kurs dieses Schatzes ist 3.500 Euro je Kilo (FAZ 25.11.2008). Damit ist der Wert um 20 % höher als noch vor 2 Jahren. Nein, es handelt sich nicht um Gold.
Und, es ist nicht nur die Wertsteigerung, die einen zu wahren Höhenflügen “ver”führen kann. Nein, mit Red Bull oder dem Pegasus (erster Nike Laufschuh - inzwischen in 25 Jahren 25 Mio. Mal verkauft), hat das auch nichts zu tun. Es geht hier um ein Genussmittel der seltenen, aber durchaus bekannten Art.
Die Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Landwirtschaft behauptet, dass in einem guten Trüffel “in nicht geringen Mengen Substanzen von besorgniserregender Stimulationskraft: das Sexualhormon Androstenol” enthält. (Dies tritt bei Männern massiv in der Pubertät auf)
Warum werden Sie zurzeit mehr Trüffel finden als zu anderen Jahren? Ein Blick in Wikipedia bringt die Lösung: “Dort, wo sich Trüffel mit dem Wurzelgeflecht ihrer Wirtspflanze verbunden haben, entsteht häufig im Umkreis eine vegetationsgeschädigte Zone, auch „verbrannte Erde“ oder franz. Brûlée genannt.“ Das sind doch die Schlagworte, die uns täglich um die Ohren fliegen: Verbrannt (Geld), geschädigt (Kunden), Geflecht (Konzerne, die Staatshilfe beantragen). Also beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Trüffel-Suche.
Fazit: Zum einen, “Machen Sie in Trüffel”, das bringt Geld. Zum anderen: Verteilen Sie gezielt ein paar Essenzen (wenn beim Essen der/die Betroffene sich gerade Frisch macht). Das fördert zum einen … Sie wissen ja. Zum Anderen fördern Sie die positive Denkkultur. Denn eine Portion Nudeln mit Trüffel kann/sollte niemand verwehren. Vielleicht verwandelt sich ja dann ein “Bär” wieder in einen “Bullen”. Dann steigen auch die Aktien wieder. So einfach ist Wirtschaftspolitik.
Nicht Red Bull sondern “Black or White Knoll” verleiht Flügel. In diesem Sinne. No Big DEAL.

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