Der unverkaufbare entscheidende Unterschied

14. Juli 2008 von Jochen Mayer

chimpanzee.jpgNeulich im Vertriebsmeeting eines Maschinenbauers. Neben vielem Positiven und begründet Aussichtsreichen, bleiben drei ungelöste Rätsel: 

Wieso will einer der Kunden nicht wertschätzen, dass man kein Billigheimer ist, sondern Qualität leistet und darum die Dienstleistungsstunde eben 95,- nicht 55,- Euro kostet und schickt einen nach Hause, bevor man sich beweisen darf?

Wieso will ein anderer Kunde nicht honorieren will, dass man ihm eine Systemplattform bietet, die er später enorm kosten- und zeitsparend für weitere Projekte verwenden kann und dafür kaum mehr bezahlen muss, als wenn er bei der Konkurrenz ein “es tut was es tun soll und niemals mehr”- Produkt kauft?

Wieso lassen sich gewichtige Argumente wie “Projekterfahrung” und ”wissen, wie man Projekte erfolgreich umsetzt” so schwierig geldwert verkaufen kann, obwohl doch genau sie unterm Strich die entscheidenden Unterschiede zu anderen Anbietern sind?

In einer kleinen Diskussionrunde haben wir mehrere Vorschläge durchgesprochen, um diese Herausforderungen zu beantworten. Die Top of the Pops sind:

  • Überpüfen, ob man mit den richtigen Entscheidern spricht, vielleicht sind sie zu operativ und mann muss eine Ebene höher gehen.
  • Die vermeintlich unverkaufbaren Vorteile an Showcases illustrieren und am Projekt konkretisieren, nicht nur in der Präsentation runterbeten.
  • Das Preismodell so ändern, dass das Erstprojekt genauso preiswert ist, wie das der Konkurrenz und dann bei den Folgeprojekten durch den geringeren Aufwand zurückcashen.
  • Eine Billigservicelinie einführen und dazu Upselling Möglichkeiten schaffen, so dass der Kunde bald freiwillig die höherwertige Leistung beauftragen will.

Ich bin gespannt, welcher Ansatz am besten funktioniert und werde hier darüber berichten. So please stay tuned! Weil ich weiß, dass unser Blog von vielen Vertriebsprofis gelesen wird, freue ich mich über weitere zündende Kommentare, Vorschläge und Einschätzungen hierzu. Als kleinen Dank biete ich für die besten Beiträge feine kulinarische Überraschungen von Gourmondo!

Digitale Dusche gefällig? Hier ist sie!

24. Mai 2008 von Georg Blum

Hallo zusammen, ich gebe zu, die letzten Tage/Wochen waren sehr, sehr anstrengend. Arbeitstechnisch eine absolut heiße Phase. Wir sind ganz schön ins Schwitzen gekommen. Und was macht man nach einer heißen Phase? Man geht duschen. Ins Internet zum Duschen.

Seit jüngster Zeit können Sie auch digital duschen. Also, wenn mal wieder Elektronen im Hirn für Schwingungen und Reibung gesorgt haben. Oder “das Verkabeln der Synapsen” aufwändig war, dann kann man ab sofort auch in Second Life (s)eine kühlende, prickelnde, reinigende, erholende … Dusche nehmen.

dusche01.png    dusche02.png Quelle: Die Bilder sind vom Hersteller www.tenne.at

Hier stehen ein paar Informationen dazu. Darüber hinaus kann man sich ein kurzes Video ansehen. Nur muss man sich etwas durch die Webseite klicken. Leider geht der Deeplink nicht. Wahrscheinlich steht einer auf der Wasser-Leitung oder ist zu heiß geduscht worden. Na ja, auf jeden Fall eine witzige Sache. Was meinen Sie?

Was kommt als nächster Gag? Die digitale Sonnencreme gegen zuviel Strahlung. Oder?

So geht es zum Video:
Klicken Sie hier. Dann auf die deutsche Flagge, dann (am Besten Browser ganz auf Bildschirmfläche aufmachen) links im Navigations-Rahmen auf Second Life klicken, Bilder anschauen und dann unten den Videolink anklicken sowie das perlende Naß auf der Haut fühlen … Gedanken sind frei :-)  

Sonntagsbrunch im Badezimmer

23. April 2008 von Ralf Roßkopf

In Japan spielt von je her die Verpackung des Geschenkes eine genauso große Rolle wie das eigentliche Geschenk. Eine Freude hätte der Japaner sicherlich mit der hier zu sehenden Handtuchtorte. Gesehen bei Stylon. Wenn auch Sie es satt haben, Gutscheine geschenkt zu bekommen, dann werfen Sie einen Blick in diesen Trendshop. Denn schenken heißt bekanntlich, jemandem etwas zu geben, das man gerne selbst behalten möchte. Lassen Sie sich zukünftig auch nicht abschrecken, wenn ihr Partner – auf die Verpackung bezogen – sagt: „da kostet der Senf mal wieder mehr als das Würstchen“.

kopie-von-handtuch.jpgWie man vermeintlich Gewöhnliches ungewöhnlich verpackt zeigt auch der Seifenladen „Waschkultur“. Von hier aus erobern Seifen im „Patisserielook“ die deutschen Badezimmer.

Stylon glänzt neben seinem ausgefallenen Sortiment auch durch die Integration vieler „selbstgedrehter“, semiprofessioneller Produktvideos. Ebenfalls toll ist die Möglichkeit, sich zum Sortiment per Online-Chat beraten zu lassen.

Zahlreiche Studien belegen, dass jeder zweite Shop-Betreiber noch innerhalb der nächsten sechs Monate seine Angebote durch optisch und akustisch aufbereitete Inhalte aufwerten möchte. Dies hat Scene7, nicht uneigennützig, in einer Studie unter 347 US-Online-Shops herausgearbeitet. Scene7 ist eine Tochter des Software-Entwickler-Konzerns Adobe (u. a. PDF, Flash, …). Der Kunde freut sich über die zusätzliche Serviceleistung; der Shopbetreiber über eine längere Verweildauer und eine höhere Besucherfrequenz.

Aktuelle Zahlen belegen, dass bereits heute 53 % der Internetnutzer in Deutschland mehrmals im Monat Waren oder Dienstleistungen online einkaufen. Jeder Zehnte bestellte sogar mehr als fünf Mal monatlich im Netz. Insgesamt kauften 2007 rund 30 Millionen Deutsche online ein.

Das Auge kauft mit – diese Weisheit kann kein Anbieter ignorieren …

 

Wissen Sie, was eine Blumenspendenvermittlungsvereinigung ist oder besser war? 1908 wurde der spätere Fleurop-Service geründet. Toll, nicht? Man muss ja auch mal loben. 

Zuerst wurden die Grüße aus abgekürzten lateinischen Worten codiert als Telegramm verschickt. Seit in der Floristenausbildung immer seltener Latein-Kenntnisse gefragt waren, ist dieses gängige System leider ausgestorben. Heute wird das Ganze ordinär über das Telefon oder das Internet abgewickelt.

Der erste Blumenstrauss, der auf diese neue Art verschickt wurde, ist in Berlin-Kreuzberg bestellt und in Potsdam ausgeliefert worden. Selbst die sonst so schnellen Amis haben hier nur auf die Kopierfunktion drücken können. Erst 1910 fand das System über dem Teich seine ersten Nachahmer.

 
4 Mio. Grüße gehen heute pro Jahr auf Reisen. Im Schnitt für 30 Euro. “Na, war Ihre letzte Lieferung unter diesem Wert?” Aber Scherz beseite. Das Beste ist: Demnächst ist ja Muttertag. Der fällt auf einen Sonntag, den Pfingstsonntag. Nur leider ist an Feiertagen kein Blumenverkauf erlaubt. Nun kam irgendeiner innerhalb der Baden-Württembergischen Regierung auf die Schnapsidee, dass man mit einer Werbekampagne die Kinder der Mütter darauf hinweisen soll, dass sie gefälligst ihre Blumen für Muttertag schon am Samstag kaufen sollen.

Dafür wurde das sagenhaft opulente Budget von 50.000 Euro ausgelobt. Naja, wahrscheinlich hat man sich dabei folgendes gedacht: Das ist die neue Form von Guerilla-Marketing. Die Idee ist so schlecht, dass einige Journalisten das Thema aufgreifen und darüber schreiben.

Wahrscheinlich kann die Regierung sich jetzt sogar die 50.000 komplett sparen, denn einerseits hat man sie hoffentlich darauf aufmerksam gemacht, dass man mit diesem Betrag keine breitenwirksame Kampagen fährt. Und die Presse hat wirklich ausführlich darüber gelästert. Deshalb weiß es inzwischen jeder.

Muttertag ist am 11. Mai. Also wann müssen Sie die Blumen kaufen? Fragen Sie Günther Öttinger, oder jemand der sich damit auskennt. Also schon Notiz im Kalender gemacht?

Was macht eigentlich…: die virtuelle 3D-Welt Second Life?

07. April 2008 von Carla Breidenstein

Nach der spektakulären Hochphase in 2007 ist es verdammt still geworden in der imaginablen Welt von Second Life. Berichteten die Medien im letzten Jahr fast täglich über die schillernde Plattform, scheint mittlerweile kein Hahn mehr danach zu krähen; Ein schnelllebiges Geschäft zollt seinen Tribut.

In der Web-Community und unter Marketingexperten wird schon länger gewörtelt: Lohnt sich der Aufwand für das dauerhafte Betreiben einer Präsenz in Second Life überhaupt? Für Privatmann/-frau vielleicht, wenn er/sie viel Zeit und Muße und sonst nichts zu tun hat oder mit seiner/ihrer realen Persönlichkeit unzufrieden ist und als Avatar/in seine/ihre Welt erobert. Aber für Unternehmen? Zwar steuerte Betreiber Linden Lab im Januar 2008 mit über 12 Millionen Nutzern auf einen neuen Einwohnerrekord zu, aber man munkelt, dass die Zahl der aktiven Avatare, wie die künstlichen Persönlichkeiten der User genannt werden, stetig sinkt, die Zahl der Karteileichen hingegen mächtig steigt.

Immer mehr Unternehmen steigen bei Second Life aus. Aktuellstes Beispiel: Mercedes Benz. Nur rund ein Jahr nach der Eröffnung einer virtuellen Dependance in Second Life sagt Mercedes-Benz jetzt bei der Online-Community „Good Bye“. Anfang 2008 macht die Deutsche Post ihre Filiale im Web dicht. Zuvor hatten sich schon der Computerhersteller Dell und Sportartikler adidas aus der bunten Welt der Avatare verabschiedet.

Niemand mag den Rückzug aus Second Life als Kapitulation eingestehen. Alle Unternehmen sahen ihr Engagement als Experiment, das sehr erfolgreich verlaufen sei, und aus dem man viel gelernt habe.

Aber warum nur ist es dann so still geworden im Second Life?