Sabberlätzchen mit Mehrwert?

25. Mai 2011 von Georg Blum

Eigentlich bin ich ja kein bekennender „Welt am Sonntag“-Leser, dennoch finde ich die iPad-App der Welt hervorragend gemacht. Aber was ich bei meinem letzten Air-Berlin Flug nach Hamburg aus der „Werbe-Welt“ entdeckt habe, lässt mich doch  an beiden Unternehmen zweifeln.

Ich stieg also in das Flugzeug, nahm Platz und los ging´s. Der erste Saft (natürlich Tomate) kam mit der obligatorischen Laugenstange verhüllt in einer Serviette. Nach dem Genuss des wie immer noch teigigen Gebäcks, nutzte ich die Serviette nach dem üblichen Gebrauchsmuster: Mundwinkel abwischen, Krümel abputzen, und  zurück auf´s Tablett legen.

Kurz davor meine Augen und Ohren für den Rest des Fluges auf „Off“ zu schalten, machte mich die zerdrückte und leicht bekrümelte Rückseite der soeben genutzten Serviette neugierig.

Es war ein Rätsel der „Welt am Sonntag“. Als Hinweis stand darauf: „Serviette mitnehmen, landen und die richtige Website eingeben.“ Als Mann der Branche konnte ich nicht an mich halten und ich musste mir unbedingt den gerade entdeckten Werbeaufdruck zu Gemüte führen. Ja, tatsächlich. Es stand die Aufforderung zum Mitnehmen darauf. An dieser Stelle transferierte sich meine Neugier in verschmitztes Lächeln. Wer ist tatsächlich so blöd und nimmt eine benutzte Serviette mit nach Hause oder ins Büro, um ein Rätsel zu lösen? Der zu freundlichem Sarkasmus geneigte Leser wird sich nun denken: Demnächst werden wir solche Botschaften auch auf Taschentüchern und Toilettenpapier wiederfinden. Ohne Scheiß! :-)

Das Jahr der Tablet-Computer!

18. Mai 2011 von Georg Blum

Eigentlich sollte das vergangene Jahr 2010 schon das Jahr der Tablets werden. Aber nachdem die Konkurrenz durch „zum Teil haarsträubende Patzer“ glänzte und somit Apple das Spielfeld fast komplett überlies, können wir als potenzielle User nun getrost auf dieses Jahr hoffen.

„Der Tablet-Computer befindet sich auf dem Weg von einem Nischen- zu einem Massenprodukt.“, stellt die FAZ vom 4.1.2011 fest. Warum das so ist? Apple legte 2010, in gewöhnt professioneller Art und Weise, die marketing- und medientechnischen Saatkörner aus. Rückblickend erfreut dies die gesamte Branche. „Der Konzern aus Cupertino verkaufte im vergangenen Jahr deutlich mehr als 10 Millionen Stück eines Gerätes, von dem man sich anfangs fragte, wofür es eigentlich taugt. Heute weiß es mancher noch immer nicht so recht, aber die Frage wird nicht mehr gestellt.“, so formuliert die FAZ das Tablet-Phänomen.

Ich selbst bin begeisterter iPad-Nutzer: Ob Office-Anwendungen, 14 Tageszeitungen, 6 Zeitschriften, die halbe Social-Media Welt, Info-Portale, Skype, mein persönlicher Favorit Flipboard sowie unzählige Reise-Buchung-Apps. Mein Tablet-Computer ist definitiv kein Spielzeug. Er ist die genialste Erfindung der letzten 10 Jahre und revolutioniert vieles!

So wird diese Technologie mit Sicherheit schon bald im Vertrieb Einzug halten, das dröge Laptop ersetzen und „Handarbeiter“ wie Adolf Würth überzeugen. Der schaffte das Laptop ab, weil die „Hochfahrzeiten“ zu lang waren und aufgeklappte Bildschirme den Kunden stören. Die Vorteile liegen auf der Hand, z.B. weil man sofort online ist und sich so vor allem ältere Mitarbeiter „im Fingerstreich“ selbst von komplexen CRM-Anwendungen begeistern lassen.

Die Aussagen der Analysten zum Tablet-Markt liegen weit auseinander. Danach sollen zwischen 35 bis 100 Millionen Tablet-Computer über den Ladentisch gehen. Das Marktforschungsunternehmen Gartner nennt einen durchaus realistischen Wert von um die 50 Millionen Geräte. Was auch immer zutreffen wird, alle gehen von einem kräftigen Wachstum aus! Ich auch!

Wir sind gespannt, was sich die Apple-Konkurrenten einfallen lassen, um sich nicht nur die Krümel, sondern ganze Tortenstücke dieses neu entstehenden Marktes zu sichern. Wobei wohl Apple nach wie vor die Schwarzwälder Kirschtorte darstellt.

Verfolgt mich die Werbung im Netz?

06. April 2011 von Georg Blum

Die neueste Mode in der Online-Werbung nennt sich „Retargeting“. Besucht man einen Online-Shop ohne etwas gekauft zu haben, bekommt man anschließend für das zuvor gesuchte Produkt überall im Netz Werbung eingeblendet.

Man stelle sich folgendes Szenario vor: Ein Kunde, welcher ein Geschäft verlässt ohne Etwas zu kaufen, wird anschließend vom Ladenbesitzer unerbittlich verfolgt. Dem Kunden wird in den folgenden Tagen immer und immer wieder dasselbe Produkt zu einem günstigeren Preis angeboten oder man offeriert ihm ähnliche bzw. bessere Produkte zum selben Preis. In unserer “nicht virtuellen” Welt wäre dieses Vorgehen undenkbar, im Netz ist das inzwischen aber durchaus üblich.

Diese Verfahren der gezielten Werbeeinblendung – gegenüber Menschen, die einen Online-Shop ohne einen Kauf verlassen haben – wird „Retargeting“ genannt und hat ein nicht zu verachtendes Potential. Denn ca. „… 95 Prozent aller Besucher, die sich für ein Produkt interessieren, kaufen am Ende doch nicht“, so die FAZ vom 18. Jan. 2011. Durch das schon im Voraus vorhandene Interesse an dem Produkt wirkt die Retargeting-Werbung recht ordentlich. Zehnmal so häufiges Anklicken dieser Werbemittel gegenüber normaler Werbung sind in diesem Zusammenhang nicht unüblich.

Mittlerweile greift nahezu jeder der großen Online-Händler auf diese Methode zurück, um Kunden zurückzuholen. Um die Funktionalität der Retargeting zu gewährleisten, wird den potenziellen Kunden ein Cookie auf die Festplatte gespielt.  So lässt sich nachvollziehen, für welches Produkt sich der Kunde beim Besuch des Online-Shops interessiert hat. Selbst wenn der Kunde die Seite des Online-Händlers nicht mehr besucht, wird ihm die passende Werbung auf anderen Seiten eingeblendet, sofern diese zum Netzwerk des gleichen Retargeting-Anbieters gehören. Die Vorteile für Händler liegen auf der Hand. Das Zurückholen potenzieller Kunden, die leichte Messbarkeit der Effizienz einer Werbung und der gut steuerbare Einsatz, lassen sich hier benennen.

Retargeting ist jedoch lediglich “ein” Instrument der Kundenbindung. Als alleinige Werbeform zur Neukundengewinnung ist es nicht geeignet. Eine Begrenzung der Frequenz ist zudem sehr wichtig, da sich der Kunde von dieser Art der Werbung sehr schnell genervt und bedrängt fühlen kann.

Die Möglichkeiten im Netz verändern sich ständig. Da heißt es konsequent am Ball bleiben und sich der richtigen Maßnahmen bedienen. Commundia unterstützt Sie gerne bei der Optimierung Ihrer multimedialen Werbe- und Marketingmaßnahmen.

Black Friday

24. Februar 2011 von Georg Blum

Diese Bezeichnung hat nichts mit einer Börsenblase zu tun, wie man es vielleicht annehmen könnte. Nein, der Black Friday symbolisiert vielmehr den Tag, ab dem im amerikanischen Einzelhandel schwarze Zahlen geschrieben werden. Und das war im letzten Jahr der 26. November.

Da oft 40 % bis 50 % des Umsatzes in den letzten 6 Wochen erzielt werden, ist das mehr als nachvollziehbar.

Was aber noch faszinierender ist: Da die Analysten den Angaben des Einzelhandels schon lange nicht mehr glauben, wird sogar Satellitentechnik eingesetzt. Sie fragen sich, wie das geht? Ganz einfach! Um eine Prognose über das Kaufverhalten abzugeben, werteten Analysten Bilder von Parkplätzen aus, die von Satelliten aufgenommen wurden. Ist der Parkplatz wirklich voller als im letztes Jahr? Ich frage mich angesichts dieser Methode allerdings, ob nicht hinter den Bildern der Analysten auch noch Google Streetview steckt und das eine oder andere Auto oder der ganze Parkplatz ausgeblendet wurde.

Letztendlich sind die Aussagen der Analysten eh mehr oder weniger obsolet, denn wer glaubt denen schon noch?

Ob Parkplatz voll oder leer, am Ende entscheidet dann doch der Kasseinhalt des Händlers über Erfolg oder Misserfolg.

Auf jeden Fall lief das Geschäft bis zum Jahresende recht gut. Doch inzwischen hofft man in Einzelhandelskreisen nicht nur auf den Black Friday, sondern auch auf den Cyber Monday. Jetzt fehlt nur noch, dass uns die Amerikaner – insbesondere in Arizona – den Wüsten-Rot-Tag wegnehmen.

Eine große Nummer bei Twitter

02. Februar 2011 von Georg Blum

Mittlerweile kommt man an dem Kurznachrichtendienst Twitter kaum noch vorbei. Selbst in den Fernsehnachrichten sind die sogenannten Tweets sehr präsent. CNN folgen z.B. schon 3,2 Millionen Menschen und deshalb blendet CNN Tweets innerhalb des Newstickers ein.

Dabei nutzen viele Twitter nur passiv. Der allgemeine Follower ist eher faul und twittert gar nicht selbst. Er leitet auch keine Tweets weiter. Vielmehr geht es den meisten ums passive konsumieren der Information. Eine neue Studie von HP ergab, dass diejenigen, die es schaffen die Faulheit ihrer Follower zu überwinden, ihren Einfluss erhöhen. Die Forscher haben 22 Millionen Tweets, welche Links enthalten analysiert. Das Ergebnis: „Der Account Mashable des Tech-Bloggers Pete Cashmore hat den größten Einfluss auf Twitter: Die Links in dessen Tweets wurden am häufigsten geklickt“, so die FAZ vom 10.10.2010.

Die Zahl der Follower ist zur Analyse der Verbreitung einer Nachricht also nicht geeignet, denn sie sagt relativ wenig darüber aus. Die Zahl der Klicks auf einen getwitterten Link ist allerdings auch mit großen Unsicherheiten behaftet, denn viele Links werden auch außerhalb von Twitter angezeigt (z.B. in der Google-Suche), so die FAZ. Was meinen Sie, sieht es bei den Retweets anders aus? Ich muss Sie enttäuschen, auch diese Zahl sagt wenig über die Klickzahlen aus. So kommt die o.g. Studie hier zu einem überraschenden Ergebnis: „Selbst wenn die Tweets eines Twitterers häufig weitergeleitet werden, wird nicht häufiger auf den enthaltenen Link geklickt …“.

Eine weitere wichtige Erkenntnis der Studie war, dass der Rage-Rank, also die Gewichtung, die Google einem Twitter-Profil zuweist, kaum mit der Zahl der Klicks auf die verschickten Links korreliert. Der Rage-Rank eines Twitter-Profils ist desto höher je mehr wertvolle Links auf ein Profil verweisen.

„Weil die bekannten Qualitätsfaktoren aber in keinem Zusammenhang mit dem Einfluss des Twitterers stehen, haben die Forscher kurzerhand ein neues Kriterium entwickelt: den Einfluss-Passivitäts-Algorithmus (IP).“ Dieser soll zeigen, inwieweit es Twitterern gelingt, die Passivität ihrer Follower zu überwinden. Der IP-Algorithmus berücksichtigt die Zahl der Klicks und ob der Klick von ansonsten eher passiven Nutzern kommt.

Lassen Sie uns also gemeinsam Ihren IP-Algorithmus in schwindelerregende Höhen treiben!