Messbare Online-Brandingkampagnen

17. November 2010 von Georg Blum

„Wer versäumt, sein Image online aufzubauen, ist nicht mehr wettbewerbsfähig“, so Dan Beltramo, CEO von Vizu.com. Das sagt er nicht ohne Grund, denn Vizu.com hat ein System entwickelt mit dem man in Echtzeit misst, wie wirksam Online-Brandigkampagnen sind. Die bisherigen Messverfahren zu Image- und Markenaufbau sind längst veraltet. Laut Beltramo macht das Zählen von Klick- und Conversion Rates nur Sinn für Unternehmen, die ihre Produkte oder Dienstleistungen primär online verkaufen. Die Firmen, die offline verkaufen, sollten dagegen wissen, ob ihre Onlinewerbung Aufmerksamkeit, Kaufabsichten, Präferenzen oder positive Assoziationen wecken. Mit dem Ad Catalyst scheint die Klärung dieser Fragen kein Problem mehr zu sein, denn das System ist sehr flexibel und kann jedes Branding-Ziel messen.

Wir freuen uns, dass nun scheinbar endlich die bessere Messbarkeit in der klassischen Werbung Einzug hält. Wenn auch derzeit bisher nur online. Somit bekommt das Credo der CommunDia: „Dialogmarketing ist messbar und Erfolg damit planbar!“ noch mehr Bedeutung. Nicht allen alles, sondern immer gezielt auf die jeweilige Ziel- bzw. Kundengruppe ausgerichtet. Das spart Vertriebs- und Werbekosten. Der Kunde ist zufriedener. Sie sind erfolgreicher.

Rund um die Häuserblocks setzen Modeblogger Trends

09. September 2010 von Georg Blum

Vor ein paar Jahren veröffentlichte das „New York Times Magazine“ eine Liste der „Top 100 einflussreichsten Menschen der Modeindustrie“, und in mitten all der millionenschweren Unternehmen, wie Manolo Blahnik und Nike, tummelte sich ein gewisser Scott Schumann. Der New Yorker ist Blogger. Modeblogger.

Eine simple Idee, die vor rund 5 Jahren eine Kettenreaktion auslöste. Mittlerweile gibt es hunderte solcher Modeblogger, wobei Schuman mit mehreren Millionen Klicks täglich unangefochten der Erfolgreichste ist.
Schuman ist in New York, Paris oder Mailand unterwegs und lichtet die Society-Lady im quietsch gelben Mantel ab, wie auch den Geschäftsmann der sein Designersakko mit Shorts kombiniert und stellt dies in seinem Blogg ein.

Etwa 300 Kommentare bekommt der Blogger pro Foto und entfacht damit einen regen Meinungsaustausch. Für manche mag dies Zeugnis von Langeweile sein, für andere jedoch entstehen genau dort die Trends von morgen. Mittlerweile tummeln sich auch jede Menge Modemacher in den Blogs. Sie haben erkannt, dass es Vorzüge hat, binnen Sekunden via Mausklick auf den Laufstegen der Modemetropolen spazieren zu gehen. Wer böses denkt, könnte behaupten, man spart sich die Reisen und kupfert die Trends der anderen einfach ab.

Aber für Zeitschriften werden Modeblogs allmählich zu bedeutsamen Rivalen. In Fachkreisen wird gemunkelt, Blogs beginnen die Meinungshoheit von „Vogue“, „GQ“ und „Elle“ zu unterwandern. Auch laden immer mehr Modedesigner gezielt Blogger zu ihren Modeschauen ein und so sitzen die üblichen, verdächtigen Redakteure längst nicht mehr alleine in der ersten Reihe. Inzwischen haben sich auch ein paar Newcomer hinzugesellt. Während die Redakteure ihre Eindrücke für die nächste Konferenz in ihre Büchlein notieren, haben die Blogger daneben ihre Notebooks gleich auf dem Schoß und kommentieren nahezu in Echtzeit. Sie sind schneller und aktueller als es ein Magazin jemals sein könnte.

Das alles haben auch schon viele Konzerne gemerkt, die zunehmend versuchen auf den Zug auf zu springen. Hierzulande arbeitet zum Beispiel der Burda Verlag mit dem Bloggerduo „LesMads“ zusammen. Kritiker solcher Kooperationen fahren mit dem Argument auf: Man macht ja einen Blog, um unabhängig von Magazinen und Verträgen zu schreiben.

Fazit:
Die normale Redaktionsarbeit verändert sich gewaltig. Gut gemachte Blogs beeinflussen inzwischen gewaltig die Szene, nicht nur in der Mode.
Doch ob Blogger nun kooperieren oder selbständig arbeiten, sie alle tragen dazu bei, die elitäre Modewelt ein Stückchen zu demokratisieren und mitzugestalten. Sie holen die neuesten Trends vom anderen Ende der Welt in unser Wohnzimmer.

In Stuttgart herrscht Ab- und Aufbruchsstimmung. Erstens, Mercedes hat inzwischen wieder so viel Geld verdient, dass die Firma locker die Abwrackprämie wieder zurückzahlen könnte. Zweitens, das alte Mercedes-Stern-Logo wurde wieder reaktiviert. Drittens, der neue Mercedes-Slogan: „Das Beste oder nichts“ ist inzwischen fast so geflügelt in schwäbischen Mündern wie „Wir können alles außer Hochdeutsch“. Nur die Bahn und das Land trüben diese Aufbruchsstimmung mit dem Ab-Bruch vom Bahnhof für Stuttgart 21. Aber das aktuelle i-Dipfele ist das neue Logo der Region Stuttgart.

Seit einer Woche beherrscht es die Kommentar-, Klatsch- und Feuilleton-Spalten der Stuttgarter Zeitung. Spontan muss ich an Eis und das Logo von Langnese denken. Ein wenig Schleyer-Halle, etwas Farben der Staatsgalerie und „a bissle“ von einem Stern. Oder ist es eher eine(m) Schnuppe, was hier präsentiert wird?

Ach Sie wissen – außer Langnese – nicht, was ich meine? Macht nichts, dann sind Sie vermutlich nicht aus der Region Stuttgart. Das Logo ist ja auch nicht für die Bürger und Bürgerinnen aus der Region gemacht worden. Es wurde für die Darstellung der Region Stuttgart außerhalb der Region entworfen.

Was mich an der ganzen Logo-Diskussion ärgert ist, dass sich nun wieder – zu Recht oder Unrecht  - sich jeder aufschwingt National-Werbe-Trainer oder besser gesagt, National Art Director (NAD) zu sein. Ein Satz im Kommentar der Stuttgarter Zeitung hat mich besonders geärgert. Sinngemäß lautet dieser: „Man hätte doch mal ein paar Passanten oder Hausfrauen das Logo zeigen sollen, dann hätte man gemerkt, dass es nicht ankommt.“

Wenn das jeder Werbeverantwortliche machen würde? Wo kämen wir dahin? Für die wichtigste strategische Entscheidung der nächsten 50 Jahre einfach die Putzfrau bzw. den Putzmann oder die Hausfrau bzw. den Hausmann (auch eine wachsende Zielgruppe) befragen. Das geht doch nicht. Woher soll dieser Personenkreis wissen, worauf es ankommt? Achso, Putzfrau und Hausmann hatten auch schon in der Werbeagentur gearbeitet. OK.

Wie werden normalerweise solche Entscheidungen getroffen? (K)ein gutes Beispiel: Ein ehemaliger Chef verabschiedete sich mal abends mit den Worten: „Herr Blum, geben Sie mir mal die neuesten Entwürfe der Werbekampagne mit, ich will Sie meiner Frau zeigen.“ Das ist jetzt absolut nicht frauenfeindlich gemeint, denn er hätte ja auch seinen Mann fragen können. Oh, aber gut, jetzt, langsam, den Faden wieder aufnehmen …

Wie sagten doch ein paar Passanten auf der Straße von der Stuttgarter Zeitung nach Ihrer Meinung zum neuen Logo befragt: „… sieht aus wie ein Torpedo im Anflug“, „… das zeigt bestimmt eine Insel“. Und das beste Statement „…das schreckt mich nicht ab“! Klasse! Ziel erreicht. Also „nicht abschrecken“, somit können doch alle mit dieser „repräsentativen“ Umfrage leben. Wenn dieses Logo – positiv formuliert – „anzieht“, dann kann man doch damit leben.

Aber jetzt noch etwas Klartext: Wenn ein Ergebnis einer Agentur nicht gefällt, dann liegt das oft auch am Briefing – oder übersetzt – an den Zielvorgaben des Auftraggebers. Wie sahen die ersten Vorschläge aus und was ist bei der Diskussion daraus geworden? Nimmt man besser eine Agentur aus der Region, die die regionalen Eigenheiten besser kennt oder eine (wie hier aus Berlin) aus der Fremde, die ohne Tunnelblick sich der Sache nähert. Keine einfache Entscheidung.

Ein banales Gesetz aus der Werbeagenturszene lautet: Der Wurm muss dem Angler schmecken und nicht dem Fisch. Oder war es umgekehrt, der Wurm dem Fisch? Also hat jemand die Zielgruppe gefragt? Wir wissen es nicht. Also worüber war die Aufregung noch einmal? „Insel, Stern, Schnuppe.“ Alle reden mit als „NAD – National Art Director.“ NAD, das klingt wie MAD. Oder besser „in English“ mad. Das geht so nicht. Was? Ach das Logo. Na logo. Fazit: BILD Dir Deine Meinung oder wie der schwäbische Philosoph sagen würde: Herr, schmeiß Hirn ra!

Merry Christmas

24. Juni 2010 von Ralf Roßkopf

Halbzeit: heute in sechs Monaten ist Weihnachten!

Dies ist eine faire Warnung

Soll also bitte niemand überrascht sein, wenn er am 24. Dezember 2010 weder Geschenke noch ein Flugticket in eine christen- bzw. konsumrauschfreie Zone hat.

Jedes Jahr kann man mich aufs Neue orientierungslos erleben, wenn ich im August, am Ende der Sommerferien, um die ersten Lebkuchen-Sonderverkaufsflächen im LEH irre. Der Begriff „Saisonale Produkte“ ist im Fall von Weihnachtsbäckerei etwas verwirrend.

Neben der Möglichkeit, eine Saison ins Unerträgliche auszuweiten, werden immer neue Anlässe und Saisons für den Produktkalender des Handels gesucht.
 
 

Multi-Kulti-Erntedankfest  – kleiner Produktkalender für Orientierungslose

21./24. Juni – Mittsommernacht
IKEA hat uns die Mittsommernacht näher gebracht und lockt zum Midsommarfest mit Rabatten für die Fans von Inbusschlüsseln, Kerzen und Knäckebrot.

20. September 2010 – Weinbrandbohnentag
Dieser Tag hat Charme – endlich ist die Mon-Chéri-freie Zeit beendet und es ist wieder „gut Kirschen essen“ im Piemont mit Claudia Bertani.

31. Oktober – Halloween
Aus den USA ist die Halloween-Welle und der dazugehörende Tinnef zu uns geschwappt – von Kürbisschokolade bis zur Zombiemaske.

3. Donnerstag im November – Beaujolais Nouveau
Ein Marketing-Gag der Weinbauern des Beaujolais um Ihren Primeur, Erstwein, auf den Markt zu spülen. In meiner Heimat am Kaiserstuhl würde man mit dem Fusel nicht mal einen Gewindebohrer kühlen.

24. Dezember – Heiligabend
„Ihr Kinderlein kommet!“, „o du fröhliche“… die Loblieder des Einzelhandels – statt Stern dienen heute Sonderangebote als Navigationshilfe für die Könige des Konsums.

Die Liste der Erntedankfeste für den Handel ließe sich bequem fortsetzen.

Welches ist Dein Lieblingstag – lass und daran teilhaben!

Der letzte Schrei aus Barcelona

07. Juni 2010 von Ralf Roßkopf

Barcelona ist um eine Attraktion reicher – zumindest, wenn es nach den Machern von Esloúltimo®, Club für Muster und Angebote – einem Geschäft für Warenmuster – geht.

Esloúltimo® es el centro de las innovaciones y muestras, donde ver o probar lo más nuevo del Mercado.”

Frei übersetzt: Der letzte Schrei ist das Zentrum für Innovationen und Warenmuster, bei dem es das Neueste des Marktes zu sehen oder zu probieren gibt.

Der Samplingshop im Herzen Barcelonas, unweit der Ramblas, ist eine neuartige Plattform für Verkaufsförderung.

Wie funktioniert der Laden

Sehen und probieren darf, wer fünf Euro Halbjahresbeitrag geleistet hat. Genauer gesagt dürfen dann alle 14 Tage bis zu fünf Produkte kostenlos mit nach Hause genommen werden. Derzeit beschränkt sich die Auswahl auf rund 50 Marktneuheiten. Darunter Produkte von Nescafé, Knorr, Granini, Adidas, Toshiba und Playboy.

Der gläserne Spanier

Wer möchte darf „freundschaftlich“ zum Wohle der Konsumenten und Produzenten seine Verbraucherdaten hinterlassen: Geschlecht, Alter, Adresse, E-Mail-Adresse.

Expansion: Madrid und der Rest der Welt

Derzeit ist für Madrid ein weiterer Konsumrauschtempel vorgesehen! Dem Rest der Welt bleibt die virtuelle Shopping Mall von Esloúltimo® im Internet.

Esloúltimo® Shop
Esloúltimo® – club de muestras y ofertas
Ronda de la Universidad, 9
08007 Barcelona

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