Der letzte Schrei aus Barcelona

07. Juni 2010 von Ralf Roßkopf

Barcelona ist um eine Attraktion reicher – zumindest, wenn es nach den Machern von Esloúltimo®, Club für Muster und Angebote – einem Geschäft für Warenmuster – geht.

Esloúltimo® es el centro de las innovaciones y muestras, donde ver o probar lo más nuevo del Mercado.”

Frei übersetzt: Der letzte Schrei ist das Zentrum für Innovationen und Warenmuster, bei dem es das Neueste des Marktes zu sehen oder zu probieren gibt.

Der Samplingshop im Herzen Barcelonas, unweit der Ramblas, ist eine neuartige Plattform für Verkaufsförderung.

Wie funktioniert der Laden

Sehen und probieren darf, wer fünf Euro Halbjahresbeitrag geleistet hat. Genauer gesagt dürfen dann alle 14 Tage bis zu fünf Produkte kostenlos mit nach Hause genommen werden. Derzeit beschränkt sich die Auswahl auf rund 50 Marktneuheiten. Darunter Produkte von Nescafé, Knorr, Granini, Adidas, Toshiba und Playboy.

Der gläserne Spanier

Wer möchte darf „freundschaftlich“ zum Wohle der Konsumenten und Produzenten seine Verbraucherdaten hinterlassen: Geschlecht, Alter, Adresse, E-Mail-Adresse.

Expansion: Madrid und der Rest der Welt

Derzeit ist für Madrid ein weiterer Konsumrauschtempel vorgesehen! Dem Rest der Welt bleibt die virtuelle Shopping Mall von Esloúltimo® im Internet.

Esloúltimo® Shop
Esloúltimo® – club de muestras y ofertas
Ronda de la Universidad, 9
08007 Barcelona

Website

Was Griechenland mit Kundenbindung zu tun hat?

05. Juni 2010 von Georg Blum

Liebe Leserin, Lieber Leser,

im Moment spricht und schreibt alles über Griechenland (und evtl. bald auch über Portugal und Spanien). Dass die Themen nicht Wein, Akropolis oder Olivenöl sind, das wissen Sie alle. Nur was hat die griechische Staats-Insolvenz mit Kundenbindung bzw. CRM zu tun?
Ganz einfach: Die EU ist ein Club und das Präsidium hat sich nicht ausreichend Gedanken gemacht, was passiert, wenn einer die Kriterien und Anforderungen einer Mitgliedschaft nicht mehr erfüllt.

Genauso ist das häufig bei Kundenbindungsprogrammen. Firmen entwickeln die schönsten und tollsten Programme nach dem Motto ” Wenn Sie dies tun, erhalten Sie das” oder “Wenn Sie x Euro Umsatz machen, dann bekommen Sie den Platin-Super-Sonder-Status plus persönlich gravierter Karte”. Und alle haben sich lieb. Der Kunde freut sich, dass er gepampert wird. Die Firma freut sich, dass sie endlich die besten Kunden differenziert behandelt.

Nur was ist, wenn sich das Kauf-Verhalten ändert die Umsatzschwelle zum Sonderstatus auf einmal nicht mehr erreicht wird? Haben wir das durchdacht und kommuniziert, was dann passiert? Erkenne ich meinem lieben und guten und (ehemals) besten Kunden einfach den Platin-Status ab?

Meistens sagt dann der Geschäftsführer: “Oje, wir können doch die gute und langjährige Beziehung zu Frau/Herrn xy nicht einfach aufs Spiel setzen. Sie/Er könnte ja dadurch extrem verärgert sein.“

Einfaches Fazit:
Ob Kundenbindung oder EU-Mitgliedschaft (oder oder), man sollte sich immer Gedanken machen, was passiert, wenn man nicht mehr zusammen passt oder die Anforderungen von einer Seite nicht mehr erreicht werden.

Warum werden Verträge abgeschlossen? Doch nicht für die Zeit, wenn alles Friede, Freundschaft und Eierkuchen is(s)t. Doch nur für die Situation, wenn es Streit gibt oder Leistungsmerkmale oder Anforderungen nicht erfüllt werden.

Wer diese Ausschluss- oder Beendigungskriterien von Anfang an definiert und kommuniziert, hat es in kritischen Situationen mit seinen Kunden einfacher. Denn aus Sicht des Unternehmens kann man sagen: Leider Ende und aus. Oder wir stufen den Kunden einen Status tiefer ein. Oder, “OK, ich lasse Sie noch (gnädigerweise) als Platin-Kunde im Programm, aber nach 12 Monaten müssen wir (auch den anderen gegenüber) konsequent sein”.

„Konsequent“ klingt hart, meinen Sie. Meine Frau praktiziert diese „klare Konsequenz“- Methode sehr erfolgreich im Kindergarten. Die Kinder lieben Sie dafür. Komisch? Nein überhaupt nicht – nach unseren Erfahrungen mit über 6 betreuten Kundenbindungsprogrammen – ganz und gar nicht.

Nicht allen alles!

Interview mit Sophia Siegenthaler

04. Juni 2010 von Jochen Mayer

Sophia U. Siegenthaler
Unternehmerin / PR-Beraterin
PR für Sie. gmbh
Email sie@prfuersie.ch
XING www.xing.com/profile//SophiaUrsula_Siegenthaler
Hobbies joggen, schwimmen, tanzen, lesen, Astrologie, Kino, Kultur
Best Business Book How to become a rainmaker, Jeffrey J. Fox
Berufliches Vorbild Eva-Maria Zurhorst, www.liebedichselbst.de

Wie fängt Ihr typischer Arbeitstag an?
Bei jedem Wetter mit einem Spaziergang oder einer Runde joggen mit meinem Labrador Leopold. Anschliessend bei einem Cappuccino, ein, zwei Zeitungen lesen bzw. kurz überfliegen. Mails checken.

.. und wie hört er auf?
Letzte Mails beantworten.

Glauben Sie, dass man auf dem Golfplatz lukrative Geschäfte anbahnen kann?
Sagt man… Selbst gehe ich lieber joggen, schwimmen oder tanzen.

Wieviel Aufwand betreiben Sie für aktives Networking und was funktioniert am besten für Sie?
Persönliche Kontakte pflegen – vor allem live.

Haben Sie jemals ein Geschäft über XING abgeschlossen?
Habe den Grafiker, welcher meine Website gestaltete, via Xing (an einem Xing-Treffen in Aarau) kennen gelernt.

Wenn ich Ihnen 100.000 Euro extra für Ihr Budget geben würde, was würden Sie damit tun?
Tierschutzorganisationen wie www.sos-animali-international.com unterstützen.

Welche persönliche Vertriebserfahrung hat Sie am meisten beeindruckt?
Bei kleinen Budgets: Guerilla-Marketing.

Welche magische Gabe würden Sie gerne besitzen?
„Robina“ Hood zu sein – und das Geld zwischen Arm und Reich auszugleichen.

Was wollten Sie als Kind „später“ mal werden?
Lehrerin, Krankenschwester oder Meeresbiologin sowie Tierärztin.

An welcher Stelle haben Ihrer Meinung nach die meisten Unternehmen Schwächen im Marketing und Vertrieb?
Im Bereich Marketing/Kommunikation/PR: Das die Leitbilder in der Krise zur Farce werden. Transparent, offen und ehrlich kommunizieren wird von Dementis abgelöst….

Wenn ich Ihnen eine persönlichen Coach sponsern würde, was würden Sie mit ihm besprechen?
Als Unternehmerin und Coach lasse ich mich immer wieder regelmässig zu beruflichen  und privaten Themen coachen. Gerade bezüglich meiner Coachingtätigkeit gehört dies zur Qualitätssicherung.

Barhockertest: Wenn jemand Ihr Produkt / Ihre Dienstleistung kauft. Was wird er abends in einer Bar davon erzählen?
Sie arbeitet mit Herzblut und Leidenschaft. Die „Chemie“ stimmt. Ich habe Vertrauen in sie und ihre Fähigkeiten.

Welche Eigenschaften schätzen Sie am meisten an Ihren MitarbeiterInnen?
Initiative, Mitdenken, Selbstständigkeit, Offenheit und Ehrlichkeit.


Lena eint Europa!

31. Mai 2010 von Ralf Roßkopf

So einig war (sich) Europa noch nie: Mit beeindruckender Mehrheit wurde Deutschlands Botschafterin Lena (Meyer-Landrut, a. d. R.) mit ihrem Song „Satellite“ am Samstag zur Siegerin des Eurovision Song Contest 2010 gewählt.

“Love, oh, love I gotta tell you how I feel about you … lalalala”

Endorphine digitalisiert

125 Mio. Zuschauer und -hörer hatten die Show europaweit zur Prime Time verfolgt. Allein in Deutschland im Durchschnitt fast 15 Millionen. 61,6 Prozent in der so genannten werberelevanten Gruppe der 14- bis 49-jährigen. Jogis Kick gegen Ungarn (ZDF) und Vitalis Kampf gegen was-weiß-ich-wen (RTL) wurden dagegen nur in homöopathischen Mengen konsumiert.

Schlicht und überzeugend war das Konzept von Lena. Ohne pompöse Bühnenshow, unnötigen Schnick-Schnack und ohne extravagantes Outfit. Konzentration auf jugendliche Leichtigkeit, weiblichen Charme, größtmögliche Authentizität und … ein pfiffiges Liedchen!

“Love, oh, love I gotta tell you how I feel about you … lalalala”

Umso gewaltiger war dafür ihre Vermarktung. Bereits im Vorfeld war dem Medienrummel nicht zu entkommen.

Sind wir nicht alle ein bisschen Lena?

Nach monatelangen Meldungen über unfähige, korrupte, fremdgehende und pädophile Männer, sorgt eine 19-jährige nun für die positiven Schlagzeilen und versetzt die Nation in Freudentaumel. Zehntausende feierten Lena und sich selbst beim Public Viewing auf den Partymeilen zwischen Hamburg und München.

“Love, oh, love I gotta tell you how I feel about you … lalalala”

Sonntag, 31. Mai 2010, 15.23:47 Uhr, ARD, live vom Flughafen Hannover:
„Die Sondermaschine aus Oslo hat jetzt die Reiseflughöhe verlassen!
Das hat Twitterqualität!

Christian Wulff (Ministerpräsident von Niedersachsen, a. d. R.) genoss seinen Auftritt sichtlich – mit einem Strauß Blumen, guter Laune und den besten Wünschen der Kanzlerin (Angela Merkel, a. d. R.) ausgestattet, verkündete er: „Lena hat den nationalen Auftrag erfüllt!“.

Omnipräsent, wie ein Satellit im Orbit

Lenas Schatten in diesen Tagen: Stefan Raab. Mit seiner Sendung „Unser Star für Oslo 2010“ hat er den Satelliten Lena in die europäische Umlaufbahn gebracht.

“Like a satellite, I’m in an orbit all the way around you … lalalala”

Lena im Abo

Sein Gespür für Unterhaltung ist für Pro7 erneut Gold wert. Mit Sondersendungen und ausführlichen Portraits wird die Lena-Manie weiter getrieben. Da wundert auch Raabs Vorschlag nicht, Lena bei Wettbewerb 2011 im eigenen Land wieder gewinnen zu lassen. Warten wir’s ab, ob der Hype die anstehende Fußball Weltmeisterschaft überdauert und sonnen uns so lange in Lenas Rampenlicht.

Made in Germany – mit der größten Kampagne seiner Unternehmensgeschichte macht derzeit der Schmierstoffhersteller Liqui Moly auf sich aufmerksam.

Das Ulmer Unternehmen macht sich dabei die politische und wirtschaftliche Großwetterlage zu Nutzen und wirbt für den Standort Deutschland.

Inhaber Ernst Prost löst mit seiner – im aktuellen tv-Spot persönlich übermittelten – Botschaft den Schwaben Wolfgang Grupp von Trigema als Robin Hood des Standort Deutschlands ab.

„Liqui Moly Motorenöle produzieren wir ausschließlich in Deutschland, auch unsere Steuern bezahlen wir hier, wir schaffen neue Arbeitsplätze und bilden Lehrlinge aus … weder erhalten wir Subventionen noch machen wir Kurzarbeit. Damit all dies so bleiben kann, bitte ich Sie sehr herzlich: verwenden Sie Motorenöle von Liqui Moly.“

Trifft die Botschaft die Zielgruppe?

Die Ulmer dürften mit ihrer Kampagne einige Klischees des Bevölkerungsteils bedienen, der sich heute noch die Finger beim Ölwechsel selbst schmutzig macht. (Zitat aus der Firmenphilosophie: „… den unsere Kunden sind es uns wert, dass sie sich mit etwas besonderen schmücken können“. Für den Bevölkerungsteil, der sein Öl in der Werkstatt wechseln lässt, läuft es – unabhängig von der Großwirtschaftslage – auch ohne Liqui Moly nach wie vor wie geschmiert.

Öl: Omnipräsent

100 Mal wird der tv-Spot ausgestrahlt. Darunter in der „best minute“ vor den Nachrichten. Eine umfangreiche Printkampagne umfasst Großflächenplakate sowie eine Anzeigenstrecke mit Doppelseitern in den Klassikern wie AUTO BILD oder der ADAC-Motorwelt.

Wünschen wir dem Unternehmen, dass das ebenfalls wirtschaftspolitische Thema Öl aufgrund der Vorkommnisse im Golf von Mexiko derzeit nicht all zu negativ belegt ist.